University of Erfurt

Gesangbücher im Gebrauch

Johann Rist: Frommer und Gottseliger Christen Alltägliche Haußmusik, FB Gotha Cant.spir 8° 360 (2).

Die Kirche förderte die Hausandacht und das häusliche Singen als Instrumente der Katechese und der religiösen Erziehung. Wie man sich diese Praxis konkret vorzustellen hat, zeigt ein Kupferstich in der Haußmusik des Wedeler Pfarrers Johann Rist (1607-1667) von 1654. Die Gesangbücher wurden auf diese Weise zu einem festen Bestandteil des täglichen Lebens. Sie dienten nicht nur als Liederbuch in der häuslichen Andacht und im Gottesdienst, sondern waren zugleich Erbauungs-, Gebet- und Sterbebuch sowie Lehrbuch für den Schulunterricht. Die Ausstellung zeigt, wie Gesangbücher die Menschen durch ihren Alltag begleiteten. Sichtbar wird dies etwa an den handschriftlichen Einträgen in den Büchern, die von selbstgedichteten Liedern und genealogischen Informationen bis hin zu grobem Unfug reichten. Dass die Gesangbücher stark gebraucht wurden, davon zeugt der heutige Zustand der Bucheinbände, die in repräsentativer Auswahl ausgestellt werden.

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