apl. Prof. Dr. Andreas Lindner - Dissertationsprojekt Ulrich Prell

Ulrich Prell

 Biographische Daten:

  • Ulrich Prell, geboren am 19.11.1956 in Gera
     
  • Theologiestudium in Leipzig: 1980 - 1985, Diplomarbeit über das Thema: „Evangelische und katholische Kirchenausstattungen des Barock im Kreis Worbis – Darstellung und Vergleich“
     
  • Vikariat, Zweites Theologisches Examen und Ordination: 1985 - 1987
     
  • Pfarrstelle Hohenleuben: 1989 - 1996
     
  • Schulbeauftragter der EKM für Ostthüringen seit 1996

 

Veröffentlichung:

Prell, Ulrich: Schulprojekte im und um den Religionsunterricht, in: Michael Domsgen; Matthias Hahn (Hrsg.): Kooperation von Kirche und Schule. Perspektiven aus Mitteldeutschland, Münster 2010, S. 119 - 125.
 

 Dissertations-Projekt:

"Die Dorfschulordnungen der pietistischen Reichsherrschaften Reuß jüngerer und älterer Linie und ihre Umsetzung als Beitrag zur Interdependenz von Pietismus und Bildung im 18. Jahrhundert."

Untersucht werden Schulordnungen in den reußischen Herrschaften älterer und jüngerer Linie unter besonderer Berücksichtigung des Pietismus für die Erziehung der Jugend.

Obwohl beide Dynastien einer Linie der Herren und Vögte von Plauen entstammten und sich nach der Katastrophe des Schmalkaldischen Krieges wieder einen Teil ihrer Erblande sichern konnten, entwickelten sich beide Herrschaften nach einer ersten Teilung zu völlig eigenen Staaten. In der Folge wirkten sich weitere Teilungen trotz Einführung der Primogenitur am Ende des 17. Jahrhunderts bis in das 19. Jahrhundert hinein aus.

Die Territorien beider Dynastien wiesen einen stark ländlichen Charakter mit nur wenigen kleinen Städten auf, so dass neben einer bedeutenden, gemeinsamen Landesschule in Gera der Fokus einer wissenschaftlichen Untersuchung auf der breiten Bildung und Erziehung in den Dorfschulen liegen muss.

Viele Vertreter beider reußischer Häuser standen dem halleschen Pietismus sehr nahe, so dass auch ihre schulorganisatorischen Bemühungen unter dieser Frömmigkeit zum Teil bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts erkennbar sind.

Eine Geschichte des reußischen Schulwesens gibt es bisher nicht, so dass mit der Dissertation ein wesentlicher Teil dieses Desiderates zwischen 1651 bis ca. 1835 anhand der Dorfschulordnungen aufgearbeitet wird und damit ein Beitrag zur Erforschung der Interdependenz von Pietismus und Bildung und Erziehung in Mitteldeutschland geleistet werden kann.