Übersicht

Laufende Drittmittelprojekte und Verbundvorhaben

Karten-Meere. Für eine Geschichte der Globalisierung vom Wasser aus

Karten, insbesondere See- und Meereskarten, spielen in der Geschichte der Globalisierung bislang eine marginale Rolle, obwohl sie wie kaum ein anderes Medium maritime Räume mitsamt den dazugehörigen globalen Verknüpfungen veranschaulichen. Deshalb soll mithilfe von See- und Meereskarten eine bislang kaum bekannte Geschichte der Umbruchszeit von der Mitte des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts erzählt werden, die einen neuen Blick auf die Genese der heutigen globalen Welt eröffnen kann...mehr

Bild: August Petermann, Der grosse Ocean, Mitteilungen aus Justus Perthes‘ Geographischer Anstalt, [3] (1857), Tafel 1. © Forschungsbibliothek Gotha, SPA 4°000100.

Wissen sammeln in der Provinz – Eine Wissensgeschichte der Gothaer, Göttinger und Lübecker Sammlungen in globaler Perspektive

Auch abseits der Metropolen entstanden im ‚langen‘ 19. Jahrhundert umfangreiche Sammlungen. Ausgehend von Gotha, Göttingen und Lübeck soll das Projekt übergreifend Motivlagen und Konstellationen des Sammelns als Formierungen von Wissen an den drei Orten erforschen. Zu untersuchen ist, wie Sammlungen verschiedene (städtische, akademische, höfische und ökonomische) Wissenskulturen formten und auch welche Praktiken und Forschungsmethoden sich an und mit den Sammlungen und deren Objekten herausbildeten...mehr

Bild: Heuglin, Martin Theodor von, Ornithologie Nordost-Afrikas, der Nilquellen und Küsten-Gebiete des Rothen Meeres und des nördlichen Somal-Landes, Bd. 1, Abt. 1, Cassel 1869.

Laufende Promotionen

„…das Unternehmen, die Narren zu heilen…“ – Zur Herstellung und Funktion der Kategorie Heilung im Kontext der psychiatrischen Praxis der Heil- und Pflegeanstalt Sonnenstein in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts

„Irren ist heilbar!“ So lautete das Credo der noch jungen psychiatrischen Wissenschaften zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Europa. Diese Heilungsmaxime verfolgte man auch im Königreich Sachsen, als dort 1811 die erste staatliche Heilanstalt im deutschsprachigen Raum eröffnet wurde. Ziel des Projektes ist es, durch die Untersuchung des Konzepts Heilung, Aussagen über die Konstitution bürgerlicher Selbstbilder und Gesellschaftsideale in einer Zeit der wirtschaftlichen und sozialen Umbrüche zu treffen...mehr

Pflanzen, Karten, Amulette. Wissensdinge der Palästinaforschung 1877-1929

Der Nahe Osten war seit dem 19. Jahrhundert Gegenstand kolonialer Projekte und theologischer Forschung. Welche Vorstellungen über Umwelt, Raum und Kulturgeschichte begründeten wissenschaftliche Sammlungen und Karten der Region? Stand die Aussicht auf eine zukünftige deutsche Kolonie oder die Projektion auf ein Land der Bibel im Mittelpunkt der Erzählung der zusammengestellten Belege? Wie knüpften zionistische Forschende an die christliche Palästinaforschung an?...mehr

Bild: Karl v. Raumer, Friedrich v. Stülpnagel: Palästina, 3. Aufl., Gotha 1853–1862 © Sammlung Perthes.

Tiere handeln. Mensch-Tier-Verhältnisse zwischen dem Horn von Afrika, Deutschland und der Welt

Lebende Elefanten, Giraffen, Strauße und Dromedare, Antilopengeweihe und andere Jagtrophäen ebenso wie die Bälge in Europa unbekannter Schakale – die Liste der Tiere, die im 19. Jahrhundert global gehandelt wurden, war lang. Neben den zahlreichen Tieren waren auch ganz unterschiedliche Menschen in diesem Unternehmen involviert, das auf globale und lokale Verbindungen ebenso zurückgriff wie diese auch verfestigte und hervorbrachte. Anhand des Tierhandels um 1900 lassen sich daher die komplexen Verhältnisse und vielfältigen Verflechtungen sowohl zwischen dem Horn von Afrika, dem Kaiserreich und anderen Weltteilen als auch zwischen Menschen und Tieren untersuchen...mehr

Bild: „Ausladung einer Sendung afrikanischer Thiere aus dem Schiffe „Urano“ in Triest. Nach der Natur aufgenommen von H. Leutemann.“ In: Die Gartenlaube, 1874.

Das naturwissenschaftliche Zeitalter in der Provinz – Forschen, Sammeln und Präsentieren als gesellige Praktiken um 1900

Mit der ersten Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte im Jahr 1822 begann laut Werner von Siemens (1886) ein „naturwissenschaftliches Zeitalter“, in dem sich die Naturwissenschaften für weitere Bevölkerungsgruppen öffneten und nicht mehr ausschließlich in Fachkreisen thematisiert wurden. Das Dissertationsprojekt untersucht wie diese von Siemens konstatierte Öffnung der Wissenschaften in der Provinz ablief...mehr

Bild: Gothaischen Zeitung, 2. November 1881. © Forschungsbibliothek Gotha.

Deutscher Osten, Polnischer Westen. Zur Konstruktion deutsch-polnischer Räume in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – Eine Wissensgeschichte

Das Projekt untersucht, auf welche Weise von Geographen, Kartographen und Ethnologen vermeintlich homogene Räume hergestellt und diese als politische Aussagen popularisiert wurden. Dabei wird die Wissensproduktion zu thematischen Karten und ethnographischen Objekten deutscher und polnischer Verlage, Museen und Institutionen analysiert...mehr

Bild: Tafel XI „Polacy B“ aus dem Atlas „Geograficzno-Statystyczny Atlas Polski“ von Dr. Eugenjusz Romer, veröffentlicht 1921 in Lwow. © Wikimedia Commons, Maproom.

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Kartographische Quellen und Territoriale Transformationen Äthiopiens seit dem späten 18. Jahrhundert (ETHIOMAP)

Abessinien, Ausschnitt aus: Hermann Berghaus, Chart of the World, 6. Auflage, Gotha: Justus Perthes 1871

Das Forschungsprojekt besteht aus zwei Partnerprojekten, die parallel in Frankreich (gefördert von der ANR) und in Deutschland (gefördert von der DFG) durchgeführt werden. Ziel des Forschungsprojekts ist die systematische Erfassung, Klassifikation und Analyse von in der Äthiopien-Forschung vielfach unbekannten historischen Karten aus und zu Äthiopien...mehr

Bild: Abessinien, Ausschnitt aus: Hermann Berghaus, Chart of the World, 6. Auflage, Gotha: Justus Perthes 1871 © Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt.

Karten des Krieges. Die deutsche Kartographie im Ersten Weltkrieg

Das Projekt untersucht die Entwicklungslinien der deutschen Kartographie im Verlauf des Ersten Weltkrieges anhand der Aspekte von Produktion und Konsumption. Dabei stehen vor allem die Fragen nach neuen Produktionsstrukturen, neuen Kartentypen und der Nutzung von Karten im Fokus...mehr

Bild: Feldpostkarte, Hermann Haack (im Vordergrund sitzend) als Landsturmoffizier, Arlon, Tunnelwache am 27. September 1914 © Sammlung Perthes.