University of Erfurt

Das 17. und 18. Jahrhundert

Johann Crügers "Praxis pietatis melica" von 1690, FB Gotha, Cant.spir 8º 936.

Das 17. und frühe 18. Jahrhundert waren eine Blütezeit der protestantischen Liedkultur. Auf lutherischer Seite steht hierfür wie kein Zweiter der Liederdichter Paul Gerhardt (1607-1676). Bekannt wurde er durch die Veröffentlichung in Johann Crügers prachtvollem Gesangbuch Praxis pietatis melica, das bis in das 18. Jahrhundert hinein eines der am meisten aufgelegten Gesangbücher des Protestantismus war. Daneben zeigt die Ausstellung Exponate von Georg Neumark (1621-1681), aber auch von den katholischen Autoren Angelus Silesius (1624-1677) und Friedrich Spee (1591-1635) sowie vom wichtigsten Lieddichter der reformierten Kirche im 17. Jahrhundert, Joachim Neander (1650-1680). Gezeigt werden ferner die pietistischen Gesangbücher des 17. und 18. Jahrhunderts aus Halle und Herrnhut, unter ihnen Johann Anastasius Freylinghausens (1670-1739) Geistreiches Gesang-Buch von 1704. Zu sehen ist auch das Gesangbuch der kleinen Ebersdorfer Gemeine in Ostthüringen, die damit ihre Eigenständigkeit zum Ausdruck brachte. Daneben steht der Mylius, jenes 1780 erstmals erschienene Gesangbuch der Aufklärung, das die lutherische Liedtradition des 16. und 17. Jahrhunderts aus den Gesangbüchern verbannte.

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