University of Erfurt

Reaktionen der katholischen Kirche

Julius von Pflug: Brief an Erasmus von Rotterdam. Zeitz, 4. Januar 1533.
FBG, Chart. A 385, Bl. 104r.

 

Nachdem die unmittelbaren Versuche einer Verhinderung bzw. Eindämmung der Reformation mittels Kirchenbann sowie anderer, auch politischer Maßnahmen ohne Erfolg geblieben waren, führte die katholische Kirche die Gegenreformation durch. Diese erhielt 1540 mit der Gründung des Jesuitenordens durch Ignatius von Loyola (1491–1556) und dem seit 1545 tagenden Tridentiner Konzil zwei sehr effiziente Instrumente. Der sich um einen Ausgleich zwischen den Altgläubigen und Evangelischen einsetzende Julius von Pflug (1499–1564) war 1551/52 einer der wichtigsten Akteure auf dem Konzil. Sein Brief an Erasmus von Rotterdam stammt aus der Zeit, als durch das Augsburger Bekenntnis von 1530 die Abspaltung der Reformation von der katholischen Kirche besiegelt wurde. Pflug sprach von der evangelischen Pest, gegen die man Heilmittel finden müsse. Offensichtlich hoffte er, dass Erasmus seine Autorität zur Herstellung der Einheit der Kirche einsetzen würde.

Der Brief von Petrus Canisius (1521–1597), seit 1556 Provinzial der Oberdeutschen Jesuitenprovinz, an Kardinal Stanislaus Hosius (1504–1579), ein scharfer Kämpfer für die Rekatholisierung des Königsreichs Polen, zeigt ein offenes Gespräch über die Zustände der katholischen Kirche im Alten Reich. Aufmerksam verfolgte man die innerlutherischen Debatten um die sog. Ubiquitätslehre. Hierbei ging es um die Frage, wie Christus im Abendmahl leibhaftig und allgegenwärtig anwesend sein könne.

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