Université d'Erfurt

MAX-WEBER-KOLLEG

Dr. des. Marlis Arnhold

Von Oktober 2008 zunächst als Doktorandin, von Juni 2012 bis Juni 2013 als Post-Doktorandin am Max-Weber-Kolleg.

Vita

  • Seit 06/2012 wissenschaftliche Mitarbeiterin im ERC-Projekt "Lived Ancient Religion: Questioning 'cults' and 'polis religion'" bei Prof. Dr. Jörg Rüpke
  • 2012 Dissertation zum Thema "Transformationen stadtrömischer Heiligtümer während der späten Republik und Kaiserzeit"
  • 2008-2011 Mitglied der Kolleg-Forschergruppe "Religiöse Individualisierung in historischer Perspektive" sowie Kollegiatin des Max-Weber-Kollegs für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien mit einem Promotionsstipendium der Graduiertenschule "Religion in Modernisierungsprozessen" (seit 10/2011 Gast-Kollegiatin)
  • 2006-2008 Promotionsstudium am Archäologischen Institut der Universität zu Köln
  • 2000-2006 Studium der Klassischen Archäologie, Alten Geschichte sowie Ur- und Frühgeschichte in Leipzig und Köln

Forschung und Lehre

Meine Projekte und Lehrveranstaltungen setzen sich mit Fragen rund um die Schnittstelle von Archäologie und Religionswissenschaft auseinander und verzeichnen die folgenden Schwerpunkte:

Heiligtümer

  • aktuelles Projekt:

    "Cult in public, cult in 'hidden' spaces: How visible was religion in so-called small sanctuaries?" (für das ERC-Projekt "Lived Ancient Religion: Questioning 'cults' and 'polis religion'")

    Unter dem Begriff der 'Kleinen Heiligtümer' werden Kultstätten zusammengefasst, deren Form und/oder Größe von denen der während der Republik und Kaiserzeit bekannten römischen Tempelbauten, allen voran der Podiumtempel, abweicht. Mithräen, Heiligtümer des Jupiter Dolichenus oder das der 'Syrischen Götter' am Janiculum in Rom bezeichnete man ebenso mit diesem Terminus wie die Kulträume von Kollegien und allerlei Arten von Schreinen und Sacellae. Dieser Umgang mit diesen Kulteinrichtungen gestattete bislang weder, die archäologischen Reste hinreichend zu analysieren – die Erstellung einer Typologie ist aufgrund der Heterogenität des Materials schlichtweg nicht möglich –, noch die Bedeutung dieser Heiligtümer im religiösen Leben urbaner Zentren zu erfassen. Mit Fokus auf die Städte Rom und Ostia verfolgt das hier skizzierte Projekt das Ziel, die Kultstätten erstmals zusammenzustellen und auf die Sichtbarkeit ihrer Einrichtungen und der in ihnen durchgeführten Kulthandlungen zu betrachten. Dahinter verbirgt sich die Idee, dass nur die Einsehbarkeit der Ausstattungselemente und Rituale von außen eine Differenzierung und damit Kategorisierung dieser Kultstätten gestattet, die deren Einordnung in das urbane System von Heiligtümern gestattet. Den bisherigen sakraltopographischen Ansätzen mit Blick auf bestimmte architektonische Formen wie die römischen Podiumtempel (einschließlich ihrer Sonderformen) und einer bestimmten Größe wird dabei ein Zugang entgegengestellt, der die Einsehbarkeit der Kulträume und Sichtbarkeit der Kulthandlungen in den Vordergrund stellt und somit eine funktionale Unterscheidung propagiert. Ein Mithräum muss demnach nicht dieselbe Funktion erfüllen wie anderes.

  • 2012:

    "Transformationen stadtrömischer Heiligtümer während der späten Republik und Kaiserzeit"(Dissertation 2012; Publikation in Vorbereitung)

    Die Arbeit diskutiert die Frage, was eigentlich mit den republikanischen Heiligtümern der Stadt Rom während der Kaiserzeit geschah. Dazu wurden die baulichen, räumlichen und funktionalen Veränderungen für insgesamt 15 Tempelgebäude des mittleren und südlichen Marsfelds, Forum Holitorium und Forum Boarium in Rom sowie die drei Tempelgebäude der Area Sacra dei Templi Repubblicani in Ostia analysiert. Das Ergebnis dieser Untersuchungen überrascht durch die hohe Zahl der neu gewonnenen Erkenntnisse zu den einzelnen Kultstätten, die sich während der kaiserzeitlichen Jahrhunderte funktional mitunter stark voneinander unterschieden. Auf diese Weise konnte ein völlig neues Bild der Heiligtümer im städtischen Raum gezeichnet und gerade auch der Pragmatismus im Umgang mit diesen aufgezeigt werden. Wo Raum knapp war, definierte man auch Kulträume durchaus flexibel.

