Forschungsprojekte Frühe Neuzeit

Bücherregal der Forschungsbibliothek in Gotha

Projekte zur Kultur- und Wissensgeschichte der Frühen Neuzeit

Reaching for Atlantis. The cultural biographies of objects unter the swedish Empire and beyond (Dr. Bernhard Schirg)

Projekt

Dr. bernhard Schirg
Dr. Bernhard Schirg. Foto: Daniel Kunzfeld für die VolkswagenStiftung

‘Reaching for Atlantis’ focusses on telling the history of objects that were subject to the massive reinterpretation of material culture under the Swedish Empire (ca. 1650–1720). Establishing a digital repository will allow to bring together contemporary as well as previous and later contextualisations of selected objects. Opening up a diachronic view on their multi-layered ‘cultural biographies’ with the help of a digital visualisation, the project will break new ground to make objects the oculars of paradigmatic shifts in antiquarianism and the pre-Linnaean history of science, permitting deep insights into the social dimensions and epistemological frameworks of early modern collecting.

Ansprechpartner: Dr. Bernhard Schirg

Finanzierung: VolkswagenStiftung (Freigeist Förderprofil)

Laufzeit: May 2018 – April 2023

 

Jacopo Stradas Magnum ac Novum Opus: Ein numismatisches Corpus des 16. Jahrhunderts (Dr. Volker Heenes und Dr. Dirk Jacob Jansen)

Projekt

Als im Dreißigjährigen Krieg die Schweden die Kunstkammer des Herzogs von Bayern in München plünderten, wurde ihr bekanntestes Objekt aufgeteilt: das Corpus mit numismatischen Zeichnungen von Jacopo Strada, Magnum ac Novum Opus continens descriptionem vitae, imaginum, numismatum omnium tam Orientalium quam Occidentalium Imperatorum ac Tyrannorum, cum collegis ac coniugibus liberisque suis, usque ad CarolumV. Imperatorem. Die vier Bände mit den Darstellungen der Münzen der Römischen Republik kaufte Thomas Howard, Earl of Arundel. Sie befinden sich heute in der British Library in London. Die 29 Bände mit den kaiserlichen Münzen hingegen gelangten in die Bibliothek des Herzogs Ernst des Frommen von Sachsen-Gotha-Altenburg. Zwei weitere Bände mit ähnlichen Münzzeichnungen, die offensichtlich nie nach München gelangten, finden sich heute in der Österreichischen Nationalbibliothek. Sie gehörten wohl ebenfalls zu dem Münzcorpus. Dieses wurde in damaliger Zeit als so bedeutend angesehen, dass es der allererste Eintrag im Verzeichnis der Münchner Kunstkammer von 1592 war. Strada hat wahrscheinlich einen Dukaten für jede der ca. 9000 Zeichnungen erhalten, in Feder und Tusche auf Folio ausgeführt. Sie waren von seinem ersten Patron, Hans Jakob Fugger, bei ihm in Auftrag gegeben worden. Herzog Albrecht V. von Bayern erwarb die losen Blätter später, zusammen mit Fuggers Bibliothek und Sammlung. Er ließ sie prachtvoll in rotes Leder binden und die Einbände mit seinem Porträt und Wappen versehen.

Obwohl dieses Münzcorpus der Römischen Republik und des Kaiserreichs damals sehr hoch geschätzt wurde, ist es bis heute nicht eingehender untersucht worden. Die Gründe dafür liegen im Aufschwung der wissenschaftlichen numismatischen Forschung Ende des 18. Jahrhunderts. Da das Corpus deren Anspruch nicht mehr genügte, verlor es sehr an Renommee. Darüber hinaus hatte Herzog Albrecht nicht die komplementären Münzbeschreibungen Stradas erworben, ein separates Werk, das in zwei Kopien in Wien und Prag überliefert ist, mit dem Titel A<ureorum> A<rgenteorum> A<ereorum> NumismatΩn Antiquorum  ΔΙΑΣΚΕΥΕ. Daher wurden dessen Beschreibungen nie mit den Zeichnungsbänden vereint. Diese elf Bände enthalten strukturierte und methodiosche Beschreibungen und Anmerkungen der gezeichneten Münzen und Herkunftsangaben, wo Strada sie gesehen hat. Damit ist eine genaue Untersuchung von Stradas Interpretationen der Münzen möglich, wodurch sich wiederum die Möglichkeit eröffnet, die Herangehensweise der damaligen Antiquare im Detail zu studieren.

