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Interview mit Julia Bredemeier zum Auslandspraktikum in Dublin

Welches Land hast du besucht und für welchen Zeitraum warst du dort?

Von Anfang März bis Ende Juni 2018 durfte ich mich im wunderschönen Irland aufhalten.

Warum hast du dich für dein Gastland und die jeweilige Praktikumsschule entschieden?

Da eines meiner späteren Unterrichtsfächer Englisch ist, wollte ich gerne in ein englischsprachiges Land gehen - in Europa sind die Einreise-/Aufenthaltsbedingungen recht einfach, in England und Schottland war ich schon und nach Irland wollte ich sowieso gerne mal fahren. Also habe ich einfach mal in St. Kilian's angefragt ...

Hast du dein Praktikum an einer einheimischen Schule oder einer Auslandsschule absolviert?

St. Kilian's ist die Deutsche Schule in Dublin

Wie unterschied sich deine Schule im Ausland von denen in Deutschland? Wie haben die Schülerinnen und Schüler in deinem Gastland gelernt?

Das ist schwierig zu sagen, da ja generell beinahe jede Schule unterschiedlich ist und die Konzepte und Ansätze das Lernen der Schüler bestimmen. Eindeutig unterschiedlich war die herrschende Zweisprachigkeit - es ist wirklich beeindruckend, wie einige Kinder einfach zwischen Deutsch und Englisch wechseln können. Zum Deutsch- und Sachunterricht war in Muttersprachen- und Fremdsprachenunterricht unterteilt, Kunst wurde zweisprachig unterrichtet, alle anderen Fächer in der Landessprache. Für mich neu waren außerdem 40 minütige Stunden, von denen je drei ohne Pause (aber mit Raumwechseln und unterschiedlichen Fächern) aneinander gereiht waren und der Grundschulunterricht bis Klasse 6.

Hast du ein besonderes Projekt begleitet oder geleitet?

Ob es so besonders war, weiß ich nicht, aber eine weitere Praktikantin und ich durften bei der Aufführung der Vorschulkinder auf der Abschlussfeier der Absolventen helfen. Gemeinsam haben wir außerdem eine Unterrichtsreihe zum Thema Märchen für den muttersprachlichen Deutschunterricht der Klasse 3 gestaltet - Teamteaching und Testerstellung waren interessante Erfahrungen. Zum Abschluss bekam jedes Kind ein Buch mit den von der Klasse in Gruppen verfassten, aufgeführten und illustrierten Märchen.

War es einfach, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen?

Da ich in einer irischen Gastfamilie mit drei kleinen Kindern gelebt habe, kam ich mit der Nanny, der Granny, einigen Verwandten und Freunden immer mal ins Gespräch. Ansonsten arbeiteten in der Schule auch irische Lehrer, von denen man in den Pausen mit einigen ins Gespräch kam. Davon abgesehen habe ich eher wenige Einheimische kennengelernt, was aber daran gelegen haben mag, dass wir zwei Praktikantinnen meist zusammen unterwegs waren ...

Wie hoch waren die Lebenshaltungskosten an deinem Praktikumsort?

Hoch! Zum Glück gab es Lidl mit erschwinglichen Preisen, aber alleine eine Unterkunft in Dublin zu finden, die bezahlbar ist, gestaltet sich recht schwierig.

Was war die größte Herausforderung im Zusammenhang mit deinem Auslandsaufenthalt?

Abgesehen davon, dass aufgrund des Anfang März herrschenden Schneetreibens in Irland der Flug zweimal gecancelt worden war, was die Anreise etwas erschwerte, war es tatsächlich am schwierigsten, eine Unterkunft zu finden! Bereits ein Jahr vor Praktikumsbeginn hatten wir Aushänge in der Schule gemacht, auf sämtlichen Websites geschaut und bei der Botschaft gefragt ... erst vor Ort konnten wir aber nach einigen Tagen im Air B'n'B durch tolle Unterstützung der Schule etwas finden!

Was aus Deutschland hast du am meisten vermisst?

