Dr. Frank Renkewitz

Akademischer Rat an der Professur für Sozial-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie
Mitarbeitergebäude 1 / Raum 814
Sprechzeiten
Derzeit beurlaubt (Vertretungsprofessur an der HSU Hamburg)
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Vita

Seit 2008 Akademischer Rat, Fachgebiet Psychologie der Universität Erfurt
2005-2008 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Sozial-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie an der Universität Erfurt
2004 Promotion an der Universität Chemnitz (Dr. rer. nat.)
2000-2005 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Forschungsmethodik und Evaluation in der Psychologie, Universität Chemnitz
1999-2000 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt „Beeinflussung von Häufigkeitsschätzungen“, Universität Paderborn
1997-1999 Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Kognitive Psychologie, Universität Paderborn
1997 Diplom in Psychologie an der Universität Münster

Forschungsinteressen

  • Publication Biases und statistische Methoden zu ihrer Aufdeckung
  • Gedächtnisprozesse bei multi-attributiven Entscheidungen
  • Risikowahrnehmung bei Impfentscheidungen

Meine Forschungsinteressen untergliedern sich in zwei Bereiche. Unter methodischen Gesichtspunkten beschäftige ich mich mit sogenannten Publication Biases. Derartige Biases liegen vor, sofern bestimmte Forschungsergebnisse mit größerer Wahrscheinlichkeit veröffentlicht werden als andere. Ein wesentliches Kriterium für die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen ist statistische Signifikanz – statistisch signifikante Ergebnisse werden eher veröffentlicht als nicht-signifikante. Dies kann dazu führen, dass die Literatur einen falschen Eindruck über die Stabilität, Größe und Existenz von Effekten vermittelt. Unsere Forschung (gemeinsam mit Heather Fuchs) zielt nun darauf ab, statistische Methoden zur Aufdeckung von Publication Biases zu evaluieren und weiterzuentwickeln. Zugleich setzen wir diese Methoden ein, um zu ermitteln, ob und in welchem Ausmaß Publication Biases in der Psychologie vorkommen.

Meine inhaltlichen Forschungsinteressen liegen im Bereich Urteilen und Entscheiden. Hier beschäftige ich mich zum einen mit Gedächtnisprozessen bei multi-attributiven Entscheidungen. Welche Informationen erinnern wir, wenn wir zwischen Alternativen wählen? Wie beeinflusst die Menge der erinnerten Information, wie wir entscheiden und zu welchem Ergebnis wir dabei gelangen? Um solche Fragen zu beantworten, ist es zunächst wichtig, die im Entscheidungsprozess erinnerte Information erfassen zu können. Hier setzt nun unsere aktuelle Forschung an (gemeinsam mit Georg Jahn). Wir entwickeln eine Methode, die aus Blickbewegungen erschließt, welche Informationen im Entscheidungsprozess erinnert werden. Die Methode nutzt den Umstand, dass Menschen beim Erinnern visuell präsentierter Information ihren Blick vermehrt auf die Stelle richten, an der die fragliche Information präsentiert wurde.

Schließlich erforsche ich im Themengebiet Urteilen gemeinsam mit Cornelia Betsch die Risikowahrnehmung bei Impfungen. Insbesondere untersuchen wir, ob und wie Einzelfallberichte über Impfnebenwirkungen – wie sie im Internet vielfach zu finden sind – die Risikowahrnehmung beeinflussen, wenn zeitgleich statistische Informationen über die tatsächliche Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen vorliegen.

 

Publikationen

  • Renkewitz, F. & Keiner, M. (in press). How to detect publication bias in psychological research? A comparative evaluation of six statistical methods. Zeitschrift für Psychologie. (Preprint: https://psyarxiv.com/w94ep/)
  • Sedlmeier, P. & Renkewitz, F. (2018). Forschungsmethoden und Statistik für Psychologen und Sozialwissenschaftler. (3. aktualisierte und erweiterte Aufl.). München: Pearson Studium.
  • Open Science Collaboration (2015). Estimating the reproducibility of psychological science. Science, 349(6251). https://doi.org/10.1126/science.aac4716
  • Renkewitz, F. & Jahn, G. (2012). Memory Indexing: A novel method for tracing memory processes in complex cognitive tasks. Journal of Experimental Psychology: Learning, Memory and Cognition, 38(6), 1622-1639. https://doi.org/10.1037/a0028073

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