Universität Erfurt

Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt

Elisa Schaarschmidt M.A.

Kontakt

Elisa Schaarschmidt M.A.

Universität Erfurt
Forschungszentrum Gotha
Schloss Friedenstein
99867 Gotha

elisa.schaarschmidt@uni-erfurt.de

Curriculum Vitae

2005 – 2008
Studium der Geschichtswissenschaften und Sozialwissenschaften an der Universität Erfurt, Thema der Bachelor-Arbeit: Pathologisierung als Mechanismus der Ausgrenzung von Devianz am Beispiel der Charity-Girls in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

2008 – 2009
Studentische Hilfskraft am Historischen Seminar der Universität Erfurt

2008 – 2012
Studium der Geschichtswissenschaften an den Universitäten Erfurt und Augsburg, Thema der Masterarbeit: Von der Piratennation zur Seemacht – Kaperwesen und Piraterie als maritime Strategien des Britischen Empire im 16. und 17. Jahrhundert

2010 – 2012
Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit der Universität Augsburg im Rahmen des Forschungsprojektes „Euroscientia – Räume und Zirkulationen staatlichen Wissens in Europa 1750-1850“ (gefördert durch die „Deutsche Forschungsgemeinschaft“ und die „Agence nationale de la recherche“)

seit 2013
Referentin der Frauenbeauftragten der Philosophischen Fakultät der Friedrich Alexander Universität Erlangen-Nürnberg

seit März 2015
Promotionsstudium an der Universität Erfurt, Thema  der Dissertation: „…das Unternehmen, die Narren zu heilen…“  – Das Konzept Heilung im Kontext der psychiatrischen Praxis der Heil- und Pflegeanstalt Sonnenstein im frühen 19. Jahrhundert (Arbeitstitel)

seit Mai 2017
Wissenschaftliche Koordinatorin des Forschungszentrums Gotha der Universität Erfurt

Forschungsschwerpunkte

Neue Kulturgeschichte,

Spatial History

Geschlechtergeschichte

Wissens- und Wissenschaftsgeschichte des 19. Jahrhunderts

Psychiatriegeschichte

Projektbeschreibung

„…das Unternehmen, die Narren zu heilen…“  – Das Konzept Heilung im Kontext der psychiatrischen Praxis der Heil- und Pflegeanstalt Sonnenstein im frühen 19. Jahrhundert (Arbeitstitel)

Irren ist heilbar! So lautete das Kredo der noch jungen psychiatrischen Wissenschaften zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Europa. Diese Heilungsmaxime verfolgte man auch im Königreich Sachsen, als dort 1811 die erste staatlich Heilanstalt im deutschsprachigen Raum eröffnet wurde. Doch was genau hatte es mit der Heilung psychischer Krankheiten auf sich? In welchem diskursiven Gefüge kam die Idee einer möglichen Heilbarkeit auf? Welche Akteure waren daran beteiligt? An welche Verhaltensweisen knüpfte sich das Prädikat geheilt?

Ziel des Projektes ist es, durch die Untersuchung des Konzepts Heilung, Aussagen über das bürgerliche Selbstverständnis und bürgerliche Gesellschaftsideale in einer Zeit der wirtschaftlichen und sozialen Umbrüche zu treffen. Dazu werden neben zeitgenössischen wissenschaftlichen Publikationen auch die Verwaltungs- und Patientenakten der Anstalt Sonnenstein diskursanalytisch untersucht, wobei Heilung nicht nur innerhalb eines wissenschaftlichen Diskurses betrachtet, sondern als eine gesellschaftliche Wissensformation begriffen wird. Dieses Wissen ist gleichermaßen Produkt eines bestimmten diskursiven Settings und Produzent neuer gesellschaftlich relevanter Normen, Werte und Kategorien.

Heilung, so eine These der Arbeit, kam dabei eine stabilisierende, ordnende Funktion innerhalb einer Gesellschaft zu, deren Gefüge sich durch Aufklärung und Industrialisierung im Wandel befand. Mit dem Unternehmen, die Narren zu heilen wurde Sonnenstein zum Mikroraum eines wirkmächtigen Wissenssystems, sodass sich hier Diskursgeschichte, Wissensgeschichte und Mikrogeschichte verbinden. 

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