Costa Rica Dschungel

Interview mit einer Studentin zum Auslandspraktikum in Costa Rica

Welches Land hast du besucht und für welchen Zeitraum warst du dort?

Ich war für insgesamt fünf Monate in Costa Rica und habe das Praktikum mit einem abschließenden einmonatigen Urlaub verknüpft.

Warum hast du dich für dein Gastland und die jeweilige Praktikumsschule entschieden?

Was Flora und Fauna betrifft ist kein Land auf so geringer Fläche so vielfältig wie Costa Rica. Hier gibt es alles: Vulkane, Gebirge, riesige Regenwälder, Nebenwälder, savannenartige Landstriche, Seen, Ozeane, traumhafte einsame Strände, ... die interessantesten Tiere sind wohl die Faultiere, Tukane, natürlich der Göttervogel Quetzal, Kolibris, der schöne blaue Morpho-Falter und so viele mehr. Hinzu kommen die Costa-Ricaner, die Ticos, die so unglaublich freundlich, aufgeschlossen und interessiert sind. Mit ihrer Lebenseinstellung "Pura Vida" können sie uns Deutschen noch eine Menge beibringen. Stress existiert, im Vergleich zu deutschen Verhältnissen, gar nicht. Sie nehmen alles gelassen, streiten nicht gern, sind rundum glücklich und genießen das Leben zu jedem Zeitpunkt.
Genau so gestaltete sich auch das Praktikum am Colegio Humboldt: bloooooß keinen Stress. Wir haben vergessen, einen Termin anzukündigen, aber heyy, Pura Vida! Manchmal wird es dann doch anstrengend, aber die freundliche Art, das nette Kollegium und die wunderbaren Kinder gleich das sofort wieder aus. Ich habe mich an einer Schule noch nie so wohl gefühlt wie hier, und das wirklich vom ersten Moment an. Es ist also ganz klar, warum ich mich für Costa Rica entschieden habe: dieses Land ist für die Naturliebhaber aber auch für die Party-Menschen unter euch definitiv ein Muss! 

Hast du dein Praktikum an einer einheimischen Schule oder einer Auslandsschule absolviert?

An einer deutschen Auslandsschule, dem Colegio Humboldt. Mein Spanisch ist nicht gut genug, um auf der Sprache zu unterrichten. Am Colegio Humboldt werden die Grundfächer Mathematik, Deutsch und Sachunterricht von Beginn der ersten Klasse an auf Deutsch unterrichtet.

Wie unterschied sich deine Schule im Ausland von denen in Deutschland? Wie haben die Schülerinnen und Schüler in deinem Gastland gelernt?

Die Schule war im Gegensatz zu den staatlichen deutschen Schulen wesentlich besser ausgerüstet: White-Board in jedem Raum, Schwimmbad, ein großer Sportplatz plus zwei Indoor-Sportplätze (Sporthalle trifft es nicht ganz, da es offene Plätze sind), eine große Mensa mit täglich wechselnden frischen Speisen zu sehr günstigen Preisen (und trotzdem definitiv sehr gut essbar), voll ausgestattete Musik-, Kunst- und Wissenschaftsräume und und und. Neben der Ausrüstung hat mich zudem beeindruckt, dass die Vertretung sehr gut strukturiert aufgebaut ist: wer Vertretung macht, bekommt das entsprechende Material vom fehlenden Lehrer zugesendet. So konnte auch ich kurzfristig (also zehn Minuten vor Unterrichtsbeginn) für eine fehlende Lehrkraft einspringen, ohne dabei Stress zu haben. Einfach super!
Wer gern frontal unterrichtet ist hier fehl am Platz. An dieser Schule wird gern auf Stationsarbeit, selbst-entdeckendes Lernen, Gruppen- und Partnerarbeiten und so weiter zurückgegriffen - eben alles, was NICHT frontal stattfindet. Die Kinder arbeiten dadurch bereits in der Grundschule sehr selbstständig und sind mit vielen verschiedenen Methoden vertraut.

Hast du ein besonderes Projekt begleitet oder geleitet?

Es kommt darauf an, was man unter "besonderes Projekt" versteht. Mein Projekt war der Aufbau einer 2. Klasse, die nach dem ersten Schuljahr überraschend einen Klassenlehrerwechsel durchmachen musste und anscheinend in der ersten Klasse nicht in der Schule war. Sozial- und Arbeitsverhalten? Was ist das? Es war unglaublich schön zu sehen, wie die Klasse nach und nach gewisse Regeln verinnerlichte und ständig wuchs. Was Klassenmanagement betrifft, hätte mir kein Seminar der Welt besser helfen können als diese Klasse.
Generell kann man als Praktikant an der Schule immer Vorschläge für Projektideen bringen oder eben an den vielen Projekten und festlichen Aktivitäten mitwirken. Wer sich austauben und Dinge ausprobieren will, ist an der Schule genau richtig.