Die wichtigste Voraussetzung für diese vergleichenden Studien ist – in einem ersten Schritt – die Digitalisierung von Zeichnungen und Texten, um sie wieder zusammenzubringen. Im Rahmen der Datenbank des Census of Antique Works of Art and Architecture known in the Renaissance, dem Projektpartner, wird diese Digitalisierung ermöglicht, damit Zeichnungen und Texte den Forschern und weiteren interessierten Personen zukünftig zur Verfügung stehen. Durch den Vergleich von Text und Bild und in Verbindung mit Archivmaterial soll versucht werden, Stradas eigentliche Anordnung des Magnum Opus zu rekonstruieren. Diese Ordnung ging wegen der Bindung in einzelne Bände durch Herzog Albrecht verloren.

In einem zweiten Schritt werden Stradas Münzzeichnungen und Beschreibungen mit Originalmünzen verbunden, die im Census enthalten sind bzw. entsprechend neu eingegeben werden. Erst dadurch – nämlich anhand seiner Textbeschreibungen und der bildlichen Darstellungen, die bis zu fünfmal größer sind als die Originalmünzen – wird eine genaue Analyse möglich, wie Strada mit Quellen umging. Zusammen mit Stradas einzig gedrucktem numismatischen Werk, den Epitome Thesauri Antiquitatum, erschienen in Lyon 1553, den Einleitungen zu seinen Münzwerken sowie der Korrespondenz mit seinem Patron Fugger soll seine numismatische Methode erforscht und mit der damaligen Vorgehensweise der zeitgenössischen Antiquare verglichen werden. Eine besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem möglichen Einfluß der Accademia della Virtù in Rom, einem Kreis von Antiquaren, Geistlichen und Künstlern, die sich intensiv mit dem Studium Vitruvs und der klassisch-römischen Architektur auseinandersetzten. Sowohl Fugger als auch Strada standen in Kontakt mit verschiedenen Mitgliedern dieses Kreises. Gleichfalls soll Stradas Praxis der Beschäftigung mit Münzen mit derjenigen seiner Patrone verglichen werden, nämlich der Kaiser Ferdinand I. und Maximilian II. ergänzend zu Fugger und dem Herzog von Bayern. Denn Stradas Magnum ac novum opus muss auch mit der umfassenden Sammlung der Kunstkammer in München im Zusammenhang gesehen werden, die unter Fuggers Aufsicht entstand und an deren Ausstattung Strada selbst sehr deutlich beteiligt war. Ein wichtiges Ziel ist es daher, den Platz des Münzcorpus in diesem Kunst- und Sammlungskomplex genauer zu bestimmen.

Als Ergebnis des Projekts soll eine digitale Edition der Zeichnungen von Stradas Magnum ac novum opus und der dazugehörigen Beschreibungen des A<ureorum> A<rgenteorum> A<ereorum> NumismatΩn Antiquorum ΔΙΑΣΚΕΥΕ entstehen, die über die Datenbank des Census of Antique Works of Art and Architecture known in the Renaissance allgemein zugänglich sein soll. Zusätzlich sollen in einer Monographie ausgewählte Zeichnungen Stradas zusammen mit seinen Kommentaren und den Quellen veröffentlicht werden, auf die er seine Interpretationen stützt. Darüber hinaus soll die Monographie eine genaue Zustandsbeschreibung des Materials enthalten und dessen Herkunft rekonstruiert werden, wobei der ursprüngliche Auftrag und dessen Umsetzung in Stradas Werkstatt ebenfalls untersucht werden sollen. Dies umfaßt auch die Rekonstruktion der Reihenfolge der Münzzeichnungen, wie Strada sie ursprünglich geplant hatte. Ein Anhang soll eine Auswahl von Transkriptionen und Übersetzungen der wichtigsten Textstellen enthalten. Schließlich soll die Monographie eine Reihe von Beiträgen insbesondere zu folgenden Fragen enthalten: zu Stradas künstlerischer Persönlichkeit, wie sie sich in den Münzzeichnungen darstellt; zum Stellenwert des Magnum ac novum opus in der Wissenschaftsgeschichte der Numismatik und im Kontext der antiquarischen Studien im 16. Jahrhundert sowie zum Stellenwert antiker Münzen und deren Dokumentation in humanistischen und adligen Kreisen und an Fürstenhöfen.

