Universität Erfurt

Deutsche Geschichten und Geschichte der Kulturforschung in Nordostafrika - Ausstellung und Symposium des Goethe-Instituts Addis Abeba: Ethnologie

Laufzeit

01/2014–05/2015

Finanzierung

Goethe-Institut, Addis Abeba, Äthiopien: ca. 20 000,- EUR

Projektleitung

Dr. Wolbert Smidt, Assoc.-Prof. Forschungszentrum Gotha

Team

  • Assoc.-Prof. Dr. Wolbert Smidt, FZ Gotha / Mekelle University (Kurator)
  • Dr. Sophia Thubauville, Frobenius-Institut, Universität Frankfurt
  • Dr. Dirk Bustorf, Assoc.-Prof., Department of Social Anthropology, Gondar University, Äthiopien

Kooperationspartner

  • Frobenius-Institut für Ethnologie, Universität Frankfurt/Main
  • Institute of Ethiopian Studies (IES), Addis Ababa University, Äthiopien
  • Mekelle University, Äthiopien
  • Forschungsbibliothek Gotha, Universität Erfurt

Projektbeschreibung

Äthiopien und Deutschland verbindet seit über dreihundert Jahren eine ungewöhnliche Beziehung, die mit wissenschaftlicher und kultureller Wissbegierde und Sympathie begann. Die deutschsprachige Kulturforschung im nordöstlichen Afrika hatte ihren ersten Höhepunkt in der Freundschaft zwischen dem jungen Orientalisten Hiob Ludolf und dem äthiopischen Gelehrten Abba Gorgoryos, der 1652 Gotha besuchte. Gemeinsam arbeiteten sie an einem großen Werk zur Geschichte und Ethnographie Äthiopiens, das bestimmend für viele Generationen von Forschern wurde. Der Herzog von Sachsen-Gotha-Altenburg entsandte einige Jahre danach eine erste Expedition nach Äthiopien, die aber scheiterte. Doch die Neugier auf Äthiopien riss nicht mehr ab. Immanuel Kant sah in Äthiopien den Ursprung des Begriffes "Schlaraffenland". Mit dem 19. Jahrhundert kamen die ersten deutschen Forscher und Auswanderer nach Äthiopien, und äthiopische Fürsten luden sie ein, an ihren Höfen zu bleiben, und nutzten sie als Brücken zur europäischen Welt. Seither gab es einen stetigen Strom deutschsprachiger Forscher, von denen einige für immer in Äthiopien blieben. Erste vertiefte Studien zu äthiopischen Sprachen, zu lokalen Rechtssystemen, zur alten Kirchensprache Ge'ez, zur Geschichte der äthiopischen Herrscher, zu kleinen ethnischen Gruppen entstanden, bis hin zu modernen ethnologischen Studien von den ersten Größen der Ethnologie wie Frobenius bis heute. Die heutige Quellenlage erlaubt es, dabei auch die zentrale Rolle der äthiopischen Partner nachzuvollziehen - von Fürsten bis hin zu traditionellen Gelehrten. In dieser Ausstellung zur Geschichte der deutschsprachigen Kulturforschung in der äthiopischen Region werden einige ausgewählte Geschichten erzählt und mit weithin unbekannten Details illustriert. Dazu wird ein begleitendes Buch zum selben Thema publiziert (April 2015), auf der Grundlage der Vorträge eines die Ausstellung thematisch vorbereitenden Symposiums im Goethe-Institut in Zusammenarbeit mit dem Institute of Ethiopian Studies Addis Abeba und der Mekelle University (November 2014).

Die Ausstellung wurde im April 2015 im Goethe-Institut in Addis Abeba eröffnet. Sie wurde danach gezeigt an der Universität Warschau (September 2015), Mekelle University (November 2015), Gondar University (März 2016), Frobenius-Institut Frankfurt/Main (April 2016), mit weiteren geplanten Stationen in Gotha, Rom u.a.

Schwerpunktfeld

Thematische Einordnung (Schlagworte)

  • Forschungsgeschichte
  • Ethnologie
  • Philologie
  • Archäologie
  • Äthiopistik

Wolbert Smidt, letzte Änderung: 29.01.2019

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