Universität Erfurt

Forschungsstelle für Kirchliche Zeitgeschichte Erfurt (FKZE)

Forschungsstelle für Kirchliche Zeitgeschichte Erfurt (FKZE)

Studientag: „Pazifisten – Querdenker – Christen. Die Bausoldaten in der DDR“

Studientag:

Pazifisten – Querdenker – Christen
Die Bausoldaten in der ehemaligen DDR

Die Forschungsstelle für kirchliche Zeitgeschichte an der Universität Erfurt (FKZE) lädt in Kooperation mit dem Katholischen Forum des Bistums Erfurt und der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen am Samstag, 9. März, zu einem Studientag unter dem Titel „Pazifisten – Querdenker – Christen. Die Bausoldaten in der DDR“ nach Leipzig ein. Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur sowie dem Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig durchgeführt. Um Anmeldung wird gebeten.
Der Dienst als Bausoldat in der Nationalen Volksarmee der DDR war ab 1964 die einzige Möglichkeit, dem eigentlich verpflichtenden Dienst an der Waffe zu entgehen. Die Spatensoldaten – wie sie aufgrund des Spatens auf den Schulterstücken auch genannt wurden – begründeten ihre Ablehnung des Kriegsdienstes mit der Bibel, aus pazifistischen oder politischen Motiven heraus. Als Waffenverweigerer mussten sie in der geschlossenen Gesellschaft der DDR nicht selten Nachteile und Schikanen erfahren. Viele von ihnen leiden bis heute darunter. Der Studientag möchte einen Beitrag zu einer (kirchen-)historischen Aufarbeitung leisten. Erörtert werden Fragen wie: Welche Rolle spielten die Kirchen beim Widerstand gegen die Militarisierung der DDR-Gesellschaft? Leisteten die Bausoldaten letztlich sogar einen Beitrag zur späteren Friedensbewegung? 

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Programm

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Geschichte

Die katholische Kirche auf dem Gebiet der neuen Bundesländer ist seit der Reformation eine Minderheitenkirche gewesen. Erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie quantitativ durch verschiedene Zuwanderungen, vor allem aus katholischen Teilen Deutschlands und Europas, bedeutsam. Infolge der Fluchtbewegungen zum Ende des Zweiten Weltkrieges sowie der sich anschließenden politischen Umbrüche änderte sich die Situation für die katholische Kirche in diesem Raum grundsätzlich, ohne dass sie aber den Charakter einer Diasporakirche je verloren hätte.

Vom „Seminar“ zur „Forschungsstelle“
Als einziger Ausbildungsstätte für katholische Theologinnen und Theologen in der ehemaligen DDR erwächst der heutigen Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt eine besondere Verpflichtung zur Erforschung der Geschichte der katholischen Kirche in der SBZ/DDR. Am 26. Mai 1993 wurde am Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit des damaligen Philosophisch-Theologischen Studiums in Erfurt ein Seminar für Zeitgeschichte „zum Zwecke einer effizienten Aufarbeitung der Geschichte der katholischen Kirche in der SBZ und in der DDR“ – wie der Beschluss der Bischofskonferenz lautete – gegründet. Nach personeller, räumlicher und finanzieller Ausstattung nahm es am 1. März 1995 offiziell seine Tätigkeit auf.

Das von den Bischöfen gewünschte, geförderte und seitdem erfolgreich arbeitende Seminar wurde bei der Integration der Theologischen Fakultät 2003 zunächst nicht Teil der Universität Erfurt, sondern blieb weiterhin in (ost-)bischöflicher Trägerschaft. Erst zum 1. Januar 2007 wurde es – unter dem neuem Namen „Forschungsstelle für kirchliche Zeitgeschichte an der Universität Erfurt“ (FKZE) – als Drittmittelprojekt Teil des Lehrstuhles für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit. Seitdem leistet die FKZE neben ihren spezifischen Aufgaben einen entscheidenden Beitrag zur Pluralität der Perspektiven sowohl innerhalb der Katholisch-Theologischen Fakultät als auch im Bereich des universitären Schwerpunktes „Religion“.

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