Bild einer Seite aus der Forschungsbibliothek Gotha
Alte Zeichnung von Caesar aus der Forschungsbibliothek Gotha
Altes Bild eines Triumphbogens aus der Forschungsbibliothek Gotha

Bilder: Jacopo Strada, Magnum ac Novum Opus continens descriptionem vitae, imaginum, numismatum omnium tam Orientalium quam Occidentalium Imperatorum ac Tyrannorum, cum collegis ac coniugibus liberisque suis, usque ad Carolum V. Imperatorem, Forschungsbibliothek Gotha, ms. Chart. A 2175, vol. 1, fol. vi r., title page; obverse and reverse of a coin of Vespasian, ibidem, vol. 11, fols. 16r. and 17r.

Laufzeit: 2015-2020


Projektleitung
Prof. Dr. Martin Mulsow
 

Projektpartner

Forschungsbibliothek Gotha
Census of Antique Works of Art and Architecture Known in the Renaissance
Kunsthistorisches Institut in Florenz, Max-Planck-Institut


Wissenschaftliche Mitarbeiter

Dr. Volker Heenes
Dr. Dirk Jacob Jansen
 

Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt
Schloßberg 2
99867 Gotha

[NUMiD] Geschichte prägen / Werte bewahren (Prof. Dr. Martin Mulsow)

Projekt

Im Verbundprojekt "[NUMiD] Geschichte prägen / Werte bewahren" setzen die Universitäten in Düsseldorf, Erfurt und Frankfurt/M., unterstützt vom Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin sowie in enger Kooperation mit 25 universitären Münzsammlungen aus ganz Deutschland, ein gemeinsames Forschungs-, Lehr- und Verwertungskonzept im Bereich der sammlungsbasierten Numismatik um. Der Verbund bildet einen Cluster weltweit einmaliger, innovativer Grundlagen- und Spitzenforschung. Das Projekt fragt in dreifacher Hinsicht danach, wie Münzen Geschichte prägen und Werte bewahren: die Frage bezieht sich erstens auf die Art und Weise, wie Münzen der griechisch-römischen Antike in ihrer Doppelfunktion als Geld und Kommunikationsmedium Geschichte geprägt und Werte bewahrt haben; zweitens darauf, wie universitäre Kollektionen über ihre neuzeitliche Sammlungsgeschichte hinweg an und mit ihren numismatischen Beständen in Forschung, Lehre und Öffentlichkeitsarbeit Geschichte prägen und Werte' bewahren konnten; und sie nimmt drittens die aktuellen Herausforderungen in den Blick, heute und in Zukunft mit richtungsweisenden Modellen datenbankgestützter Grundlagendokumentation, innovativer Lehre und zielgerichteter Öffentlichkeitsarbeit Geschichte zu prägen und Werte zu bewahren.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Martin Mulsow

Finanzierung: BMBF

Laufzeit: 01.01.2018–31.03.2020

Geld-Macht-Herrschaft. Landesherrliche Finanzen und Rechnungswesen im Herzogtum Sachsen-Gotha und Altenburg 1672-1804 in vergleichender Perspektive (Dr. Holger Kürbis)

Projekt

Münzen und Schreibfeder auf Briefbogen

Gegenstand des Projektes ist die quellennahe Analyse der landesherrlichen Finanzen des Herzogtums Sachsen-Gotha und Altenburg im späten 17. und im 18. Jahrhundert. Im Mittelpunkt steht die langfristige Entwicklung der herzoglichen Einnahmen und Ausgaben im institutionellen Rahmen der Gothaer Finanzverwaltung verbunden mit der Tiefenanalyse ausgewählter Bereiche der Einnahmen und Ausgaben. Einen zentralen Ansatzpunkt der Untersuchung bildet die vergleichende Betrachtung der Finanzierung fürstlicher Herrschaft unter den verschiedenen Herzögen. Daraus resultiert auch der vergleichsweise lange Untersuchungszeitraum. Hauptgegenstand der Auswertung sind die Rechnungen der zentralen Kassen des Herzogtums. Neben der Kammer in Gotha und Altenburg betrifft das die Landschaftskassen, ebenfalls in Gotha und Altenburg, und die Militärkasse in Gotha.

