Das Netzwerk „Lutherische Orthodoxie revisited“

Hodosophia christiana
Der "lutherische" Heilsweg, 1649.

Von 2016 bis 2019 führten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter der Leitung von Dr. Joar Haga (Stavanger/Oslo) und Dr. Sascha Salatowsky (Gotha) an der Forschungsbibliothek Gotha das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Wissenschaftliche Netzwerk „Lutherische Orthodoxie revisited. Konfessionelle Muster zwischen Identitätsverpflichtung und ,Weltoffenheit‘“ durch. In insgesamt fünf Workshops stellte sich das interdisziplinäre und internationale Netzwerk der Aufgabe einer kritischen Neubewertung des Begriffs „lutherische Orthodoxie“, der im Blick auf das Konfessionalisierungsparadigma in seiner theoretischen Sinnhaftigkeit und praktischen Nutzbarkeit geprüft werden sollte. Ziel war es, die lutherische Konfession in ihrer Bedeutung für die systematische Weiterbildung der reformatorischen Theologie, für die Prägung des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens sowie für die Herausbildung einer spezifischen Formation der frühneuzeitlichen Religionskultur sichtbar zu machen. Das Netzwerk kam im Rahmen eines umfassenden Revisionsprozesses zu einer begrifflichen Neufassung des hermeneutischen Zugriffs, der von der historiographisch engführenden Kategorie der lutherischen Orthodoxie über die lutherische Konfessionskultur hin zum heuristisch offeneren Begriff des frühneuzeitlichen Luthertums führte. Ein Sammelband mit den Ergebnissen der 15 Einzelprojekte soll im Jahr 2020 erscheinen.

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