University of Erfurt

Theological research seminar

Michael Hartmann: assoziiertes Mitglied

Universität Erfurt

Theologisches Forschungskolleg

 

Dienstl.:

Kirche im Vauban

Vaubanallee 11

79100 Freiburg

 

Forschungsprojekt

Stadt mit Gott?! Das ökumenische Kirchenprojekt im Freiburger "Vorzeige"-Stadtteil Vauban

Wo muss hingesehen werden, um eine „Stadt mit Gott“ in einer säkularen Welt zu entdecken? Und welche Rolle hat darin eine institutionelle Form von Kirche?

Im Stadtteil Vauban hat sich der Geist Freiburgs auf eine eigene Weise ausgedrückt: Bürgerinnen und Bürgern haben sich – ähnlich wie beim Freiburger Münster und oft gegen den Willen der Entscheidungstragenden – eine Art Kathedrale gebaut, diesmal nicht zu höheren Ehre Gottes und um den Himmel auf Erden zu bringen, sondern um für den ökologischen Fortschritt ein Zeichen zu setzen und dem sozialen Miteinander Raum zu geben. In rund zwanzig Jahren ist hier ein Symbol moderner urbaner Lebenskultur entstanden. Manche belächeln es als einen „Abenteuerspielplatz für Erwachsene“  oder ein „Grünes Ghetto“   für reiche Akademiker/-innen, andere heben den Stadtteil als weltweit vorbildliches Beispiel zum nachhaltigen Umgang mit der Umwelt hervor.

An diesem Ort existiert, gegen so manche Vorbehalte und Vermutungen, auch kirchliches und christliches Leben, das sich im ökumenischen Kirchenprojekt „Kirche im Vauban“  äußert. In ihm konkretisiert sich ein „Andersweg“ von Kirche Sein, welcher sich im Laufe der Zeit herauskristallisiert hat und den ich mit dieser Arbeit vorstellen möchte.

Dieses Kirchenprojekt schließt an viele Fragestellungen und Veränderungsprozesse an, die derzeit gesellschaftlich und besonders kirchlich im Rahmen der Auseinandersetzungen um Religion in einer säkularen und modernen Welt oder in der Ökumene diskutiert werden. Diese Arbeit wechselt die Perspektive und zeigt gegenwärtiges kirchliches Leben von unten. Auf die Fragen und Probleme die dort bestehen, möchte ich mit dieser Arbeit aufmerksam machen.

Des Weiteren greift die Arbeit Fragen auf, die im Bereich des ökumenischen Projekts „Kirche findet Stadt“ innerhalb des Nationalen Stadtentwicklungspolitik des Bundesbauministeriums seit 2011 diskutiert werden.  Dort stehen kirchliche Gemeinden und Wohlfahrtsverbände als Akteure für eine integrierte Stadtteilentwicklung im Fokus. Diese Fragen haben das Ansinnen, neue Strategien für vorhandene Gebäude und Gemeinde zu entwickeln sowie die Bedeutung kirchlicher Arbeit für das Gemeinwohl herauszustellen. Besonders drängend sind in diesem Feld die Fragen nach der Umwidmung von Sakralbauten und Gemeinderäumen  oder nach der Wiederentdeckung der Kirchengemeinde als einen Teil der Bürgergemeinde.  Das ökumenische Kirchenprojekt im Vauban, das davon unabhängig - wie auch diese vorliegende Arbeit - entstand, weist auf Punkte hin, die sich aus einer Stadtteilentwicklung ohne vorhandene (kirchliche und soziale) Strukturen ergeben. Die Erfahrungen können von daher einen Beitrag leisten, die Rolle von Kirche in Stadtteilen zu bedenken.

(Auszug aus der Einleitung in: Stadt mit Gott?! Das ökumenische Kirchenprojekt im Freiburger "Vorzeige"-Stadtteil Vauban (Forum Religion & Sozialkultur 28), Berlin 2014.)

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