War es einfach, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen?

Einfach ist überhaupt kein Wort! Ich bin aus dem Flughafen rausgestolpert, habe meinen Fahrer für die Nacht im ersten Hotel ausfindig gemacht und war schon im ersten Gespräch über mein Leben verwickelt. Die Ticos wollen alles wissen, ALLES! :D Es ist unglaublich toll - hier kann man auf der Straße einfach jemanden anquatschen und man wird nicht blöd angeguckt. Zur Info: die Ticos geben sehr gern ihre Handynummer raus. Das ist keine Anmache, das ist einfach ihre Art zu zeigen "Hey, du bist nett, wenn du Hilfe brauchst, ich kenn einen, der einen kennt, der dir bei dem und dem Problem oder bei der oder der Frage weiterhelfen kann." Wenn du hier in Costa Rica mit niemandem ins Gespräch kommst, sorry, dann stimmt was nicht mit dir. Mein Spanisch ist immer noch nicht sehr gut (es reicht gerade so für Small-Talk), aber selbst ich, die oft mal das Lächeln vergisst oder einfach nicht antwortet, weil ich in Gedanken war, wurde jedes Mal in ein interessantes oder lustiges Gespräch verwickelt. Die Ticos sind offen, herzlich, stets freundlich und interessiert. Solange du nicht sagst, dass du Costa Rica scheiße findest, wird dich jeder mögen.

Wie hoch waren die Lebenshaltungskosten an deinem Praktikumsort?

Costa Rica ist teurer als Deutschland, so viel sei schon mal gesagt. Bevor du herkommst, befrage Google zu den Preisen. Und bring als Frau Tampons mit - die gibts hier beispielsweise gar nicht. Es gibt hier die sogenannte Luxussteuer, die viele Produkte enorm teuer macht. Sonnencreme bekommst du beispielsweise für umgerechnet 15€ (400ml). Also informier dich und bringe gewisse Sachen aus Deutschland mit. Das betrifft Hygieneartikel, Arzneien, Kleidung, ... Lebensmittel musst du wohl oder übel hier kaufen, aber da ist es besser, zum Essen auszugehen. Wenn du ein normales Restaurant wählst, bezahlst du für das Essen so viel für das Essen, was du in deiner Unterkunft zubereitet hättest. Und du standest nicht stundenlang in der Küche. Ich war hier so oft außerhalb essen (quasi jeden zweiten Tag - Minimum) wie in meinem ganzen vorigen Leben nicht ^^
Schau auch vorher nach, wo du unterkommst. Und wenn du 3-Sterne-Hotel liest, gehe bitte NICHT von den deutschen Standards aus. Mein 3-Sterne-Hotel für die erste Nacht hätte man in Deutschland mit Wohlwollen als Jugendherbergs-Zimmer bezeichnet. Und das dann für stolze 60€ ist schon hart. Airbnb hilft da eher...

Also wenn du nach Costa Rica willst: informier dich genau, bringe die meisten Sachen aus Deutschland mit, hab ein bisschen Geld auf der Kante (nicht sooooo viel, aber so, dass du neben Miete und Nahrung ein kleines Taschengeld hast), Vergleiche immer die Preise, egal bei was und dann sorge dich nicht so viel. Pura Vida!

Was war die größte Herausforderung im Zusammenhang mit deinem Auslandsaufenthalt?

Das Hinkommen... Ich bin vorher noch nie allein gereist, war noch nie auf einem anderen Kontinent und bin noch nie geflogen. Ich hatte vorher noch nicht mal einen Flughafen von innen gesehen. Morgens um sechs ging mein Flieger, sodass ich einen Tag vorher nach Frankfurt musste und in einem Hotel übernachtete. In dieser Nacht hätte ich am liebsten einen Rückzieher gemacht, weil ich verdammt große Angst hatte und ich enorm an mir selbst und an dieser dummen Idee gezweifelt habe. Sobald ich aber in Costa Rica war und den Flughafen verlassen hatte, war es um mich geschehen. Ich fühlte mich vom ersten Moment an wohl (und das ist nicht übertrieben, ich meine es todernst). Ich fühle mich hier seit Woche 1 zu Hause - nicht "wie zu Hause", sondern "zu Hause", ja. Es ist so krass um mich geschehen, dass ich nicht mal mehr nach Deutschland zurück will. Du siehst also: Costa Rica ist keine Herausforderung, nicht mal für einen Grünschnabel wie mich. 

