University of Erfurt

Reformierte Zentren: Genf und Zürich

Heinrich Bullinger: Brief an Theodor Beza. Zürich, 10. Januar 1574.
FBG, Chart. A 405, Bl. 429r.

Die Schweizer Reformation unterscheidet sich in mancherlei Hinsicht vom Wittenberger Pendant. Verschiedene Bemühungen, zu einem Ausgleich der divergierenden Ansichten – z.B. beim Abendmahl oder bei der Frage nach der Prädestination – zu gelangen, scheiterten. Bekannt ist das erfolglos verlaufene Marburger Religionsgespräch von 1529 zwischen Martin Luther und dem Zürcher Reformator Ulrich Zwingli (1484–1531). Mit Johannes Calvin (1509–1564), der von 1536 bis 1538 und erneut von 1541 bis zu seinem Tod in Genf wirkte, trat die Schweizer Reformation in eine neue Phase ein, die in viele Länder Europas ausstrahlte. Als Jurist und Theologe hat Calvin die Reorganisation der politischen und sozialen Institutionen in hohem Masse mitgeprägt. In seinem Brief aus dem Jahr 1555 an Martin Seidemann († 1558), ein enger Bekannter Melanchthons, wird erneut der Abendmahlsstreit zwischen den Lutheranern und Reformierten thematisiert.

Das zweite große reformierte Zentrum neben Genf war Zürich, wo Heinrich Bullinger (1504–1575) nach dem Tod Zwinglis als Vorsteher der reformierten Kirche tätig war. Bekannt ist er als Verfasser des Zweiten Helvetischen Bekenntnisses von 1566. Sein Brief an Theodor Beza (1519–1605), der nach dem Tod Calvins die Geschicke in Genf weiterführte, belegt die Virulenz der innerreformierten Streitigkeiten, die neben der Abendmahlsfrage das Problem der Kirchenzucht und Exkommunikation betrafen.

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