Universität Erfurt

Forschung und Nachwuchsförderung an der Universität Erfurt

Ernährung, Gesundheit und soziale Ordnung: Deutschland und die USA: Interdisziplinäre Gesundheitsforschung

Laufzeit

10/2015–10/2018

Finanzierung

VolkswagenStiftung: 1.000.000 Euro

Projektleitung

Team

Dr. Nina Mackert, Nordamerikanische Geschichte

Stefanie Büttner, M.A., Nordamerikanische Geschichte

Kooperationspartner

  • Maren Möhring, Universität Leipzig
  • Paula Irene Villa, LMU
  • Olaf von dem Knesebeck, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Projektbeschreibung

Das Forschungsvorhaben hat zum Ziel, die Bedeutung von Ernährung und Gesundheit für die Ordnung moderner Gesellschaften vom 19. Jh. bis zur Gegenwart herauszuarbeiten. Der empirische Fokus liegt auf den USA und Deutschland, so dass regionale Differenzen aber auch Verflechtungsdynamiken in sich globalisierenden Konstellationen deutlich werden. Durch die Verbindung gesundheitswissenschaftlicher, soziologischer, kultur- und geschichtswissenschaftlicher Analysen lässt sich zeigen, wie Gesundheit als regulierendes Ideal in das Zentrum einer Gesellschaft gerückt ist, die auf Leistungsfähigkeit und Fitness ausgerichtet ist und die dabei das ‚erfolgreiche Selbst’ zum Maßstab macht. Der Forschungsverbund versteht diese Zusammenhänge als Teil von „Biopolitik“ (Foucault), die sich historisch und gesellschaftlich, kulturell und handlungspraktisch spezifisch ausbildet und materialisiert – dabei jedoch immer auch in Medien, Politik, Wissenschaft und alltäglicher Lebenswelt kontrovers verhandelt wird.

Unser Verbund untersucht kritisch, wie der Nexus von Ernährung und Gesundheit moderne Gesellschaften um ein erfolgreiches Selbst herum organisiert und reguliert, moralische Urteile über ‚gute‘ und ‚schlechte‘ Lebensführung nahelegt und gesellschaftliche Positionen von Menschen beeinflusst. Der Projektverbund wird die Verbindungen, die zwischen Fettleibigkeit, Gesundheit, Selbstverantwortung und Gesellschaftskrise hergestellt werden, historisch, soziologisch und gesundheitswissenschaftlich verorten, empirisch untersuchen und so die Evidenz von Gesundheit als Norm problematisieren. Methodisch schließt das Projekt an die Soziologie und Geschichte des Körpers, die critical ability studies und die Gouvernementalitätsstudien an. Dabei kommen unterschiedliche theoretische wie methodische Instrumente zur Anwendung, die zudem aufeinander bezogen und so weiter entwickelt werden: Diskursanalyse, Praxeologie (ANT), Literaturreview, quantitative Repräsentativbefragungen, Medien- und Bildanalyse usw.

Weitere Informationen

Schwerpunktfeld

Thematische Einordnung (Schlagworte)

  • Kultur- und Sozialgeschichte
  • interdisziplinäre Gesundheitsforschung
  • interdisziplinäre Ernährungsforschung

Prof. Dr. Jürgen Martschukat, letzte Änderung: 30.01.2019

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