Universität Erfurt

Forschungsstelle für Kirchliche Zeitgeschichte Erfurt (FKZE)

Forschungsstelle für Kirchliche Zeitgeschichte Erfurt (FKZE)

Die katholische Kirche auf dem Gebiet der neuen Bundesländer ist seit der Reformation eine Minderheitenkirche gewesen. Erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie quantitativ durch verschiedene Zuwanderungen, vor allem aus katholischen Teilen Deutschlands und Europas, bedeutsam. Infolge der Fluchtbewegungen zum Ende des Zweiten Weltkrieges sowie der sich anschließenden politischen Umbrüche änderte sich die Situation für die katholische Kirche in diesem Raum grundsätzlich, ohne dass sie aber den Charakter einer Diasporakirche je verloren hätte.

Die historische Beschäftigung mit der katholischen Kirche im sozialistischen Staat DDR ist deshalb bedeutsam, weil sie, wie die evangelischen Schwesterkirchen, – aufgrund der unüberbrückbaren weltanschaulichen Differenz – „Fremdkörper“ im Staat und unentwegt antikirchlicher Propaganda ausgesetzt war. Massive Einschränkungen für Seelsorge und Caritas, staatliche Überwachung sowie Monopolisierung des staatlichen Erziehungswesens waren u.a. Mittel der SED-Kirchenpolitik. Mögliche historische Wurzeln des heutigen „mitteldeutschen Katholizismus“ und die Entwicklung von einer „Flüchtlingskirche“ zur katholischen Kirche in der DDR gilt es, wissenschaftlich zu erforschen.

Vom „Seminar“ zur „Forschungsstelle“
Als einziger Ausbildungsstätte für katholische Theologinnen und Theologen in der ehemaligen DDR erwächst der heutigen Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt eine besondere Verpflichtung zur Erforschung der Geschichte der katholischen Kirche in der SBZ/DDR. Am 26. Mai 1993 wurde am Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit des damaligen Philosophisch-Theologischen Studiums in Erfurt ein Seminar für Zeitgeschichte „zum Zwecke einer effizienten Aufarbeitung der Geschichte der katholischen Kirche in der SBZ und in der DDR“ – wie der Beschluss der Bischofskonferenz lautete – gegründet. Nach personeller, räumlicher und finanzieller Ausstattung nahm es am 1. März 1995 offiziell seine Tätigkeit auf.

Das von den Bischöfen gewünschte, geförderte und seitdem erfolgreich arbeitende Seminar wurde bei der Integration der Theologischen Fakultät 2003 zunächst nicht Teil der Universität Erfurt, sondern blieb weiterhin in (ost-)bischöflicher Trägerschaft. Erst zum 1. Januar 2007 wurde es – unter dem neuem Namen „Forschungsstelle für kirchliche Zeitgeschichte an der Universität Erfurt“ (FKZE) – als Drittmittelprojekt Teil des Lehrstuhles für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit. Seitdem leistet die FKZE neben ihren spezifischen Aufgaben einen entscheidenden Beitrag zur Pluralität der Perspektiven sowohl innerhalb der Katholisch-Theologischen Fakultät als auch im Bereich des universitären Schwerpunktes „Religion“.

Navigation

Untermenü

Werkzeugkiste

Nutzermenü und Sprachwahl