Ganz ehrlich? Meine eigenen vier Wände und Brot!!!

Was vermisst du aus deinem Gastland?

Von der englischen Sprache umgeben zu sein und die witzigen "look right" oder "look left" Angaben auf der Straße an den Fußgängerampeln.

Was würdest du anderen empfehlen, die über einen Auslandsaufenthalt nachdenken? Welche drei Gründe sprechen dafür, sein Praktikum im Ausland zu absolvieren?

Auf jeden Fall würde ich zu einem Auslandsaufenthalt raten, weil ...

1. Wann sonst bekommt man die Chance, einen Einblick in das Schulleben und
    die Kultur eines anderen Landes zu erhalten?

2. gleichzeitig berufliche, sprachliche und persönliche Erfahrungen über eigene
    Kompetenzen, Stärken und Schwächen gesammelt werden können

3. es die letzte Möglichkeit vor dem "richtigen" Berufsleben ist, einfach mal aus dem
    Alltag auszubrechen und eine ganz neue Welt kennenzulernen, ohne aber
    "nichts" zu tun

Was hast du aus deinem Land mitgenommen oder gewonnen? Erfahrungen, Gegenstände, Freunde oder Inspirationen?

Ganz viele tolle Erinnerungen an Erlebnisse, Land und (vor allem kleine) Leute, zahlreiche Anreize für meinen späteren Unterricht, unheimlich viele englische (Kinder-)Bücher und eine etwas gelassenere Sichtweise auf den Alltag - eine unvergessliche Zeit, die ich nicht missen möchte!

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Interview mit Antonia Groß zum Auslandspraktikum in Dublin

Welches Land hast du besucht und für welchen Zeitraum warst du dort?

Ich war für fast 6 Monate in der irischen Hauptstadt Dublin.

Warum hast du dich für dein Gastland und die jeweilige Praktikumsschule entschieden?

Für einen längeren Zeitraum in Irland zu leben, war schon seit einigen Jahren ein Traum von mir. Meine Großeltern leben in Irland und überdies habe ich einige sehr gute Freunde dort. Diese leben jedoch nicht direkt in Dublin, sondern ziemlich ländlich, etwa zwei Stunden entfernt von dort. Jedoch wollte ich mein Praktikum gerne in Dublin machen, da mir das Großstadtleben sehr gefällt.
Für die Praktikumsschule habe ich mich zum Einen entschieden, weil sie relativ zentrumsnah in Dublin gelegen ist und zum Anderen, weil sie ziemlich multikulturell ist.

Hast du dein Praktikum an einer einheimischen Schule oder einer Auslandsschule absolviert?

Ich habe das Praktikum an einer einheimischen irischen Grundschule absolviert.

Wie unterschied sich deine Schule im Ausland von denen in Deutschland? Wie haben die Schülerinnen und Schüler in deinem Gastland gelernt?

Die irischen Kinder kommen in der Regel schon mit 4 Jahren in die Schule und besuchen dann zuerst ein Jahr eine "Junior Infant"- Klasse, im Anschluss daran eine "Senior Infant"- Klasse und dann erst die 1. Klasse. Die Grundschule geht bis zur 6. Klasse, dementsprechend sind die Schülerinnen und Schüler dann insgesamt für 8 Jahre in der Grundschule. Der Unterricht in den Infant - Klassen ist spielerischer und kürzer als der, der restlichen Klassen. Jedoch lernen die Kinder auch schon schreiben, lesen und rechnen. Sie basteln und malen sehr viel und lernen auch Inhalte des Sachunterrichts.

Hast du ein besonderes Projekt begleitet oder geleitet?

Ich habe während meines Praktikums Schülerinnen der 5. und 6. Klasse Förderunterricht gegeben.

Die Deutsch-AG, die in vergangenen Schuljahren teilweise stattgefunden hatte, konnte aus organisatorischen Gründen leider nicht statt finden.

War es einfach, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen?

