University of Erfurt

Die Gesangbücher der Thüringer Territorien im 18. Jahrhundert

Gothaisches Gesang-Buch, FB Gotha, Cant.spir 8º 866 (02).

Noch bis zum Ende des 17. Jahrhunderts war es keinesfalls üblich, dass in den Gottesdiensten Gesangbücher benutzt wurden. Gesungen wurde auswendig, was in der Schule gelernt worden war. Der Besitz eines eigenen Gesangbuches war bis zum Ende des 17. Jahrhunderts eine Ausnahme. Erst in dieser Zeit entstanden langsam von der Obrigkeit geförderte und genehmigte Territorialgesangbücher. So viele Territorien es in Thüringen gab, so viele Gesangbücher gab es auch. Sie enthielten neben den allgemein gebräuchlichen evangelischen Liedern auch Dichtungen und Melodien einheimischer Dichter und Komponisten. Auf den Titelblättern ist meist eine das Territorium kennzeichnende Abbildung, etwa eine Stadtansicht der Residenzstadt und Porträts der Herrscherfamilie zu sehen. Die Ausstellung zeigt Gesangbücher aus Sachsen-Gotha und den im Zuge der Erbteilung 1680 entstandenen sieben Territorien, daneben aus Sachsen-Weimar, Sachsen-Eisenach, Schwarzburg-Sondershausen und Schwarzburg-Rudolstadt. Zu sehen sind auch Titel aus den beiden Fürstentümern Reuß ältere und jüngere Linie, aus Schmalkalden, Nordhausen und Erfurt sowie aus dem Eichsfeld.

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