Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europäische Integration sowie Jean Monnet Chair

Willkommen Welcome Bienvenue Bienvenidos Benvenuti Bem-vindos Ласкаво просимо

Aktuelles

Der Jean Monnet Chair veranstaltet vom 20. - 21. Oktober 2022 eine Konfernenz zu "The Rule of Law under Threat: Eroding Institutions in the Member States and European Remedies". Das Programm finden Sie hier. 

 

Polen (1939) und Ukraine (2022): Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie wiederholt ihre Lehren (R. von Weizsäcker, 1990)

Die Invasion der russischen Föderation in die Ukraine, die seit dem 24. Februar 2022 andauert, wird wegen der vielfältigen Vergleichbarkeit der völkerrechtswidrigen Aggression und des damit verbundenen humanitären Unrechts an der ukrainischen Zivilbevölkerung, namentlich der bewusst in Kauf genommenen oder gar – zwecks teilweiser Zerstörung der Ukrainer als nationale Gruppe –  herbeigeführten Tötung von Menschen sowie der Verursachung großer Leiden, mit dem Angriff des Deutschen Reichs auf Polen verglichen ("Putins 1. September 1939"). Am 1. September 1939 um 4.45 Uhr eröffnete das Linienschiff "Schleswig-Holstein" das Feuer auf polnische Befestigungen auf der Westerplatte vor der Freien Stadt Danzig. Reichskanzler Adolf Hitler gab den Angriff auf Polen als Verteidigungsaktion aus. Das Geschehen markiert den Beginn des Zweiten Weltkriegs. Ab dem 1. September 1939 verließen die Menschen massenhaft Warschau in östlicher Richtung, nun verlassen Millionen die Ukraine in westlicher Richtung. Viele von ihnen sagen, sie seien keine Flüchtlinge, sondern Reisende und bringen auf diese Weise ihre Entschlossenheit zum Ausdruck, so schnell wie möglich nach einer Befreiung in ihr Heimatland zurückzukehren, nicht zuletzt um es wiederaufzubauen. Die Aggression des russischen Präsidenten führt zur Bildung einer ukrainischen Bewusstseinsnation im Zeichen der 1991 errungenen staatlichen Unabhängigkeit sowie einer nationalen Identität der Ukrainerinnen und Ukrainer – auch im Exil.     

Die Bilder des Krieges gleichen sich. Ikonen der Fotografie bilden etwa der nach einem Luftangriff auf Warschau im September 1939 auf den Trümmern um seine Familie trauernde polnische Junge (oben) wie auch das vietnamesische Napalm-Mädchen Phan Thi Kim Phuc (1972). Sie geben dem Schrecken des Krieges ein Gesicht. Betrachterin und Betrachter können sich zugleich an die Worte des ehemaligen tschechischen Staatspräsidenten Václav Havel erinnern. Er hat formuliert: „Je ungünstiger die Situation ist, in der wir unsere Hoffnung bewahren, desto tiefer ist diese Hoffnung. Hoffnung ist eben nicht Optimismus. Es ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht. Sondern Hoffnung ist die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht.“ Solche Hoffnung ist aber nur dann berechtigt, wenn die internationale Gemeinschaft, solange einzelne ihrer Mitglieder nicht selbst zum Ziel dieses Angriffs werden, unterhalb der Schwelle einer Militärstrategie alle denkbaren (Sanktions-)Maßnahmen ergreift, um dem Opfer des Aggressionsakts zu Hilfe zu eilen Völkerrecht_AP0. 

Aktuelle Publikationen (Auszug)

Herm.-J. Blanke/St. Mangiameli (Hrsg.): Treaty on the Functioning of the European Union - A Commentary, Volume I: Preamble, Articles 1-89, Heidelberg: Springer 2021
Herm.-J. Blanke/S. Magiera/J.-Ch. Pielow/A. Weber (Hrsg.), Verfassungsentwicklungen im Vergleich, Italien 1947 – Deutschland 1949 – Spanien 1978, Berlin: Duncker & Humblot 2021
Herm.-J. Blanke/R. Conrad (Hrsg.): Streik als Mittel des Arbeitskampfes. Das Tarifeinheitsgesetz und die Tarifautonomie, Tübingen 2019 (Mohr Siebeck)
Herm.-J. Blanke/R. Perlingeiro (Hrsg.): The Right of Access to Public Information - An International Comparative Legal Survey, Heidelberg 2018 (Springer)

Aktuelle Beiträge sowie eine Übersicht aller Publikationen finden Sie auf der Profilseite des Lehrstuhlinhabers


Inhaber der Professur für Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europäische Integration
(Staatswissenschaftliche Fakultät)
Lehrgebäude 1 / Raum 0208
Office hours
donnerstags 12-13 Uhr während der Vorlesungzeit nach vorheriger Anmeldung im Sekretariat (christel.fliedner@uni-erfurt.de) unter Angabe des Anliegens und der voraussichtlichen Dauer des Gesprächs
Profile page

Postanschrift:

Universität Erfurt
Staatswissenschaftliche Fakultät
Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europäische Integration
Postfach 90 02 21
99105 Erfurt
Postfachnummer (intern): 67