Université d'Erfurt

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Deutsch-tschechische bohemistische Konferenz der Genrearbeiten

Die Forschungsstelle ‚Genrearbeiten‘ der slawistischen Literaturwissenschaft der Universität Erfurt in Kooperation mit dem Ústav pro českou literaturu AV ČR lädt zur deutsch-tschechischen bohemistischen Konferenz

 

Rahmungen des Genres und Genre als Rahmen.

Genrearbeiten: Zwischen Konvention und Subversion in der tschechoslowakischen Literatur

 

an der Universität Erfurt ein.

Die Forschungsstelle ‚Genrearbeiten. Zwischen Konvention und Subversion‘ an der Slawistischen Literaturwissenschaft der Universität Erfurt befasst sich mit der Frage, inwiefern sich Spuren der Kulturpolitik und der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Literaturproduktion in literarischen Texten zeigen und welche Anforderungen sie an die (slawistische) Literaturwissenschaft stellen. Insbesondere fokussiert die Forschungsstelle die Gattung als literarische Rahmenbedingung. Genres sind Rahmenordnungen, die affirmativ genutzt oder in einer Geste des Protests entgrenzt oder subvertiert werden können. Genres bilden sowohl eine Grundlage der Kommunikation, insofern sie von den Mitgliedern einer Gesellschaft gekannte und mit Assoziationen verbundene Formen der medialen Verständigung sind. Genres sind aber selbst auch – trotz ihrer Abstraktion – sinntragend und sinnvermittelnd, so dass in und durch Genres kommuniziert wird.

Die Konferenz möchte diese Form des Dialogs, der auf den vielfältigen Genres basiert, reflektieren und diskutieren. Welche Arbeiten am und mit dem Genre gab und gibt es in der tschechischen oder slowakischen Literatur? Und zwar nicht nur zur Zeit der sozialistischen Kultur und Literatur, die den Schwerpunkt der Forschungsstelle bildet, sondern auch in der Literatur seit dem 19. Jahrhundert oder der Gegenwart. Welche Schnittstellen zwischen Literatur und Politik und Gesellschaft muss eine kulturwissenschaftliche bohemistische Literaturwissenschaft in den Blick nehmen und welche Konzepte sind dafür angemessen? Welche Einflüsse und Spuren der Vergangenheit müssen in Betracht gezogen werden? Ein spezielles Interesse soll auf die Formen der Literaturvermittlung und Literaturkritik gelegt werden. Welche Rolle spielen beispielsweise Feuilleton und Übersetzung und wie prägen sie Genres (mit)?

Die Konferenz bearbeitet zentrale Fragen der kulturwissenschaftlichen Literaturwissenschaft speziell aus bohemistischer Perspektive: Welche Antworten gibt die Forschung zu Autoren, Akteuren und Werken der tschech(oslowak)ischen Literatur? Wie können wir die besondere Geschichte der tschech(oslowak)ischen Literatur für die allgemeine Literaturwissenschaft fruchtbar machen?

Die Konferenz findet mit Unterstützung des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds "Die Bücher der anderen" am 12. und 13. Dezember in IBZ statt.

Themenvorschläge im Umfang von bis zu 500 Wörtern und einer kurzen Angabe zum Vortragenden senden Sie bitte bis zum 31.Oktober 2019 an:

nora.schmidt@uni-erfurt.de & sidak@ucl.cas.cz

 

Call for Papers

 

Im Rahmen der Konferenz findet in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Thüringen (Reihe "Literarischer Salon", Dr. Sabine Zubarik) und Moravská Zemská Knihovna am 12. Dezember eine öffentliche Lesung mit dem tschechischen Autor Michal Ajvaz statt.

 

Alle weiteren Informationen werden in Kürze bekannt gegeben.

Workshop „Twombly, Barthes, Hrabal: „a perverse palimpsest“

Erfurt, 31. Januar und 01. Februar 2018

 

Um das Jahr 1980 schrieb Bohumil Hrabal seine "Poznámky k poznámkám Rolanda Barthese k pracím Cy Twomblye" [Bemerkungen zu Roland Barthes' Bemerkungen zu den Arbeiten von Cy Twombly]. Am 1. Februar 2018 wird der Workshop "Twombly, Barthes, Hrabal: "a perverse palimpsest" diese Kette der Bemerkungen in Erfurt unter internationaler Beteiligung fortsetzen.

Der (tschechische) Text Hrabals über einen (französischen) Text über (amkerikanische) Kunst gibt uns Anlass, über die überschrittenen, reflektierten und die nicht reflektierten Grenzen in dieser Zeichenkette nachzudenken. Einen konkreten Ausgangstext zu diesem Nachdenken bildet die Analyse von Prof. Petra James, deren Vortrag "Twombly, Barthes, Hrabal: trace, erasure, debris and (de)valuation" am 31. Januar 2018 auch Auftakt und Impuls des Workshops sein wird. In ihren Studien hat Prof. James die Problematik von Plagiat und Übertragung (bzw. Fehlübersetzung) des Hrabal-Textes herausgearbeitet. Auch die Genreproblematik, die sowohl in den Werken Hrabals und Barthes, als auch beim kritzelnden und Literatur bzw. Klassik zitierenden Künstler Twombly eine zentrale Rolle spielt, steht im Fokus. Um sie geht es auch in der jeweiligen Reflexion Hrabals über Barthes und Barthes' über Twombly. Genre sowie das Verhältnis von Text zu Kommentar und von Bild- und Textperipherie werden verhandelt. Twombly, so Barthes, sagt "auf seine Weise, daß das Wesen der Schrift weder eine Form noch ein Gebrauch ist, sondern bloß eine Geste. [...] Was ist eine Geste? Etwas wie die Zugabe eines Aktes. Der Akt ist transitiv, er will ein Objekt, ein Resultat hervorrufen". In Hrabals Text heißt es, und dies lässt sich auf die Konstellation der Texte übertragen, "[to] je [...] perverzní palimpsest, tři texty jsou tu, jeden nahrazuje druhý a současně doplňuje, ale nakonec je čitelné toto vyblednutí či smazání či vymazání, pravá to filozofie dneška" [das ist ein perverses Palimpsest, drei Texte sind da, einer ersetzt den andere und ergänzt ihn zugleich, aber am Ende ist dieses Ausbleichen, dieses Verschmieren, dieses Wegwischen lesbar. Das ist wahrhaftig die Philosophie des heutigen Tags].Wir möchten vorschlagen, dieses Prinzip zu analysieren und sich davon anleiten zu lassen.

Experten zu den einschlägigen Kulturen und Medien, sowie Analytiker der Genres sollen zu Wort kommen und in Dialog miteinander treten, um diesen Hrabal-Barthes-Twombly Komplex von allen Seiten zu bearbeiten. Ein Reader ist geplant. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Forums: Texte.Zeichen.Medien sowie der neugegründeten bohemistischen Forschungsstelle "Genrearbeiten" der slawistischen Literaturwissenschaft an der Universität Erfurt statt. Der Abendvortrag findet in Rahmen der Abendvorträge des Forum: Texte. Zeichen. Medien (Raum wird noch bekannt gegeben) statt, der Workshop im Internationalen Begegnungszentrum (IBZ) in der Michaelisstraße. Alle Vorträge sind öffentlich.


Teilnehmer:
Dr. Thomas Glaser
Anna Förster
Dr. Nora Schmidt
Prof. Dr. Holt Meyer
Dr. Petra James


Organisation und Kontakt: holt.meyer@uni-erfurt.de und nora.schmidt@uni-erfurt.de

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