GIST Toronto

Interview mit Luisa Reiche zum Auslandspraktikum in Toronto

Welches Land hast du besucht und für welchen Zeitraum warst du dort?

Ich war von Ende August 2019 bis Anfang Februar 2020 in Toronto an der German International School. 

Warum hast du dich für dein Gastland und die jeweilige Praktikumsschule entschieden?

Ich wollte schon länger gerne mal einige Zeit in Kanada verbringen und außerdem ist gerade die Zweisprachigkeit des Landes für mich als zukünftige Französischlehrerin interessant. 

Hast du dein Praktikum an einer einheimischen Schule oder einer Auslandsschule absolviert?

Ich war an einer Auslandsschule, die sich sowohl an dem kanadischen Curriculum als auch dem Thüringer Lehrplan orientiert hat. 

Wie unterschied sich deine Schule im Ausland von denen in Deutschland? Wie haben die Schülerinnen und Schüler in deinem Gastland gelernt?

Der kanadische Einfluss war schon sehr stark zu spüren, in erster Linie natürlich daran, dass es einige SchülerInnen gab, die Deutsch als Fremdsprache erst einmal lernen mussten. Die Hauptfächer wurden stets zweisprachig gestaltet. Außerdem gab es mehr Nachmittagsangebote. 

Hast du ein besonderes Projekt begleitet oder geleitet?

Ich hatte meine eigene Französisch-AG, mit der ich zum Christmas Bazar auch aufgetreten bin. 

War es einfach, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen?

Ja, die KanadierInnen machen es einem wirklich sehr leicht, Kontakt aufzunehmen. Sie sind sehr herzlich, hilfsbereit und sehr interessiert. Toronto ist auch sehr multikulturell, wo Menschen aus aller Welt aufeinander treffen. Ich habe mich in der Stadt sehr schnell zuhause gefühlt. 

Wie hoch waren die Lebenshaltungskosten an deinem Praktikumsort?

Die Lebenserhaltungskosten waren insgesamt sehr hoch. Ich hatte zum Glück ein Stipendium für Lehramtsstudierende von dem DAAD, das mir finanziell wirklich sehr geholfen hat. Die Mietkosten in Toronto explodieren gerade und auch Lebensmittel sind etwas teurer als in Deutschland. 

Was war die größte Herausforderung im Zusammenhang mit deinem Auslandsaufenthalt?

Die größte Herausforderung war es, die Universität und die damit verbundenen Pflichten nicht völlig aus den Augen zu verlieren. Ich war in der Schule sehr eingespannt, dazu kam die Zeitverschiebung und auch über Weihnachten nicht in Deutschland, deshalb konnte ich meine Masterarbeit auch nicht anmelden. Ich hätte mir etwas mehr Entgegenkommen von der Uni gewünscht und kann aber auch nur jedem raten, eine Lösung für die Masterarbeit zu finden, auch wenn ihr gerade mitten in der Planung für das KSP seid. 

Was aus Deutschland hast du am meisten vermisst?

Die Familie und FreundInnen zuhause vermisst man natürlich immer aber ansonsten hat mir nichts gefehlt.  

Was vermisst du aus deinem Gastland?

Ich vermisse defintiv die aufgeschlossene Art der KanadierInnen, die wunderschöne Natur, meine SchülerInnen in der Klasse, in der ich gearbeitet habe und auch die Menschen, die ich während meiner Zeit dort kennenlernen konnte. 

Was würdest du anderen empfehlen, die über einen Auslandsaufenthalt nachdenken? Welche drei Gründe sprechen dafür, sein Praktikum im Ausland zu absolvieren?

Es sprechen meiner Meinung nach so viele Dinge dafür: Erstens macht man natürlich viele Erfahrungen, die einen nicht nur „beruflich“ weiter bringen, sondern vor allem auch persönlich. 
Zweitens unterscheidet sich die Arbeit und der Alltag an einer Auslandsschule in vielen Bereichen schon sehr von einer Grundschule in Deutschland. Dies zu sehen war sehr spannend und wird auch mein Arbeiten in Zukunft beeinflussen. Ich konnte auch viel über das kanadische Schulsystem lernen und ich habe mir so einiges abgeschaut. Außerdem führt so ein direkter Vergleich natürlich auch dazu, dass man Herangehensweisen und Methoden noch einmal ganz anders hinterfragt. 
Drittens ist es eine einmalige Gelegenheit während des Studiums herauszufinden, ob eine Arbeit im Ausland perspektivisch in Frage kommen könnte. 

Was hast du aus deinem Land mitgenommen oder gewonnen? Erfahrungen, Gegenstände, Freunde oder Inspirationen?

Ich habe sehr viele unvergessliche Erfahrungen machen und Freundschaften aufbauen können. 
Außerdem bin ich mit einem Ordner voll mit Unterrichtsmaterialien zurückgekehrt, die ich alle auch gut im Ref einsetzen kann.