Was aus Deutschland hast du am meisten vermisst?

Ähhmmmm....nichts?

Naja, zugegeben, ab Monat drei hätte ich schon gern meinen Freund hier gehabt oder meine beste Freundin. Aber ich konnte gut auf sie verzichten, da das Wiedersehen ja bedeutete, dass ich wieder nach Deutschland müsste. Und ganz ehrlich: wer wacht schon gern aus einem wunderschönen Traum auf? Genau, niemand.
Deutsche Produkte gibts hier zu Hauf: Sei es das unglaublich leckere Himbeer-Vinaigrette von Kühne, Ritter-Sport, die Lindor-Kugeln von Lind oder das Bügelbrett von Leifheit. Costa Rica importiert fast alle Waren, deshalb ist es auch so teuer. Da kostet die Ritter-Sport eben 5€, aber wenn man nicht drauf verzichten will, muss man es eben nicht. PS: Ich habe in einem Einkaufsladen (speziell für deutsche Produkte) sogar Thüringer Rostbratwurst entdeckt. Die Ticos haben echt Geschmack. Und für die, die nicht aufs deutsche Brötchen verzichten wollen: es gibt ne deutsche Bäckerei (Mocapán), die originale deutsche Brötchen verkaufen. Gott, ich habe mich echt wie in Deutschland gefühlt, Sonntagmorgen am Frühstückstisch *-*
Die deutsche Lebenseinstellung vermisst man definitiv auch nicht. Und deutsche Partys? Was sind bitteschön deutsche "Partys"? Die Ticos wissen, wie man Party macht. In Deutschland finden man nur Lachnummern. 

Was vermisst du aus deinem Gastland?

Gott sei Dank bin ich noch hier. Aber ich weiß, was ich vermissen werde, da ich weiß, was ich in Deutschland verabscheuen werde. 

Mir wird die positive Lebenseinstellung fehlen, die Vielfalt, die Natur, meine Hausspinne Alice (erinnert ihr euch an die Spinne in Harry Potter und der Feuerkelch, an der Mad Eye Moody die unverzeihlichen Flüche verdeutlicht hat? So eine ist das! In Wirklichkeit völlig harmlos, da sie Licht hasst und überhaupt kein Gift besitzt) und meine drei Geckos - alles wild lebende Tiere, die sich im Laufe der Zeit (also bevor ich in die Wohnung gekommen bin) hier eingenistet haben.
Ich werde meine Gastfamilie vermissen, die Partys, die Grillen in der Nacht, die Ruhe, die Gelassenheit, ... Gut, dass es VPN-Server gibt, sonst würde ich auch das costaricanische Netflix vermissen (die haben hier einfach die besten Serien! Das deutsche Netflix ist nur ein billiger Abklatsch :/)
Ich werde die frischen Früchte unglaublich vermissen: die Bananen, Limonen und Mandarinen, die hinter meiner Wohnung wachsen, die Mangos, die hier einfach so saftig sind, dass einem der Saft in Strömen an den Händen runterfließt. Ich werde die frischen Melonen und Papayas vermissen. Und verdammt: diese Avocados!!! Ich gestehe: in Costa Rica bin ich avocado-süchtig geworden.
Im Grunde werde ich alles vermissen...verdammt. Ich hoffe, dass ich wieder herkommen kann. Aber dann für länger!

Was würdest du anderen empfehlen, die über einen Auslandsaufenthalt nachdenken? Welche drei Gründe sprechen dafür,sein Praktikum im Ausland zu absolvieren?

Drei Gründe? Was ist das denn? 

Ich zähle lieber drei Gründe auf, die dagegen sprechen:

  1. Du musst dich aus deiner Komfortzone rausbewegen.
  2. Du musst deine bisherige Studenten- und Lebensroutine durchbrechen.
  3. Du musst etwas riskieren. Wenn du gehst, dann kannst du nicht eben Mama anrufen und sie kommt, um dich zu trösten. Wenn du gehst, dann kannst du nicht jeden Tag mit deinem Freund oder deiner/m Besten quatschen, weil du (sofern du nicht in Europa bleibst) eine gewisse Zeitverschiebung hast. Hier in Costa Rica sind es immer sieben oder acht Stunden (je nach der Zeit in Deutschland).

