University of Erfurt

Streit um die wahre Bildung in Gotha

Lange vor Einrichtung des Waisenhauses in Glaucha wurde das Gothaer Gymnasium seit den frühen 1690er Jahren zu einer der ersten pietistischen Erziehungsanstalten in Mitteldeutschland umgestaltet. Gotha machte also noch einmal Schule: Hier am Elitegymnasium des Herzogtums Sachsen-Gotha-Altenburg sammelten die Pietisten um Gottfried Vockerodt die ersten praktischen Erfahrungen, wie die Kinder im Sinne ihrer Bildungsideale erzogen werden konnten. Diese Umgestaltung führte jedoch zu heftigen Konflikten in der Stadt und auf dem Land. Viele Pfarrer und Theologen, aber auch Hofbedienstete, Adlige sowie Stadtbürger stimmten mit den Ansichten der Pietisten hinsichtlich der Kindererziehung sowie der privaten und öffentlichen Lebensweise, insbesondere was die sogenannten Adiaphora betraf, nicht überein. In Gotha kann daher früh beobachtet werden, was später in Glaucha und Halle die Gemüter nicht weniger erhitzte. Letztlich trafen hier zwei vollkommen verschiedene Gesellschaftsmodelle aufeinander, die das beginnende 18. Jahrhundert prägen sollten. Die Schule bildete dabei gleichsam das Zentrum der divergierenden Ansichten.

FB Gotha, Goth 8° 00056/02 (01,04)
FB Gotha, H 8° 04654 (01)
FB Gotha, H 2° 1101

Navigation

Toolbox

User menu and language choice