University of Erfurt

Humanismus

Conradus Mutianus Rufus: Empfangsbestätigung einer Schenkung. 1. März 1526. FBG, Chart. A 1918b, Bl. 481r.
Erasmus v. Rotterdam: Brief an Herzog Georg von Sachsen. Freiburg im Breisgau, 15. März 1531. FBG, Chart. A 379, Bl. 45v.
Martin Crusius: Das deutsche Kirchenlied „Die höchste Weisheit ist fürwahr“ in griechischer Übersetzung. 1598. FBG, Chart. A 1027, Bl. 4r.

 

Der Humanismus war in erster Linie eine Bildungsbewegung. Seine Anfänge liegen im 14. Jahrhundert, wo er gegen die herrschende Scholastik an den Schulen und Universitäten mit ihrem „barbarischen“ Latein an die klassischen Ideale der griechischen und römischen Antike anknüpfte und so eine Renaissance der humanitas, des sittlich-geistigen Lebens, bewirken wollte. Der berühmteste Vertreter war Erasmus von Rotterdam (ca. 1466–1536). Er wirkte jedoch nicht nur als weltlicher Gelehrter, sondern auch als Theologe. Sein Brief an Herzog Georg von Sachsen (1471–1539) beschreibt die religiöse und politische Situation nach dem Augsburger Reichstag von 1530.

Der Gothaer Kanoniker Conradus Mutianus Rufus (1471–1526), der sich weder mit der katholischen Kirche noch mit der Reformation verbunden fühlte, zählte zum Erfurter Humanistenkreis. So zwischen den Stühlen sitzend verarmte Mutianus zusehends und war immer wieder auf Spenden angewiesen. Die Empfangsbestätigung einer neuerlichen Schenkung von 1526 ist das letzte bekannte Dokument des Humanisten. Martin Crusius (1526–1607), Professor der griechischen und lateinischen Sprache in Tübingen, war einer der besten Gräzisten seiner Zeit. Als begeisterter Philhellene fasste er den Plan, einige protestantische Kirchenlieder in deutsche Sprache ins Griechische zu übersetzen und sie mit einem Kommentar in lateinischer Sprache versehen zu veröffentlichen.

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