Gerade dem Beharrungsvermögen bestehender Institutionen und Verfahren, etwa im Hinblick auf die Praxis der Finanzverwaltung und Rechnungsführung, wurde für die zweite Hälfte der Frühen Neuzeit bislang keine hinreichende Aufmerksamkeit entgegengebracht. Das trifft auch besonders auf den dynastischen Fürstenstaat zu. Der finanzgeschichtliche Zugang erklärt keineswegs sämtliche Aspekte fürstlicher Herrschaft und der vielfältigen repräsentativen Bestrebungen. Er gestattet aber einen Zugriff auf fast alle Themenfelder. Insofern bietet dieser Ansatz eine Chance, unterschiedliche Aspekte fürstlicher Herrschaft in der Frühen Neuzeit und verschiedene Bereiche fürstlicher Herrschaftsbildung aus einer anderen Perspektive differenzierter zu betrachten. In dieser Hinsicht versteht sich das Projekt als Beitrag zur Erforschung des weiteren Ausbaus der „Staatsgewalt“ in den kleineren Territorien des Alten Reiches anhand eines als repräsentativ zu betrachtenden Beispiels. Denn das Herzogtum Sachsen-Gotha und Altenburg kann als ein kleines altfürstliches Territorium innerhalb des Alten Reiches durchaus als „Normalfall“ eines sogenannten mindermächtigen weltlichen Territoriums angesehen werden. Die Kleinräumigkeit und Mindermächtigkeit des Untersuchungsgegenstandes ist hier somit nicht als Nachteil, sondern als Chance zu betrachten.

Den Ausgangspunkt der Untersuchung bildet die Begründung und prägende Ausgestaltung von Hof und Verwaltung unter Ernst I. Im Jahre 1672 erfolgte durch den Anfall des Fürstentums Altenburg eine erhebliche Vergrößerung des Territoriums und der Einnahmen. Bei den folgenden Herzögen, Friedrich I. und Friedrich II., stehen sowohl die Konsolidierung als auch die überregionale Etablierung des Herzogtums mittels diplomatischem und militärischem Engagement im Mittelpunkt. Welche Auswirkungen das auf die Finanzen im Allgemeinen hatte, ist eine der zu klärenden Fragen. Auch die Betrachtung der Regierung der Herzöge Friedrich III. und Ernst II. steht unter dem Aspekt des möglichen Wandels. In ihre Regierungszeit fällt der zunehmende Bedeutungsverlust der kleineren Fürstentümer im Reich spätestens ab der Mitte des 18. Jahrhunderts. Dies kann, so die Annahme, nicht ohne Auswirkungen auf die Finanzierung der fürstlichen Herrschaft geblieben sein, was sich wiederum auf alle Aspekte der Hofkultur ausgewirkt haben dürfte. Auf der einen Seite stehen also die allgemeinen Entwicklungslinien der Einnahmen- und Ausgabenstruktur der landesherrlichen Finanzen. Auf der anderen Seite werden Antworten auf eine Reihe sehr konkreter Fragen aus dem Bereich der Hofhaltung und Behördenorganisation erbracht. Die Ergebnisse sind in dieser Hinsicht keineswegs ausschließlich aus einer landesgeschichtlichen Perspektive von Belang. Vielmehr versteht sich die Untersuchung als Grundlagenforschung, die als Pilotstudie für vergleichende Betrachtungen der Verhältnisse in anderen Territorien dienen kann.

Den methodischen Zugriff liefern Ansätze der Finanz-, Wirtschafts- und Institutionengeschichte. Verbunden damit sind die Aspekte der neuen Diplomatiegeschichte und der Hofkulturforschung. Der finanzielle Kontext der Herrschaftsausübung und die sich daraus ergebenen Handlungsspielräume bei der Ausgestaltung derselben werden exemplarisch für die Geschichte eines kleineren Fürstentums des Alten Reiches in der Frühen Neuzeit untersucht. Sofern es die Forschungslage zulässt, werden die Ergebnisse der Untersuchung zu den Entwicklungen in vergleichbaren Territorien in Beziehung gesetzt.

Projektleitung: Prof. Dr. Martin Mulsow

Finanzierung: Fritz-Thyssen-Stiftung

Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Ansprechpartner: Dr. Holger Kürbis

Laufzeit: Mai 2019 bis April 2021

Natural Law 1625-1850 (Dr. Mikkel Munthe Jensen)

Projekt

vignette von Pufendorf

My research project at the Max Weber Kolleg and the Forschungszentrum Gotha in collaboration with Forschungsbibliothek Gotha is a part of the international research project ‘Natural Law 1625-1850’ under direction of Prof. Dr. Knud Haakonssen, Dr. Frank Grunert and Prof. Dr. Diethelm Klippel. 