Wenn dich diese drei Gründe gegen ein Auslandspraktikum nicht abschrecken, wenn du was Neues sehen und erleben, eine neue Kultur, neue Menschen kennenlernen und über dich hinauswachsen willst, dann MACH ES und GEH!!! Was hast du zu verlieren? Deutsche Schulen kennst du ja schon und das deutsche Leben auch.

Was hast du aus deinem Land mitgenommen oder gewonnen? Erfahrungen, Gegenstände, Freunde oder Inspirationen? 

Ich werde zu viel mitnehmen als dass ich hier aufzählen kann. Einige wenige Beispiele:
Eine neue Lebenseinstellung: Pura Vida! Das bedeutet im Einzelnen: Ich mache mir keinen Stress. Was ich schaffe, das schaffe ich, was nicht, das nicht. Ich gebe mir immer die größte Mühe, aber wenn es nicht reicht, tja, Pech. Ist dann so. Kann ich es ändern oder hätte ich es besser machen können? Nein. Also mache ich mir keine tiefergehenden Gedanken. Zeit ist Geld? Gott, wo lebst du denn?! MEIN Leben steht an erster Stelle, das was ich mag, das was ich bin, nicht das, was andere von mir erwarten. Ich lebe mein Leben, ich genieße es, ich mache das, worauf ich Lust habe und ich mache es wann ich will. Ich bin glücklich und ziehe keine Fresse wie sieben Tage Regenwetter. Wenn ich mit jemandem sprechen will, dann quatsche ich ihn an (wird in Deutschland schwer und deprimierend, aber egal, ich mache es, weil es gesund ist. Menschen sind sozial, vergessen?) Ich sehe das Positive im Leben, auch in Momenten, in denen das Negative überwiegt. Ich hoffe, ihr habt einen Eindruck gewonnen, was Pura Vida bedeutet. Es gehört noch viel mehr dazu, aber das war das Wichtigste,
eine sehr gute Freundin. Die liebe Anais aus der Schweiz, mit der ich auch jetzt noch Kontakt habe, wo wir uns nicht jeden Tag im Klassenzimmer sehen.
Eine Costa Rica Tasse. - Zu meiner Verteidigung: ich habe sie geschenkt bekommen!
Meine ersten beiden spanischsprachigen Bücher *-*
Tausende schöne Erinnerungen, viele davon als Bild festgehalten, aber nicht annähernd so schön wie in echt.
Um die Hundertsechzig Journal-Einträge plus Bilder im Discord, die ich in Deutschland als Buch zusammenstellen und für mich drucken lassen werde.
Das Wissen, was ich im Leben wirklich will (ich dachte in Deutschland, dass ich es wüsste, habe hier aber gemerkt, dass ich völlig falsch lag): ich will reisen, die Welt sehen, ein paar Jahre hier wohnen und ein paar Jahre dort. Und jetzt kommt das unglaublich Schöne: als Lehrerin kann ich das ohne Probleme *-* 

Costa Rica Schule

In­ter­view mit Benny Linse zum Aus­lands­prak­ti­kum in Costa Rica

Welches Land hast du besucht und für welchen Zeitraum warst du dort?

Land: Costa Rica
Zeitraum: 19.06. - 11.07.20

Warum hast du dich für dein Gastland und die jeweilige Praktikumsschule entschieden?

Ich habe auf der Ballreise 2018 zur Fußballweltmeisterschaft mit Spirit of Football e.V. den Leiter des Friedrich Ebert Stiftungsbüro in Moskau kennengelernt, der ein Jahr später die Leitung in Zentralamerika (mit Sitz in Costa Rica) für fünf Jahre übernommen hat. Durch häufigeren Kontakt mit dieser Person begann ich mich mit den mir noch unbekannten Zentralamerika intensiver zu beschäftigen, um mir dann die Frage zu stellen: Warum eigentlich nicht ein halbes Jahr dort zu verbringen? Der Rahmen durch die Richtlinien des KSPs war gesteckt, sodass ich relativ zügig Kontakt zur deutschen Schule dort aufnahm. Die schnelle und unkomplizierte Kommunikation mit der Schule ließ mich diesen Schritt dann wagen. 

Hast du dein Praktikum an einer einheimischen Schule oder einer Auslandsschule absolviert?

An einer deutschen Auslandschule.

