Universität Erfurt

Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt

Robert Heindl M.A.

Kontakt

Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt (FZG)
Schloss Friedenstein
99867 Gotha

Curriculum Vitae

2002
Sprach- und Medizinstudium in Perugia und L' Aquila, Italien

2005
Studium der Neueren und Neuesten Geschichte, Geschichte und Kultur des Nahen Orients sowie Geschichte Südosteuropas an der LMU München

2011
Magisterabschluss an der LMU mit einer Arbeit zur Wahrnehmung der amerikanischen Kolonien im 18. Jahrhundert in Texten von Edmund und William Burke

2012
Promotionsvorhaben zu den politischen Auswirkungen der Schriften des englischen Bibelforschers Joseph Mede, Tätigkeit als Stadtführer und Museumspädagoge im Münchner Stadtmuseum

Seit Juni 2014
Forschungsprojekt "Antiquarianismus in Briefkonstellationen um Leibniz, Cuper und La Croze - 1708 – 1712"

Forschungsschwerpunkte

Wissensgeschichte der frühen Neuzeit

Briefwechsel und die frühneuzeitliche Gelehrtenrepublik

Antiquarianismus und antiquarische Praktiken der frühen Neuzeit

Geschichte des politischen Denkens

Die glorreiche Revolution 1688

Freiheitsbilder im Kontext des Britischen Imperiums im 18. Jh.

Projektbeschreibung

Antiquarisches Wissen im Werden anhand einer Briefkonstellation um Leibniz, Cuper und La Croze

Auf der Quellengrundlage von Briefen der drei Gelehrten Leibniz, Cuper und La Croze zwischen 1708 und 1712 werden drei antiquarische Sachverhalte als Briefkonstellation beschrieben. Eine Konstellation bedeutet im Sinne der Konstellationsforschung einen dichten Zusammenhang von Personen, Dokumenten, Ideen und Theorien. Im Gegensatz zur älteren Konstellationsforschung, die sich mit der Entstehung philosophischer Gedankengänge befasst hatte, hat die Briefkonstellation in dieser Arbeit wissenschaftliche Erkenntnisprozesse anhand von antiquarischen Sachverhalten zum Thema. Die Basis der Kommunikation in den Briefwechseln bildete eine auf den Umgangsformen der frühneuzeitlichen Gelehrtenrepublik beruhende Vertrauensstruktur. Diese war nicht statisch, sondern musste ständig erneuert werden und konnte im Falle von Verzögerungen, Missverständnissen oder gar Streits für die Beteiligten zum Zwang werden. Dadurch ist jene Vertrauensstruktur von besonderer heuristischer Bedeutung für die Rekonstruktion der Erkenntnisprozesse. Die drei in der Arbeit beschriebenen antiquarischen Sachverhalte sind die Ruinen und keilförmigen Schriftzeichen von Persepolis, außerdem ein Spiegel mit altchinesischen Schriftzeichen sowie andere Grabfunde aus Sibirien und zuletzt die kelto-skythische Ursprache und der Ursprung des Alphabets. Die epistemologischen Prozesse in den Briefen standen thematisch und sprachlich im Bezug zu einem wissenschaftlichen Referenzrahmen, der durch die komplexen Überlagerungen von heidnischer Kultur und Religion mit der alttestamentarischen Heilsgeschichte in Form eines biblischen Antiquarianismus gebildet wurde. Exemplarisch waren dabei sprachwissenschaftliche Fragen nach dem Ursprung der alphabetischen Buchstaben und der Beschaffenheit hieroglyphischer Schriftzeichen. 

Abbildung 1: Brief von Maturin Veyssière La Croze an Gijsbert Cuper, 14. September 1709. © Koninklijke Bibliotheek. De nationale bibliotheek van Nederland, Den Haag. Foto: Martin Mulsow.

Publikationen

Robert Heindl. The Burkes' “An Account of the European Settlements in America” – A different vision of empire? Saarbrücken 2015. (Magisterarbeit)

Robert Heindl: 1716 – Leibniz' letztes Lebensjahr: Unbekanntes zu einem bekannten Universalgenie. 3.12.-5.12.2014, Hannover (Tagungsbericht), hsozkult

Stefan Hanß und Robert Heindl: Ludolf und Wansleben – Orientalistik, Politik und Geschichte zwischen Gotha und Afrika 1650-1700. 11.05.-13.05.2015, Gotha (Tagungsbericht), hsozkult

Lorenza Castella und Robert Heindl: Aufsätze als Medien der Charakterbildung und Menschenführung in der Spätaufklärung. 25.06-27.06.2015, Gotha (Tagungsbericht), hsozkult

Robert Heindl. Antiquarianismus in einer Konstellation um Leibniz, Cuper und La Croze zwischen 1708/09 – Das Beispiel Persepolis in: Li, Wenchao (Hg.). ,,Für unser Glück oder das Glück anderer” Vorträge des X. Internationalen Leibniz-Kongresses Hannover, 18.-23. Juli 2016. Band V, S.491-508.

Lehrveranstaltungen

WS 15/16: Blockseminar (gemeinsam mit Dr. Lucinda Martin): Internationale religiöse Korrespondenz-Netzwerke in der frühen Neuzeit: 1 SWS: Seminarraum Forschungszentrum Gotha

SS 16: Seminar: Die europäische Gelehrtenrepublik um 1700 – Konzept, Methode und Medien: 2 SWS: Campus Erfurt

WS 16/17: Seminar: Antiquarianismus und antiquarische Praktiken in der frühen Neuzeit: 2 SWS: Campus Erfurt

WS 16/17: Blockseminar (gemeinsam mit Dr. Lucinda Martin): Millenarismus im 17. Jahrhundert

WS 17/18: Briefwechsel als wissenschaftliches Medium um 1700

SS 18 (zusammen mit Dr. Florian Wagner IPS (Integriertes Proseminar): Mobilität in der Geschichte

Navigation

Werkzeugkiste

Nutzermenü und Sprachwahl