Ich habe in einer WG mit 4 Mexikaner (3 Jungs und einem Mädchen) gewohnt und schnell über diese Kontakte geknüpft. Zusätzlich waren an der Schule noch mehr ausländische Praktikantinnen und Praktikanten, mit welchen ich viel Zeit in meiner Freizeit verbrachte. Dublin ist eine sehr multikulturelle Stadt, aufgrund meiner WG und den anderen Praktikanten an der Schule hatte ich in Dublin Kontakt zu Menschen aus aller Welt.
Wie schon erwähnt, leben meine Großeltern auch in Irland und bei ihnen in der Nähe auch irische Freunde von mir. Dort war es sehr einfach mit anderen Einheimischen in Kontakt zu kommen. Im Allgemeinen sind Iren sehr freundlich und offen.

Wie hoch waren die Lebenshaltungskosten an deinem Praktikumsort?

Die Lebenshaltungskosten in Dublin sind um einiges höher als in Erfurt und auch als in anderen Städten in Deutschland. Der Wohnungsmarkt in Dublin ist eine Katastrophe, viele Studenten teilen sich ein Zimmer, um eine geringere Miete zu zahlen.
Ich hatte sehr viel Glück mit meiner WG. Ich hatte ein Einzelzimmer für etwa 450€ im Monat. Dieser Preis ist überaus gut für Dublin. Eine Freundin von mir hatte sich zum Beispiel ein Zimmer mit zwei anderen Mädchen geteilt und musste für dieses Zimmer 380€ im Monat zahlen. Eine andere wiederum hatte ein Einzelzimmer für rund 700€ im Monat. Zusätzlich sind Essen und Trinken-gehen auch teurere als in Deutschland. Für ein Pint Bier zahlt man in der Regel so zwischen 5€ und 7€.

Was war die größte Herausforderung im Zusammenhang mit deinem Auslandsaufenthalt?

Eine größere Herausforderung war es zu Beginn, eine bezahlbare Unterkunft für die 6 Monate zu finden. Im Enddefekt hatte ich jedoch sehr viel Glück und habe eine sehr nette WG gefunden.

Was aus Deutschland hast du am meisten vermisst?

Ich habe am meisten meine Freunde und meine Familie vermisst.

Was vermisst du aus deinem Gastland?

Ich vermisse meine Mitbewohner, welche innerhalb der fast 6 Monaten zu richtig guten Freunden geworden sind. Überdies vermisse ich in der Regel alle meine Freunde dort. Ebenso vermisse ich meine Arbeit an der irischen Grundschule, ich habe mein Praktikum dort sehr genossen. Ich vermisse auch meine Kolleginnen und meine Schülerinnen und Schüler an der Schule.

Was würdest du anderen empfehlen, die über einen Auslandsaufenthalt nachdenken? Welche drei Gründe sprechen dafür, sein Praktikum im Ausland zu absolvieren?

Wenn man über einen Auslandsaufenthalt nachdenkt, sollte einem von Beginn an bewusst sein, dass vieles im Ausland anders sein wird. Man sollte sehr offen sein und möglichst unvoreingenommen dem Ausland gegenüber stehen.

  1. Das Kennenlernen von einer Schule im Ausland und dem Schulsystem dort.
  2. Das Verbessern der sprachlichen Fähigkeiten.
  3. Einmalige praktische Erfahrungen.

Was hast du aus deinem Land mitgenommen oder gewonnen? Erfahrungen, Gegenstände, Freunde oder Inspirationen?

Ich habe einige echt gute Freunde in Irland gewonnen. Aktuell bin ich mir sicher, dass dabei auch einige Freunde fürs Leben dabei sein werden.
Ebenso habe ich nochmals meine englisch Kenntnisse verbessern können.
Zusätzlich habe ich in meinem Praktikum viele Unterrichtserfahrungen sammeln können. Ich habe viel bezüglich Klassenführung lernen können und Erfahrungen im Unterrichten und Erziehen von älteren Schülerinnen sowie jüngeren Schülerinnen und Schülern sammeln können.
Nach diesem Praktikum fühle ich mich jetzt nun bereit, als Lehrerin zu arbeiten.