University of Erfurt

Weltlich-religiöse Angelegenheiten

Gräfin Katharina von Schwarzburg: Brief an Bartholomäus Gernhard. 22. Juni 1565. FBG, Chart. A 103, Bl. 202r.
Georg Mylius: Brief an [den Stadtrat von Augsburg]. [Augsburg, vor 4. Juni 1584]. FBG, Chart. A 92, Bl. 651r.
Christoph Fischer: Brief an Johannes Bugenhagen, Johann Forster, Philipp Melanchthon und Paul Eber. 1552. FBG, Chart. A 406, Bl. 36r-37v.

 

Die Reformation führte auch auf gesellschaftspolitischer, wirtschaftlicher und sozialer Ebene zu zahlreichen Diskussionen, die nicht immer friedlich geregelt werden konnten. Im Rudolstädter Wucherstreit 1564/65, bei dem es um die Frage nach der Rechtmäßigkeit von Zinszahlungen ging, kam Gräfin Katharina von Schwarzburg (1509–1567) eine Schlüsselrolle zu. Der Streit war eskaliert, als Bartholomäus Gernhard einige Adlige wegen zu hoher Forderungen kurzerhand vom Abendmahl ausgeschlossen hatte. Mit dem Konflikt verband sich zugleich die Auseinandersetzung um die Frage der geistlichen Jurisdiktion im Wittum der Gräfin.

Ein anderer Streit wurde 1583/84 in der bikonfessionellen Reichsstadt Augsburg um die Einführung des gregorianischen Kalenders geführt. In den Streit mischte sich mit scharfen Worten auch der lutherische Superintendent Georg Mylius (1548–1607) ein, der den Katholiken ein Verstoß gegen die Grundlagen der Parität vorwarf. In seinem Brief an den Stadtrat forderte er einen schriftlichen Widerruf der gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Offensichtlich ohne Erfolg. Denn im Frühjahr 1584 kam es im Zusammenhang mit der Frage, zu welchem Termin das Himmelfahrtsfest zu feiern sei, zu seiner Ausweisung durch den Rat. Um die Frage, ob eine heimlich und gegen den Willen der Obrigkeit vollzogene Ehe Bestand haben könne, ging es in dem Brief des damaligen Pfarrers in Benešov (Böhmen), Christoph Fischer (1518–1598), an die Wittenberger Bekannten Johannes Bugenhagen (1485–1558), Forster, Melanchthon und Eber.

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