University of Erfurt

Vortrag zum Erfurter Programm der SPD: Pressemitteilung Nr.: 14/2011 - 18.01.2011

Prof. Dr. Michael Erbe
Prof. Dr. Michael Erbe

In der nächsten Veranstaltung der Ringvorlesung „Erfurter Gesellschaftsbilder“ am Dienstag, 25. Januar, referiert Prof. Dr. Michael Erbe, Emeritus für Neuere Geschichte an der Universität Mannheim und Mitglied der Historischen Kommission Berlin, über „Das Erfurter Programm der SPD. Die öffentliche Vorlesung beginnt um 18 Uhr im Kaisersaal. Der Eintritt ist frei.

Im Oktober 1891 beschloss die SPD auf ihrem Parteitag im Erfurter Kaisersaal ein neues Programm, das in die Geschichte der Partei einging: Die Verbindung einer marxistisch orientierten Analyse des Kapitalismus mit konkreten demokratischen Forderungen übte eine große Faszination auf die Arbeiterschaft aus. Das neue Programm war auch Ausdruck des Triumphes über die staatliche Unterdrückung und gesellschaftliche Ausgrenzung der Arbeiterschaft im Kaiserreich. Für die sich ab 1891 „SPD“ nennende Partei blieb das in Erfurt beschlossene Programm Jahrzehnte Instrument zur Beurteilung der ökonomischen und gesellschaftlichen Lage im Industriekapitalismus. Erfurt und der Kaisersaal wurden so zu bedeutenden Orten der sozialdemokratischen Geschichte. Im Anschluss an den Vortrag von Prof. Dr. Michael Erbe gibt es am Dienstag auch ein Diskussionsforum, zu dem die Fachhochschule und die Universität Erfurt in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung ebenfalls herzlich einladen.

Der Referent, Prof. Dr. Michael Erbe, wurde 1940 in Berlin geboren, studierte dort an der Freien Universität Geschichte und Klassische Philologie. Er wurde mit einer Arbeit zur mittelalterlichen Kirchengeschichte promoviert, 1974 folgte die Habilitation im Fach Neuere Geschichte. Erbe war von 1985 bis 1989 erster Vizepräsident der Freien Universität Berlin und danach Professor für Neuere Geschichte an der Universität Mannheim. Seit 2005 ist er im Ruhestand, hat jedoch seit 2009 einen Lehrauftrag für Europäische Geschichte des 19. Jahrhunderts am Institut des Sciences Politiques Paris, Campus franco-allemand in Nancy. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind Neuere westeuropäische Geschichte mit dem Schwerpunkt Vergleichende Verfassungsgeschichte, Geschichte der Antikenrezeption in Europa, und Moderne Stadtgeschichte.

Die von Uni und FH gemeinsam organisierte Ringvorlesung findet in diesem Semester zum elften Mal statt. Partner der Veranstaltung sind die Stadtverwaltung Erfurt, die Volkshochschule, das HELIOS Klinikum sowie die Thüringer Allgemeine als Medienpartner. Unterstützt wird die Reihe von der Universitätsgesellschaft Erfurt e.V. sowie der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Fachhochschule Erfurt e.V.  Die nächste Ringvorlesung gibt es am 1. Februar im Festsaal des Erfurter Rathauses. Dr. Hardy Eidam, Direktor des Stadtmuseums Erfurt, referiert dann zum Thema „Die langsame Verflüssigung der Bleiernen Zeit. Erfurt in den 80er-Jahren“.

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