SPF Religion. Gesellschaft. Weltbeziehung. Max-Weber-Kolleg

Die Herstellung politischer Legitimität im Kontext von Umweltkonflikten im heutigen Indien: Die Rolle der kulturellen Identität

Hanna Werner: Das Projekt untersucht die Rolle kultureller Identität als Ressource politischer Legitimität im Kontext von Umweltkonflikten in Indien. Es ist als vergleichende Studie zu Konflikten rund um Flüsse in verschiedenen Regionen angelegt mit dem Ziel, die tatsächliche Relevanz und Auswirkung kulturalistischer Argumente beurteilen zu können.

Laufzeit
05/2020 - 04/2023

Finanzierung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Projektleitung

Das Projekt untersucht die Rolle kultureller Identität als Ressource politischer Legitimität im Kontext von Umweltkonflikten in Indien. Es ist als vergleichende Studie zu Konflikten rund um Flüsse in verschiedenen Regionen angelegt mit dem Ziel, die tatsächliche Relevanz und Auswirkung kulturalistischer Argumente beurteilen zu können.

Die Hauptfragen des Projekts lauten wie folgt: Gibt es eine generelle Zunahme kulturalistischer Argumente im indischen Umweltdiskurs oder handelt es sich um ein regional und/oder kontextuell begrenztes Phänomen? Dabei wird besonderes Augenmerk auf die Frage gelegt, wer sich dieser Argumente bedient – und warum. Dies führt zu einer zweiten Frage: Was macht den Reiz kulturalistischer Argumente für diejenigen aus, die sie nutzen? In diesem Kontext wird untersucht, wann und wie ihre Verwendung dazu beiträgt, diskursive Macht und damit politische Legitimität zu erlangen. Zuletzt stellt sich die Frage der Folgen: Welche Konsequenzen hat es, solche Argumente in die Debatte einzubringen – für marginalisierte Gruppen und Umweltbewegungen insbesondere? Zur Beantwortung dieser Fragen untersucht das Projekt die Auswirkungen ‚unfreiwilliger Allianzen‘, die aus der Verwendung semantisch ähnlicher oder identischer Argumente durch Akteur*innen unterschiedlicher sozialer und politischer Positionierung resultieren.

Im Zentrum der Studie steht die Untersuchung des diskursiven und praktischen Umgangs mit ausgewählten Flüssen in Indien. Der Fokus liegt auf Ganges, Narmada und Sutlej. Mit Hilfe dieser Daten soll die Rolle des Kulturalismus im indischen Umweltdiskurs beurteilt werden. Daneben können Aussagen über den Zusammenhang von regionalen Geschichten sozialer und politischer Hegemonie, kultureller Identität und Umweltkonflikten getroffen werden.

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