Wie unterschied sich deine Schule im Ausland von denen in Deutschland? Wie haben die Schülerinnen und Schüler in deinem Gastland gelernt?

Meine gewählte Praktikumsschule glänzte durch ihr mehr oder weniger "elitäres" Auftreten. Die SchülerInnen wurden direkt an die Schuleingangstür gebracht und von dort aus von den KlassenlehrerInnen empfangen. Die ca. 100 päd. Angestellten der Einrichtung mussten einen separaten Eingang nutzen und wurden kontrolliert. Schuluniformen mussten alle SchülerInnen tragen, dies kannte ich aus meinen vorherigen Schulen nicht. Den SchülerInnen wurde ein vielfältiges und breites Angebot von AGs und Freizeitbeschäftigungen angeboten. Dieser "Rundumservice" der SchülerInnen war für mich neu und zum Teil beeindruckend. 

Hast du ein besonderes Projekt begleitet oder geleitet?

Aufgrund von Corona mussten geplante Projekte leider abgesagt werden.

War es einfach, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen?

Ja ich denke, mein Glück war es, dass ich in einer costa-ricanischen Gastfamilie untergebracht war. Im Vergleich zu anderen PraktikantInnen konnte ich so die spanische Sprache intensiver und vor allem das costa-ricanische Familienleben besser kennenlernen.  Ein Großteil der KollegInnen waren in sogenannten Condominios wohnhaft. Dies sind abgrenzte Wohnbereiche und gesicherte Siedlungen. 

Wie hoch waren die Lebenshaltungskosten an deinem Praktikumsort?

Trotz meiner vorherigen Recherche diesbezüglich war ich überrascht, wie teuer Lebensmittel und Sachgegenstände tatsächlich sind. Es macht also Sinn, sich mit Einheimischen zu verständigen und die "Bauernmärkte" zu besuchen. Dort gibt es eine jede Menge Obst und Gemüse zu fairen Preisen. 

Was war die größte Herausforderung im Zusammenhang mit deinem Auslandsaufenthalt?

Neben vielen kleinen Herausforderungen und Hürden (wie z. B.  dem Anpassen an die neue Kultur und die Sprache) war wohl die Größte, in der dynamischen und ungewissen Zeit von Corona sich nicht hängen zu lassen und nach Lösungen zu suchen. Das klingt eventuell etwas "abgedroschen", aber ich habe stets und ständig versucht meine Hilfe und Unterstützung den anderen LehrerInnen anzubieten. An der Gesamtsituation, die natürlich mehr als schwierig war und ist, konnte ich natürlich nichts ändern). 
Ich fühlte mich tatsächlich (besonders nach der Info, dass die Schule schließt) etwas verloren, hab aber im Anschluss meine Chance erkannt.

Was aus Deutschland hast du am meisten vermisst?

Gutes Brot.

Was vermisst du aus deinem Gastland?

Die Lockerheit und die Positivität der Ticos. (Einheimische)

Was würdest du anderen empfehlen, die über einen Auslandsaufenthalt nachdenken? Welche drei Gründe sprechen dafür,sein Praktikum im Ausland zu absolvieren?

  1. Das Erweitern des eigenen Portfolios (Erweiterung von Stärken und auch Schwächen).
  2. Inspiration durch neue Begegnungen mit Menschen aber auch Orten.
  3. Das Verlassen der "Komfort-Zone"(Heimat; Freunde, Bekanntes) kostet natürlich Überwindung, aber du kommst mit jeder Menge neuer Eindrücke zurück und lernst dein altes Leben auch ein stückweit wertzuschätzen.

Was hast du aus deinem Land mitgenommen oder gewonnen? Erfahrungen, Gegenstände, Freunde oder Inspirationen? 

Neben unvergesslichen Erfahrungen, einzigartigen Eindrücken, neuen Freunden habe ich besonders vielfältige Inspiration für meinen neuen Lebensabschnitt gewonnen. Durch das Wagen in eine mehr oder weniger fremde Welt, verlierst du nicht dein vorheriges Leben, du machst es stattdessen kostbarer und einzigartiger. Du erweiterst sozusagen deine gemütlich eingerichtete Lebenswelt mit neuen Impulsen. Bei mir war es besonders, die Art wie die Menschen mit vermeintlichen Niederlagen/Enttäuschungen umgehen. Diese Lockerheit (nach dem Motto: Pura Vida, alles wird gut) würde ich gern teilweise übernehmen. Aber auch die einzigartige Natur und Tierwelt bleibt prägend zurück und hat mich verändert.