Université d'Erfurt

20 Jahre Kommunikationswissenschaft in Erfurt

Medien und politische Kommunikation im Nahen Osten

Prof. Dr. Kai Hafez hat sich in den letzten Jahren in einer Reihe von Forschungsinitiativen verschiedenen Aspekten der politischen Kommunikation der Medien im Nahen Osten zugewandt. Dabei wurde die Leitfrage verfolgt, inwieweit der Prozess der Globalisierung die regionalen Mediensysteme erfasst und zu ihrer Demokratisierung beigetragen hat. Eine lineare Entwicklung einer durch globale Medien bedingten Öffnung und Pluralisierung der Medien kann nicht festgestellt werden. Vielmehr waren und sind die meisten Liberalisierungserscheinungen instabiler Natur und werden nach wie vor von autoritärer nationalstaatlicher Politik geprägt. Die dennoch erkennbare Belebung der Medienlandschaft ist vielfach das Resultat regionaler spillover-Effekte, etwa Gestalt des in den arabischen Ländern beliebten kritischen Nachrichtensenders Al-Jazeera aus Qatar. Regionalisierung genießt gegenüber der Globalisierung den Vorzug der größeren sprachlichen und kulturellen Akzeptanz - auch wenn sich nach dem jüngsten Krieg in Afghanistan neue Trends einer Lokalisierungsstrategie globaler (westlicher) Medien abzeichnen (Reformprojekte des Auslandsrundfunks, CNN auf Arabisch geplant etc.). Als ein weiterer belebender Faktor haben sich sog. "kleine" oder "alternative" Medien erwiesen, insbesondere das Internet, das allerdings im Nahen Osten und Nordafrika nach wie vor ein Elitendasein führt. Zu diesen Eliten zählen allerdings auch politische Gegeneliten unterschiedlicher Couleur. Ob das Internet in seiner Gesamtheit dem zivilgesellschaftlichen Sektor zuzurechnen ist, bleibt wegen der Nutzung des Netzes zur staatlichen Propaganda, durch radikale Oppositionskräfte und in regionalen Konflikten ("Cyber-Intifada" etc.) umstritten. Forschungsergebnisse zur Entwicklung der politischen Kommunikation im Kontext von Globalisierung, Regionalisierung und Demokratisierung wurden unter anderem veröffentlicht in:

Kai Hafez (Hrsg.), Arab Media – Power and Weakness, New York et al.: Continuum, 2009

“A remarkable, diverse and thought provoking survey of the state of knowledge about Arab media and its effects on audiences. Newcomers to the topic will be fascinated by the range of fundamental questions in the field that remain unanswered. Veterans will be dazzled by the diversity of insights and new observations contained here.”
Jon Alterman, Director of the Middle East Program, Center for Strategic and International Studies, Washington, D.C.

Arab Media: Power and Weakness gives a sophisticated and timely assessment of the emergent literature on mass media in the Arab world. The book brings what has been done into focus, and more importantly, sets out clear agendas for what needs to be done in the future. It puts the Arab world squarely in the mainstream of media studies, and will also be of great value for everyone concerned with the modern Middle East.”
Walter Armbrust, Director of the Middle East Centre, St. Antony's College, Oxford University

The editor must be commended fur giving the book a coherence. To some extend it reads as one long discussion of related debates. (…) The book makes an admirable attempt to collate work on Arab audiences, which is still in its infancy but, as several people in the field are beginning to realize, needs to be developed. (…) The breadth of topics and advanced conceptual interventions easily makes the book one of the best overviews of the field to date. (…) A powerful book …”
Sune Haugbolle, University of Copenhagen,
in: Westminster Papers in Communication and Cultur
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