Forschung und Lehre

Akademischer Werdegang

Universitärer Werdegang:

2003-2009 Magister Politikwissenschaft, Medien- und Kommunikation, Philosophie (Halle, Catania, Parma)

2009-2010 Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universitá di Catania (Italien)

2011-2018 Lehrbeauftragter Philosophie (MLU Halle)

2010-2012 Wissenschaftlicher Mitarbeiter bzw. Lehrbeauftragter für Politische Theorie und Ideengeschichte (MLU Halle)

2010-2014 PhD an der Graduiertenschule Gesellschaft & Kultur in Bewegung (MLU Halle)

2014-2015 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universitá Federico II di Napoli (Italien)

2015-2016 Post-Doc am Forschungsschwerpunkt Gesellschaft & Kultur in Bewegung (MLU Halle)

2016-2017 Wissenschaftlicher Mitarbeiter Seminar für Philosophie (MLU Halle)

seit 2017    Wissenschaftlicher Mitarbeiter DFG-Eigene Stelle (Universität Erfurt)

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Mitgliedschaften:

International Society for Environmental Ethics (ISEE)

International Association for Environmental Philosophy (IAEP)

Forschungsprojekt

DFG-Projekt „Eigene Stelle“:

Das Projekt untersucht die provokante Behauptung, die Natur sei nicht nur zu schützen, sondern neben dem Menschen auch als Träger von Rechten zu betrachten. Die 2009 in Ecuador verabschiedete Verfassung hält als weltweit erste eine physiozentrische Version der Naturrechte fest, dabei wird an den indigenen Natur-Begriff Pachamama appelliert, dessen genauer Bedeutungsgehalt im Laufe des Projektes erforscht werden soll. (Howard-Malverde 1995) Die damit verbundene Auffassung, die Natur sei als eigenständiges Rechtssubjekt zu betrachten, ist eingebettet in das Buen Vivir, eine andine Konzeption des guten Lebens. Während u.a. Vertreter der Tiefenökologie seit den 70er Jahren die Annahme unterstützen, die Natur besäße von sich aus Rechte, wird von den meisten Philosophen hierzulande die These vertreten, die Begründung und Ausformulierung von Rechten und Pflichten verweise letztlich immer auf den Menschen, insofern sei die Rede von den Rechten der Natur in dem stärksten Sinne eines Physiozentrismus irreleitend, inkonsistent, widersprüchlich oder aufgrund metaphysischer Vorannahmen unhaltbar. Trotz dieses Pessimismus glauben die ecuadorianischen Verfassungsväter um Alberto Acosta an die Rechte der Natur um ihrer selbst willen und arbeiten gegenwärtig an einer Allgemeinen Erklärung der Rechte der Natur, die vielleicht bald von den Vereinten Nationen als Grundlagendokument akzeptiert werden könnte. (Acosta 2010) Ziel des Projektes ist es, mit philosophischen Mitteln die Rechtskonstruktion der ecuadorianischen Verfassung, deren Genese, Auslegung und intellektuelle Begründung zu analysieren. Wie ernst ist die Rede von Rechten der Natur hier gemeint? Welche Hintergrundannahmen und begrifflichen Schwierigkeiten sind damit verbunden? Wie lässt sich die Debatte innerhalb der weltweiten Diskussion der ökologischen Rechte verorten und welche Konsequenzen hätte eine Allgemeine Erklärung der Rechte der Natur für unser Verständnis von Rechten, der Rolle des Menschen und seines Verhältnisses zur Natur? Ist damit tatsächlich eine Weiterentwicklung der Menschenrechte verbunden, die über die erste Generation der liberalen Schutzrechte, die zweite Generation der sozialen Teilhaberechte und die dritte Generation der differenztheoretisch begründbaren Rechte auf Identität schließlich durch die Rechte der Natur ergänzt werden? Stellt eine Allgemeine Erklärung der Rechte der Natur nicht einen Bruch mit dem Gedanken der Menschenrechte dar?

Arbeitsschwerpunkte

Rechtsphilosophie (insbesondere Menschenrechte und Humanitäre Interventionen)

Interkulturelle Philosophie & Dekoloniales Denken (insbesondere Lateinamerika)

Umweltethik

Publikationen

Monographie(2016) „Von der Conquista zur Responsibility while Protecting - Die Debatte der humanitär gerechtfertigten Kriegsführung aus lateinamerikanischer Perspektive“, (Reihe Treffpunkt Philosophie), Frankfurt am Main u. a.: Peter Lang. (Dissertation)

Herausgeberschaften
(in Vorbereitung) Regelfolgen, Regelschaffen, Regeländern. Die Herausforderung für Auto-Nomie und Universalismus durch Ludwig Wittgenstein, Martin Heidegger und Carl Schmitt. Herausgeber: In: Massa, Manuela; Thompson, James; Knauß, Stefan; Kaufmann, Matthias

Aufsätze

(in Vorbereitung) „Fakten, Fakten nochmals Fakten aber keine Ethik“ - Ludwig Wittgensteins Vortrag über Ethik. In: Massa, Manuela; Thompson, James; Knauß, Stefan; Kaufmann, Matthias: Regelfolgen, Regelschaffen, Regeländern. Die Herausforderung für Auto-Nomie und Universalismus durch Ludwig Wittgenstein, Martin Heidegger und Carl Schmitt

(in Vorbereitung) Translation der Natur – Buen Vivir zwischen Deutschland und Lateinamerika.  In: Störl, Kerstin & Wolf, Sandra, "Berührungen zwischen Deutschland und Lateinamerika - ein interdisziplinärer Streifzug".

(in Vorbereitung) "Buen Vivir vs. das Gute Leben? Philosophische Betrachtungen zweier Konzepte", (Dokumentation: Nachhaltigkeit neu leben - Buen Vivir? Das Gute Leben in Forschung, Schule und Alltag, 17.-19- Oktober 2013, Symposium in Halle)

(2013) De la crítica a la normatividad? Materialidad y exterioridad como puntos de partida para una ética universal?". In: Astrolabio. Revista internacional de filosofia Año 2013, Vol. 0, Núm. 15. www.raco.cat/index.php/Astrolabio/article/view/275049

(2013) Identity and the State - Critiques and Apologetics of the Liberal Model. In: Civiltá del Mediterraneo, Semestrale di ricerca e informazione, 23-24, Homelands in Translation, edited by Stefania De Lucia and Gabriella Sgambati.

(2013) Propriedad privada y humanidad: Algunas reflexiones sobre la relación entre derechos y economía el la colonia. In: Abdo Ferez, Cecilia; Ottonello, Rodrigo; Cantisani, Alejandro, La bifurcación entre pecado y delito. Crimen, justicia y filosofía política de la modernidad temprana.

(2012) ¿Hay una filosofía postcolonial en América Latina? Fuentes y argumentos de la contra-hegemonia, In:  Astrolabio. Revista internacional de filosofía Año 2012 Núm. 13. www.raco.cat/index.php/Astrolabio/article/viewArticle/256825/0

(2012) Europa aus lateinamerikanischer Sicht. In: Matthias Kaufmann / Fabrizio Lomonaco (Hrsg.): Geschichte und Gegenwart der europäischen Kultur / Storia e Presente della Cultura Europea. Pomigliano d'Arco, 77-93.

(2010) Jesuit Engagement in Brazil between 1549 and 1609 – A legitimate support of Indians’ emancipation or Eurocentric movement of conversion?. In:  Astrolabio. Revista internacional de filosofía. Año 2010 Núm. 11. www.raco.cat/index.php/Astrolabio/article/view/239026/321287.