Universität Erfurt

Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt

Michael Schwarz M.A.

Curriculum Vitae

Geboren 1986 in Weimar

2007 – 2010 Bachelorstudium der Geschichtswissenschaften (Hauptfach) und

Staatswissenschaften – Sozialwissenschaften (Nebenfach) an der Universität Erfurt

2010 – 2012 Magisterstudium der Geschichtswissenschaften an der Universität Erfurt

Seit 2013 Doktorand mit dem Forschungsthema „Studien zu militärischen Wissenskulturen
im mitteldeutschen Raum des 17. und 18. Jahrhunderts. Das Beispiel des Herzogtums
Sachsen-Gotha-Altenburg“

Forschungsschwerpunkte

Historische Anthropologie
Neue Militärgeschichte
Verhältnis von Militär und Religion in der FNZ
Beziehungen zwischen Militär und Wissen in der FNZ

Projektbeschreibung

Studien zu militärischen Wissenskulturen des mitteldeutschen Raums im 17. und 18. Jahrhundert. Das Beispiel des Herzogtums Sachsen-Gotha-Altenburg

Das Projekt widmet sich der Untersuchung der veränderlichen Zirkulation militärischen Wissens während der Frühen Neuzeit. Dies erfolgt Anhand des Beispiels des Herzogtums Sachsen-Gotha-Altenburg im 17. und 18. Jahrhundert, wobei der Fokus auf der Zeitspanne von 1670 bis 1770 liegt. Diese Auswahl bietet sich aus mehreren Gründen an. Erstens verfügte dieses Territorium in dieser Periode im Verhältnis zur eigenen Bevölkerung über sehr viele Soldaten, so dass es um 1700 sogar ein höherer Militarisierungsgrad als in Brandenburg-Preußen erreicht wurde. Zweitens nutzten die sachsen-gotha-altenburgischen Herzöge ihre Militärmacht nicht um selbst Krieg zu führen, sondern betrieben stattdessen seit dem späten 17. Jahrhundert unter Friedrich I. bis in die 1760er Jahre unter Friedrich III. auf internationalem Niveau Subsidienhandel, was die Überlassung von eigenen Truppen für finanzielle oder politische Unterstützung an andere Staaten meint. Drittens ermöglicht die Konzentration auf ein solch relativ überschaubares Territorium innerhalb einer nicht zu weit gefassten Zeitspanne eine bessere Analyse der verschiedenen Akteure und Praktiken bei der veränderlichen Zirkulation militärischen Wissens.

Hierbei wird zudem vermutet, dass aufgrund der Aufrüstung Sachsen-Gotha-Altenburgs sowie die mit ihr in Beziehung stehende Praxis des Subsidienhandels in diesem Zeitraum größere Dynamiken hinsichtlich der Verhältnisse zwischen territorialstaatlichem Militärwesen und frühneuzeitlichen Wissenskulturen greifbar sind. Die Darstellung dieser weitreichenden und vielfältigen Wechselwirkungen zwischen frühneuzeitlichen Militär und verschiedenen Wissensformen und Wissensarten bilden den zentralen Bestandteil dieser Arbeit. Dabei spielen die gegenseitige Beeinflussung von gelehrten, alltäglichen sowie administrativen Wissensbeständen für militärische Notwendigkeiten und Erwartungen ebenso eine Rolle wie die Wissenstransfers von der höfischen Zentrale über den (residenz-)städtischen Raum bis in die ländliche Peripherie. Darüber hinaus werden auf diese Weise ebenso bestimmte militärische Wissenskulturen des Hofes, der (Residenz-)Stadt und des Landes beschreibbar und können miteinander in Relation gesetzt werden. Somit verbindet dieses Projekt die ‚Neue Militärgeschichte‘ mit der ‚Neuen Wissensgeschichte‘ auf eine bisher einzigartige Weise.

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