University of Erfurt

Bekenntnisse

Caspar Cruciger d.J.: Melanchthons Confessio Saxonica von der Hand Crucigers. Wittenberg 1551. FBG, Chart. B 284, Bl. 4r.
Herzogin Dorothea Susanna von Sachsen-Weimar: Glaubensbekenntnis. 29. Juni 1575. FBG, Theol. 2° 304/1 (1), Bl. 30r.

 

Das 16. Jahrhundert ist das Jahrhundert der Bekenntnisschriften. Der neue Glaube der Reformation zog eine langandauernde Klärungsphase nach innen und außen nach sich, in deren Verlauf zahlreiche offizielle und inoffizielle Bekenntnisschriften erschienen. Die Konkordienformel von 1577 mit ihren zwölf Artikeln markiert auf lutherischer Seite einen gewissen Einschnitt, wenn auch nicht Abschluss der innerkirchlichen Diskussionen. Viele tausend lutherische Theologen und Pfarrer haben diese Formel im Laufe der nächsten Jahre unterschrieben. Gleichwohl blieben Konflikte – wie zwischen den so genannten Gnesiolutheranern, die der ursprünglichen Lehre Luthers folgten, und Philippisten, die der gemäßigten Position Philipp Melanchthons (1497–1560) folgten – virulent.

Dogmatische Einigungsbemühungen gab es bereits mit der Confessio Augustana von 1530. Im Vorfeld der zweiten Tagungsphase des Tridentiner Konzils versuchte Melanchthon mit der Confessio Saxonica von 1551 sämtliche protestantische Theologen im Reich hinter sich zu vereinen. Problematisch blieben dabei die Abendmahlslehre und die Christologie. Die Abschrift aus der Hand Caspar Crucigers d.J. (1525–1597) wurde für Herzog Johann Friedrich II. von Sachsen angefertigt. Ein Glaubensbekenntnis eigener Art liegt bei Herzogin Dorothea Susanna von Sachsen-Weimar (1544–1592) vor, das von 1575 bis 1592 von mehr als 80 Personen, überwiegend Theologen und Pfarrer, approbiert wurde. Das Bekenntnis zielte darauf ab, die streng an Luther orientierte Konfessionspolitik der ernestinischen Dynastie fortzuführen und alle davon abweichenden Lehren zu bekämpfen.

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