Universität Erfurt

Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt

Marian Hefter M.A.

Kontakt

Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt (FZG)
Schloßberg 2
99867 Gotha

Curriculum Vitae

1994
Geboren in Aschaffenburg (Bayern) 

2013 – 2016
Student an der Universität Erfurt: BA-Studium der Geschichtswissenschaft (Hauptfach) und Katholischen Religion (Nebenfach)

2014 – 2016
Studentische Hilfskraft an der Professur für Alte Geschichte (Prof. Veit Rosenberger †) an der Universität Erfurt

2014 - 2018
Stipendiat des Deutschlandstipendiums

2016 – 2018
Student an der Universität Erfurt: MA-Studium der Geschichtswissenschaft

2018 – 2019
Student an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel: MA-Studium der Geschichte und Philosophie

Seit April 2019
Christian-Martin-Wieland-Stipendium an der Universität Erfurt – Forschungszentrum Gotha im Nachwuchskolleg „Wissensgeschichte der Neuzeit“

Forschungsinteressen

Ritual Studies

Residenzenforschung

Alltags- und Kulturgeschichte

Kostümkunde

Forschungsprojekt

Entstehen, Bewahrung und Weitergabe zeremoniellen Wissens im 18. Jahrhundert am Beispiel des Gothaer Hofes

Die zeitgenössische Geschichtswissenschaft sieht das soziale Mit- und Gegeneinander des 17. und 18. Jahrhunderts maßgeblich geprägt von einem großen Standesbewusstsein in allen sozialen Schichtungen. Das Wissen um den eigenen Rang, die damit einhergehende Verteidigung desselben gegen Attacken von oben oder Ambitionen von unten sowie die Versuche, den eigenen Status gegebenenfalls zu erhöhen, waren Ursprung ständiger politischer, juristischer ud sozialer Konflikte. In den kontroverse Fragen etwa nach der Reihenfolge bei Siegelungen von Dokumenten, nach den Kutschenparkplätzen in der kaiserlichen Hofburg zu Wien oder nach der Einführung des kurfürstlich-königlichen Kammerherrenamtes an reichsfürstlichen Höfen fand der je sich selbst und anderen zugestandenen Rang seinen äußeren Ausdruck. Das politische wie auch das höfische Zeremoniell, basierend auf Präzedenzfällen und manchmal auch provokanten Anmaßungen, sollte die Hierarchie im Heiligen Römischen Reich widerspiegeln.

Das Forschungsprojekt will versuchen, die Entstehung, Bewahrung und Weitergabe dieses zeremoniellen Wissens am Beispiel des Gothaer Herzogshofs im 18. Jahrhundert zu untersuchen und zu beschreiben. Hierbei spielen die umfangreichen Korrespondenzen der Gothaer Herzöge mit anderen Fürsten wie beispielsweise denen in Wolfenbüttel, Kassel, Stuttgart und Würzburg eine ebenso große Rolle wie die bekannten Fourierbücher, in denen immer wieder Beschreibungen von zeremoniell begangenen Ereignissen in Gotha zu finden sind. Aber auch die Bestände an zeremonialwissenschaftlichen Publikationen in den herzöglichen Bibliotheken, die Verwaltungsakten etwa zu Ordensverleihungen, die Individual-Hofrangordnungen und die privaten Notizen der Herzöge zeugen von der Wichtigkeit, die einer bewusst nach außen vertretenen (also repräsentativen) Verortung innerhalb des politischen und sozialen Gefüges des Heiligen Römischen Reiches zugemessen wurde.

Wie das Wissen um diese zahlreichen und mit einander verknüpften Rangfragen, das als politisch wie sozial überlebensnotwendig angesehen werden kann, entstand, bewahrt und weitergegeben wurde, soll nun untersucht werden. Zentral ist hierbei weniger die Frage, wie die Zeremonien selbst als Akte genau aussahen, sondern, was warum als überlieferungswürdig galt und welcher Nutzen aus diesen Überlieferungen gezogen wurde.

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