University of Erfurt

Reformation und Politik

König Emanuel I. von Portugal: Brief an Kurfürst Friedrich III. den Weisen von Sachsen. Lissabon, 21. April 1521. FBG, Chart. A 379b, Bl. 1r.

König Heinrich VIII. von England: Brief an Kurfürst Friedrich III. und die Herzöge Johann und Georg von Sachsen. Greenwich, 20. Januar 1523. FBG, Memb. I 108, Bl. 5r.

 

Die 1517 von Wittenberg ausgehende Reformation schlug in ganz Europa hohe Wellen, und zwar nicht nur aus religiösen, sondern auch aus politischen Gründen. Ein Kurfürst geriet dabei in den Fokus der europäischen Politik, in dessen Territorium Martin Luther (1483–1546) die Reformation angestoßen hatte: Friedrich III. von Sachsen (1463–1525). Er weigerte sich beharrlich, Luther nach dessen Verbannung durch die katholische Kirche im Jahre 1521 auszuliefern. König Emanuel I. von Portugal (1469–1521) knüpfte in seinem Brief an Friedrich III. an das Wormser Edikt von 1521 an, mit dem der Reichstag und Kaiser Karl V. (1500–1558) über Luther die Reichsacht verhängt hatten. Der König forderte dringend, gegen Luther als ein Feind des christlichen Glaubens vorzugehen. Nicht anders lautete der Tenor in dem Brief des Königs Heinrich VIII. von England (1491–1547) an Friedrich III. und die beiden Herzöge. Letztlich wollten die deutschen Herrscher jedoch die Entscheidung einem freien christlichen Konzil überlassen und bis dahin gegen Luther nichts unternehmen.

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