University of Erfurt

Theological research seminar

Anna Reinhardt: Doktorandin

Universität Erfurt

Theologisches Forschungskolleg

Postfach 900 221

99105 Erfurt

 

 

Forschungsprojekt

Kirchliche Initiativen zur deutsch-polnischen Versöhnung vor 1965. Kurt Reuter und sein Wirkungskreis

Das Promotionsprojekt befasst sich mit den Anfängen deutsch-polnischer Versöhnungsarbeit in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Als erste Zeichen kirchlicher Annäherung der beiden Nachbarvölker gelten weithin der Briefwechsel der polnischen und deutschen Bischöfe und die Denkschrift der Evangelischen Kirche Deutschlands aus dem Jahr 1965 sowie das Bensberger Memorandum von 1968. Erst zwei volle Jahrzehnte nach Kriegsende traten diese namhaften Anzeichen des Miteinanders an die Öffentlichkeit. Vorausgegangen waren ihnen dabei wohl einige persönliche Initiativen zur Aussöhnung von Deutschen und Polen, die nun den Kontext der Recherchen bilden. Im Mittelpunkt derselben steht der Berliner Priester Kurt Reuter (1908-1965), der von seiner Pfarrstelle  in Eberswalde aus zahlreiche Kontakte zum polnischen Episkopat pflegte und den Versand großer Mengen an theologischer Literatur organisierte. Dadurch wurde er zu einem Vorreiter der Versöhnungsarbeit. Ausgehend von Reuters Wirken soll untersucht werden, ob sich im Zeitraum vor 1965 Netzwerke von Akteuren der deutsch-polnischen Annäherung aufzeigen lassen. Zudem wird der Blick auf weitere Initiativen der Polen-Unterstützung gelenkt, die über das direkte Umfeld Reuters hinausreichten. Darüber hinaus soll auch die polnische Sichtweise in den Fokus rücken: Wie wurden die Bemühungen aus Deutschland aufgenommen? Konnte die nach Polen versandte Literatur für die dortige theologische Ausbildung genutzt werden? Gegenstand der Recherchen sollen demnach sowohl die ersten grundlegenden Versöhnungsschritte deutscher Akteure als auch die Reaktionen und Auswirkungen auf polnischer Seite sein.

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