University of Erfurt

Forschung an der Universität Erfurt

Forschungseinblicke: Aktuelle Projekte sowie Forschungsfragen und -ergebnisse

Dr. Buttelmann

In loser Folge werden in Beiträgen und in Interviews Forscher und Forscherinnen der Universität Erfurt mit ihren Projekten vorgestellt.

Bildausschnitt Filmrollen

Folgende Video- und Audio-Beiträge gewähren Einblicke in Forschungsthemen und -einrichtungen der Universität Erfurt.

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Vorschau:

Meister Eckhart und das Erfurter Tanzbein

Postkarte Eckhart-Tage 2016

Professor Dietmar Mieth sitzt in seinem kleinen, hellen Büro im Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt. Die Regale sind halb gefüllt mit Büchern, viele davon seine eigenen Publikationen, Schreibtisch und Besprechungstisch sind übersät mit Manuskripten. Gerade bereitet sich Mieth auf einen Vortrag am Abend vor. Der Wissenschaftler pendelt zwischen Tübingen und Erfurt, zwischen seinen "postemeritalen" Tätigkeiten als Bioethiker und seiner Aufgabe als Leiter der Meister Eckhart-Forschungsstelle der Uni Erfurt. "Meister Eckhart kann man nicht mit dem Tanzbein zu den Menschen bringen", stellt der Theologe seufzend fest, ohne zu wissen, dass seine Aussage ein wenig wie das Fazit eines ersten eckhartschen Lektüreversuchs klingt: Eckhart ist extrem textlich, seine Schriften sehr intellektuell, vieles muss man mehrfach lesen, um ihn – wenn überhaupt – zu verstehen. Aber in seinen Texten scheinen viele auf verschiedene Weise für sich einen Kern zu finden. Gerade das ist das Geheimnis der weltweit anhaltenden Faszination des mittelalterlichen Dominikanermönches, der von Muslimen, Christen, Zen-Buddhisten und Juden gleichermaßen gelesen wird. Als "Erfinder der Gelassenheit" wie ihn Deutschlandfunk kürzlich bezeichnete, ist Meister Eckhart aktueller denn je – heute, in dieser schnelllebigen Zeit, in der sich die Menschen mit Achtsamkeit und Entschleunigung gern auch wieder auf das Wesentliche rückbesinnen. Eckhart freilich hatte mit Gelassenheit gemeint, dass man sich ganz Gott überlassen kann. Aber wie transportiert man das zu den Menschen da draußen? In Erfurt verbrachte der Mystiker, der aus Tambach in Thüringen stammt, also hier seine Wurzeln hat, bedeutende Teile seines Lebens und Wirkens. Dennoch wird er hierzulande – anders als oft in Westdeutschland – kaum im Schulunterricht behandelt. Ostdeutsche Schüler lernten früher selten Eckhart, den Theologen, den Lehrer der Lebenskunst und Philosophen oder das deutsche Sprachgenie kennen. Ein Zustand, der auch Dietmar Mieth umtreibt. Aber er hat inzwischen die Erfahrung gemacht, dass sich dies an Erfurter Schulen ändert. Seit mehr als 50 Jahren forscht er zu Meister Eckhart von Hochheim. "Meister" ist die Übersetzung von "Magister", weil Eckhart – eine sehr ehrenvolle Auszeichnung – zwei Mal in Paris an der Universität wirkte. Dietmar Mieths Anliegen beschränkt sich längst nicht nur auf die wissenschaftliche Erkenntnis, sondern auch darauf, wie man die Öffentlichkeit in die Eckhart-Forschung einbeziehen kann. Zum Text "Meister Eckhart und das Erfurter Tanzbein".

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