Rückblick auf die Jahre 2005 bis 2020

In den vergangenen Jahren wurden im Rahmen des Herzog-Ernst-Stipendienprogramms, das zwischen 2003 und 2019 von der Fritz Thyssen Stiftung großzügig gefördert wurde, bereits eine große Zahl von Stipendiat*innen nach Gotha eingeladen, die zu den Beständen des 19. und 20. Jahrhunderts, und hier insbesondere zur Sammlung Perthes, geforscht haben. Aus einigen dieser Kontakte haben sich längerfristige intensive Forschungs- und Arbeitsbeziehungen ergeben:

Insgesamt hat die Zusammenarbeit zu mehreren gemeinsamen Tagungen und Publikationsvorhaben geführt. Dazu zählten unter anderem:

Internationaler Workshop „Revisiting Humboldtian Science“ (2014)

Wie „Humboldtian“ war eigentlich „Humboldtian Science“? Der Workshop ging dieser Frage nach und widmete sich so der bislang wenig erforschten Interaktion von professionellen und Amateurwissenschaftlern und unternahm überdies den Versuch, europäische wie außereuropäische Perspektiven produktiv miteinander zu verknüpfen. Ziel war es, die viel zitierte Referenz auf „Humboldtian Science“ genauer zu fassen, um so die unterschiedlichen beteiligten Netzwerke des Wissens, ihre Praktiken sowie nicht zuletzt auch die Geographie des „naturwissenschaftlichen Zeitalters“ generell in den Blick zu nehmen.

Gefördert wurde der Workshop von der Ernst-Abbe-Stiftung.

Tagungsbericht

Tagung „Geschichte(n) über Räume und Zeiten. Translokale Perspektiven auf globale RaumZeiten“ (2018)

Am 26./27. April 2018 fand gemeinsam mit der Erfurter RaumZeit-Forschung und dem Arbeitskreis Außereuropäische Geschichte (AAG) des VHD die Tagung „Geschichte(n) über Räume und Zeiten. Translokale Perspektiven auf globale RaumZeiten“ statt. Ziel war es, die in den letzten Jahren geführte Diskussion über die Verschränkung räumlicher und zeitlicher Bezüge historischen Arbeitens weiter zu führen und dieses Mal insbesondere das Konzept der Translokalität in den Blick zu nehmen.

Gefördert wurde die Tagung von der Ernst-Abbe-Stiftung.

Tagungsbericht

Internationaler Workshop „Beyond the Metropolis“ (2019)

Der Workshop nahm Museen und Sammlungen in den sogenannten Peripherien – den kolonialen und postkolonialen Gebieten sowie den europäischen Provinzen – in den Blick. Dabei lag der Schwerpunkt auf Artefakten, Pflanzen und Substanzen von naturkundlichen Sammlungen, die in europäischen und außereuropäischen „Peripherien“ durch verschiedene (Sammel-) Praktiken, basierend auf menschlichen Beziehungen und Netzwerken vom 19. bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts, zirkulierten. Es wurden Datenströme sowie die Bewegungen von Menschen und Dingen untersucht, die damit die traditionelle Ausrichtung von Museumsstudien auf das Zentrum / die Peripherie problematisierten und alternative Ansätze gegenüberstellt, um zuvor unterbewertete globale Narrative einzuführen und zukünftige Forschungsagenden zu gestalten.

Gefördert wurde der Workshop von der Alexander von Humboldt-Stiftung und der Fritz Thyssen Stiftung.

Tagungsbericht

In dem Zusammenhang hat die gemeinsame Forschung mit äthiopischen Fellows, die von den einzigartigen umfangreichen Gothaer Beständen zum Horn von Afrika ausging, zu einer dauerhaften Forschungskooperation geführt und im Rahmen eines erstes Pilotvorhabens mit äthiopischen, französischen und deutschen Partnern weiter Gestalt angenommen. Auch das seit Februar durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Digitalisierungsvorhaben zu den Kartographien Afrikas und Asiens (KarAfAs) bezieht die Expertise mehrere Alumni des Herzog-Ernst-Stipendienprogramms mit ein. Weitere fortlaufende Kooperationen haben sich darüber hinaus in Form von Arbeitsgruppen, wie beispielsweise der Arbeitsgruppe „Historische Afrikaforschung“ fortgesetzt.