University of Erfurt

Bildung im Zeichen der Bibel

Die Bildung des christlichen Mittelalters war verschiedenen Einflüssen ausgesetzt, die bis in die griechische und römische Antike zurückreichten. Im antiken Athen wurden die Grundlagen einer allgemein-philosophischen Bildung gelegt, die in Rom mit der Ausbildung der sieben Freien Künste ihre Fortsetzung fand. Im Verlauf der Jahrhunderte veränderten sich mit der Etablierung des Christentums als alleiniger „Staatsreligion“ zugleich die Bildungsinhalte. Es sollte nur das unterrichtet werden, was sich mit der christlichen Religion vereinbaren ließ. Daher unterrichtete die Kirche ihren eigenen Nachwuchs in den mit den Domkapiteln, Pfarreien und Klöstern verbundenen Schulen. Die grundlegenden Kenntnisse umfassten dabei die Psalmen, das Schreiben und Lesen der lateinischen (Kirchen-)Sprache, das Rechnen, den Kirchengesang sowie die Anfangsgründe der Grammatik. Auf der nächsthöheren Stufe folgte dann der Unterricht in den sieben Freien Künsten. Zu ihnen gehörten das Trivium (Dreiweg) der sprachlich und logisch-argumentativ ausgerichteten Fächer (lateinische) Grammatik, Rhetorik und Dialektik (bzw. Logik) und das Quadrivium (Vierweg) der mathematischen Fächer Arithmetik, Geometrie, Astronomie und Musik. Sie bildeten zugleich den Übergang zu den wissenschaftlichen Studien in Philosophie, Theologie, Medizin und Jurisprudenz an den Universitäten. Eine zweite Säule der mittelalterlichen Bildung waren die städtischen Schulen, die ab dem 12. Jahrhundert unter der Hoheit des Magistrats entstanden. Hier musste der Lehrer kein Kleriker sein, wohl aber ein Gelehrter oder Magister („Meister“) der sieben Freien Künste. Im 15. Jahrhundert kamen dann noch die deutschen Schulen bzw. Winkelschulen hinzu, die von Schreib- und Rechenmeistern unterhalten wurden und auf die Ausbildung der Handwerker abzielten.

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