My work and research has a twofold aim. First, I am developing and implementing a prosopographical data model concerning early modern natural law scholars with the specific aim of creating a database that can benefit all researchers and students with interest in early modern natural law and its institutional, social and political setting. The database is first and foremost a detailed open reservoir of information that contains not only structured biographical and bibliographical data but also links to digitalised source material as well as commentaries made by individual specialists. Building upon this reservoir, a long-term goal is to develop and implement analytical visualisation tools in the database, so users easily can conduct both general and specialised data explorations. The creation of such a database is in essence a transnationally collaborative and open-ended digital enterprise, which also means that populating and expanding the database rely on contributions from the already established research networks within the Natural Law 1625-1850 project and on widening the circle of contributors in the field. The basic aim of the database is thus to provide an essential tool for the Natural Law project to compile and structure data and conduct research on early modern natural law scholars, their works and their institutions. 

Within this research framework and on the basis of the Natural Law database, I am conducting a comparative study of the disciplinary differences in natural law teaching at a selected number of German and Scandinavian universities; i.e. I am examining what kind of natural law was taught in which faculty at each of these universities during the late seventeenth and early eighteenth centuries. By studying academic-institutional sources (e.g. lecture catalogues, student matriculations, consistorial accounts), as well as educational sources (e.g. text books, lectures, notes), I wish to analyse the disciplinary shifts and displacements of natural law teaching during the early modern period, and to what extent these disciplinary displacements correlate with the intellectual-historical development of natural law that is described in the current historiography. By examining who taught what where, and how and why this changed through time and space, my main research aim is to place and trace the academic teaching of natural law in its historical and institutional context, thereby making an important historical contribution to the study of natural law.

Ansprechpartner: Dr. Mikkel Munthe Jensen

Laufzeit: 01.01.2018–30.06.2020

Bild: Vignette from Pufendorf: De officio hominis et civis, Utrecht 1752.

Edition des Briefwechsels von Garlieb Merkel (Dr. Dirk Sangmeister)

Projekt

Portrait von Garlieb Merkel

Leben und Werk des baltisch-deutschen Schriftstellers und Publizisten Garlieb Merkel (1769-1850) sind aus zwei Perspektiven international bedeutsam:
Aus Sicht der Germanistik gilt Merkel aufgrund seines Wirkens in Deutschland 1796-1806 als interessante, dabei aber ambivalente Figur, weil er einerseits ein befreundeter Mitstreiter von namhaften Schriftstellern wie Herder, Wieland und Seume, andererseits aber zugleich einer der hartnäckigsten Widersacher der vor allem in Jena beheimateten (Früh-) Romantiker wie auch Goethes gewesen ist. Unbestritten sind seine Verdienste als »Erfinder des deutschen Feuilletons« während seiner Jahre als Publizist in Berlin (1799-1806).
Aus Sicht der Baltisten und Osteuropa-Historiker steht Merkel als wirkungsvollster Vertreter der (Spät-) Aufklärung in Livland in hohem Ansehen, vor allem im Baltikum selbst, weil er sich erst durch seine aufsehenerregende Streitschrift Die Letten vorzüglich in Liefland am Ende des philosophischen Jahrhunderts (1796), später dann durch seine historischen Abhandlungen, Übersetzungen und sein jahrzehntelanges publizistisches Wirken in Riga als beredter Fürsprecher der autochthonen Bevölkerung große Verdienste um Selbstbestimmung, Sprache, Geschichte und Kultur der Letten und Esten erworben hat.
Im Vorfeld des 250. Geburtstages von Merkel wird nun der weitgespannte, überwiegend unveröffentlichte Briefwechsel Merkels mit seinen deutschen wie livländischen Freunden und Korrespondenten in toto ediert und im Herbst 2019 in der edition lumière (Bremen) publiziert. Das Projekt leistet derart einen flankierenden Beitrag zu den parallel verlaufenden Forschungen über »Gotha um 1800«.

Ansprechpartner: Dr. Dirk Sangmeister
Finanzierung: Ernst-Abbe-Stiftung (Jena)
Laufzeit: 1. September 2017 – 31. August 2019

Bild: Garlieb Merkel (1769-1850)