Université d'Erfurt

Anna Förster

Projektskizze

Historisches Erzählen bei Jiří Kratochvil und Jáchym Topol. Fiktionale Historiographie im regionalen Kontext Ostmitteleuropas

Das Dissertationsprojekt untersucht Spielarten des historischen Erzählens in der tschechischen Gegenwartsliteratur. Durch das seit 1989 häufig zu beobachtende Auftauchen fantastischer Elemente erfährt das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen geschichtlichen Fakten und narrativer Fiktion eine besondere Zuspitzung. Die ‚Kreuzung’ von temporal und geografisch exakt verortetem Erzählen mit Labyrinthen, Ungeheuern und Homunculi stellt nicht nur literarische und historiographische Diskurse über die jüngste Vergangenheit der Region auf den Prüfstand, sondern wirft auch epistemologische Fragen auf. Die gleichermaßen thematisch wie strukturell problematisierte Entstehung geschichtlichen Wissens kann nicht unabhängig von der jahrzehntelang angelegten literarischen wie historiographischen Zwangsjacke des ‚realen Sozialismus’ gedacht werden.

Im Mittelpunkt des Vorhabens stehen Prosatexte von Jiří Kratochvil und Jáchym Topol, welche auf unterschiedliche Art und Weise nicht nur die tschechische/tschechoslowakische, sondern auch eine im engeren Sinne (ost)mitteleuropäische Geschichte der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Gegenstand machen.

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Wissenschaftlicher Werdegang

Abitur in Bad Nauheim

2003-2010

Studium des Übersetzens und Dolmetschens (Tschechisch/Französisch) und der Bohemistik in Leipzig und Ústí nad Labem, Tschechien;

Diplom 2010 mit einer Arbeit zur Übersetzung von Polyphonie am Beispiel des Romans "Peníze od Hitlera" und seiner deutschen Übersetzung

seit Oktober 2011

Stipendiatin der Plattform Weltregionen und Interaktionen (Universität Erfurt) und Assoziiertes Mitglied im Forum Texte. Zeichen. Medien.

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Forschungsschwerpunkte

  • tschechische Gegenwartliteratur
  • Literatur und Geschichte/Geschichtsschreibung
  • Fiktionalitätstheorien
  • Übersetzungstheorien

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Vorträge

  • „Die Samtene Revolution als Karneval. Das Jahr 1989 in Werken Jáchym Topols und Jiří Kratochvils“; im Rahmen der Tagung des Jungen Forums Slavistsiche Literaturwissenschaft vom 07.-09.10.2011 in Passau
  • „Alles hier Nicht-Grenze? Raum und Chaos in Jáchym Topols Roman Sestra“, im Rahmen des Workshops „Phantomgrenzen in Ostmittel- und Südosteuropa“ am GWZO Leipzig, 11.-12.11.2011

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