University of Erfurt

Theological research seminar

Dr. Torsten Müller: Gast-Doktorand

Katholische Flüchtlinge und Vertriebene zwischen Ankunft und Integration. Theologische, jurisdiktionelle, soziale und territoriale Beheimatungskonzepte im östlichen Teil des Bistums Fulda 1945-1955

Das Dissertationsprojekt geht der Frage nach, wie die katholische Kirche auf den sich aus den Migrationsbewegungen in Folge des Zweiten Weltkrieges ergebenden Anstieg der Katholikenzahl im östlichen Teil der Diözese Fulda reagierte.
Tausende katholische Flüchtlinge gelangten in den seit Juli 1945 von der Sowjetarmee besetzten Teil des Bistums Fulda, der seit der Reformation – mit Ausnahme der katholischen Enklave des Eichsfeldes – protestantisch geprägt war. Vor dem Einsetzen der Migrationsströme lebten etwa 133.000 Katholiken in diesem Gebiet; durch Vertreibung und Zwangsaussiedlungen stieg die Zahl der Katholiken bis 1949 auf 444.000 an, was einer Steigerung von 234,6% entspricht. Durch diesen Zuzug von katholischen Christen in die einstigen Diasporaregionen Mitteldeutschlands änderte sich das Profil der katholischen Kirche in Thüringen grundlegend und wurde in besonderem Maße von den Flüchtlingen geprägt.
Wie wurden diese zugewanderten Katholiken empfangen und aufgenommen? Was tat die katholische Kirche, um die Flüchtlinge „leiblich und seelsorglich“ zu versorgen? Wie lässt sich die Bildung neuer Strukturen für die mehr als verdoppelte Zahl der Gläubigen in einer doppelten Diaspora näher beschreiben? Konnten heimatvertriebene Priester eine neue Anstellung finden? Ist eine Beheimatung bzw. Integration der Flüchtlinge gelungen oder waren Assimilation und „zweite Flucht“ Ergebnisse eines Desintegrationsprozesses?

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