    "Group Settings and Religious Experiences" (Beitrag zur 9th Annual Conference of the European Association for the Study of Religions, EASR, and International Association for the History of Religions, IAHR, Special Conference in Messina, Italien, 14.–17. September 2009; Manuskript eingereicht)

 Mythenrezeption

  • 2011:

    "Meleager: Reception of a hero’s tale and the idea of man" (Beitrag zur Internationalen Konferenz Evil and death in the light of present and future existence. Conceptions of the human in biblical, early Jewish, early Christian, Greco-Roman and Egyptian literature, Osnabrück, 21.–25. August 2011; Manuskript in Vorbereitung)

    "Menschenbilder – Götterbilder in antiken Mythen" (SS 2011, 6 LP BA-Seminar am Religionswissenschaftlichen Seminar der Universität Erfurt)

Entstehung und Wandel der Bedeutung von Objekten

  • 2012:

    "Predator and Prey: Visualizing Loss in the Sepulchral Art of the Northwestern Provinces" (Vortrag; 11th EASR Annual Conference 2012 "Ends and Beginnings", Södertörn University, Stockholm, Schweden, 23.–26. August 2012)

    Götterbilder zwischen luxuria-Vorwurf und göttlicher Präsenz: Reflexionen über das Göttliche und dessen bildlicher Darstellung in Texten antiker Autoren (Vortrag, Internationales Kolloquium Simulacra et Imagines Deorum. Das Antlitz der Götter: der Beitrag der Götterbilder zur Entstehung von Plastik im Westen des Römischen Reiches, in Boticas, Portugal, 24.–27. Mai 2012; Manuskript eingereicht)

    Wie göttlich ist ein Götterbild und lässt sich eine Gottheit überhaupt im Bild darstellen? Diese Frage beschäftigte zahlreiche antike Autoren und stellt den Ausgangspunkt dieses Beitrags dar, der sich mit der Frage auseinandersetzt, wie ein Bild inhaltlich Bedeutung erhält. Dies hängt ganz von der Haltung des Betrachters ab, offenbart der Blick in Plinius Naturgeschichte.

 Methodische Ansätze und Theorien

  • 2012, anstehend:

    "Rethinking 'sanctuaries', reconsidering 'sacral topography". Konferenzbeitrag, weitere Details folgen in Kürze.
  • 2007/08:

    "Theorien und Grundlagen der Klassischen Archäologie" (WS 2007/08, Tutorium zum Einführungsseminar zus. mit Frank Wascheck, M.A. am Archäologischen Institut der Universität zu Köln)

Publikationen

Erschienen:

Die Area Sacra des Largo Argentina: Entstehung der Platzanlage im Kontext des mittleren und südlichen Marsfeldes, in: J. Albers u. A. (Hrsg.), Das Marsfeld in Rom. Beiträge der Berner Tagung vom 23.–24. November 2007, Pantheon 4 (Bern 2008) 47–60.

Akteure des Wandels: das Beispiel der Area Sacra des Largo Argentina in Rom, Archäologische Informationen 34, 2011, 77–85.

Eingereichte Manuskripte:

Götterbilder zwischen luxuria-Vorwurf und göttlicher Präsenz: Reflexionen über das Göttliche und dessen bildlicher Darstellung in Texten antiker Autoren. – Beitrag zum Internationalen Kolloquium des DAI Madrid Simulacra et Imagines Deorum. Das Antlitz der Götter: der Beitrag der Götterbilder zur Entstehung von Plastik im Westen des Römischen Reiches, in Boticas, Portugal, 24.–27. Mai 2012.

Group Settings and Religious Experiences. – Beitrag zur 9th Annual Conference of the European Association for the Study of Religions (EASR) and International Association for the History of Religions (IAHR) Special Conference, Messina, Italien, 14.–17. September 2009.

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