University of Erfurt

Theological research seminar

Samuel-Kim Schwope: Doktorand

Universität Erfurt

Theologisches Forschungskolleg

Postfach 900 221

99105 Erfurt

 

     

     

    Forschungsprojekt

    „Segne diese Menschen, die du zum Dienst in deine Kirche sendest…“[1]

    Liturgietheologische Untersuchung zu (Aus-)Sendung- und Beauftragungsfeiern von Gemeinde- und Pastoralreferenten

    Jahr für Jahr treten Frauen und Männer vor ihren Bischof und lassen sich für den Dienst als Gemeinde- oder Pastoralreferenten benedizieren und kanonisch senden.

    Nach Einführung und Etablierung der pastoralen „Laien-Berufe“ in der Kirche entstanden im deutschsprachigen Raum liturgische Beauftragungsformen im Rahmen von Eucharistiefeiern, die die ortskirchliche Missio zum Ausdruck brachten und sich bis in die Gegenwart weiterentwickeln. Die Feiern haben bisher in den Diözesen den Stand eines Eigenritus, der dementsprechend von Bistum zu Bistum unterschiedlich ausgeprägt und mit unterschiedlichen theologischen Aussagen und Gewichtungen verbunden ist. 

    Wer einen solchen Ritus miterlebt, fragt sich schnell nach der Qualität dieser Feier. 

    Die Dissertation sucht nach Antworten, in dem sie die Frage nach der Beschaffenheit der Feier differenziert: Mit welchen Formulierungen und Zeichen agieren diese (Aus-)Sendungs- und Beauftragungsfeiern in deutschen Diözesen, worin ähneln bzw. unterscheiden sich die Feiergestalten? In welcher Qualität werden sie liturgisch inszeniert? Was lässt sich liturgietheologisch aus der Feiergestalt ableiten?

    Für eine kleine Kirche in der Diaspora bedarf es an den Berührungspunkten zur Umwelt sowie in der Binnenkommunikation klare Vollzüge und Rollenbeschreibungen. Sowohl in der Innen- als auch in der Außenwirkung kann sie nur so überzeugend leben und handeln. Wie eingangs erwähnt übernehmen Gemeinde- und Pastoralreferenten dabei immer mehr Aufgaben, trotz einer ekklesiologischen Unbestimmtheit ihres Dienstes. Deutlich wird dies auch in dem entscheidenden Ritual für diesen Dienst – der Sendungs- bzw. Beauftragungsfeier. Die Unklarheiten dieser Feier erfordern liturgietheologische Klärung, die diese Arbeit vornehmen soll. 

    Mit dem konkreten Blick in die lokale Kirchenentwicklung kann formuliert werden, dass es sich dabei um eine der Zukunftsfragen der Kirche in der Diaspora handelt. Die zu untersuchenden Rituale sind kein liturgisches Beiwerk oder schmückendes Element, sondern entscheidende Einführungsrituale, die in verschiedener Richtung sprechen, Rollen zuweisen und Aufgaben übertragen. Sie haben performative Wirkung für die Betroffenen, in grundlegenden Gesichtspunkten auch für die Kirche und die Gläubigen, weil darin Christsein in einer konkreten pastoralen Berufung entscheidend geprägt wird.

    Dem beschriebenen Desiderat einer tieferen und ausführlicheren liturgiewissenschaftlichen Analyse der Sendungsfeier und ihrer ekklesiologischen Implikationen soll mit dieser Arbeit begegnet werden.

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    [1] Aus dem Segensgebet des Bistums Osnabrück.

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