Université d'Erfurt

MAX-WEBER-KOLLEG

Livia Loosen

Von Oktober 2009 bis März 2012 als Kollegiatin mit einem Stipendium des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, von April bis Oktober 2012 mit einem Stipendium der Kirchen- und Klosterkammer, von November 2012 bis Oktober 2013 als Gastkollegiatin am Kolleg.

Dissertationsprojekt: "Deutsche Frauen in den Südsee-Kolonien des Kaiserreichs und ihre Beziehung zur indigenen Bevölkerung 1884-1919"

Vita

geb. am 8. April 1982 in Freiburg im Breisgau

Oktober 2001 - Juli 2007: Studium der Mittleren und Neueren Geschichte, Journalistik und Philosophie an der Universität Leipzig
(Thema der Magisterarbeit: "Das Rollenbild der deutschen Frau in den Südsee-Kolonien des Kaiserreiches: Erfahrungen und Selbsterkenntnisse")

September - November 2007: Praktikum in der Ozeanien-Abteilung des Grassi Museums für Völkerkunde zu Leipzig

April - Oktober 2009: Teilnahme am Internationalen Promotionsprogramm "Kulturbegegnungen" der Universität Bayreuth

Seit Oktober 2009 am Max-Weber-Kolleg mit dem Dissertationsprojekt "Deutsche Frauen in den Südsee-Kolonien des Kaiserreiches und ihre Beziehung zur indigenen Bevölkerung (1884-1919)"

Betreuer: Prof. em. Dr. Wolfgang Reinhard (Max-Weber-Kolleg) und Prof. Dr. Hermann Hiery (Universität Bayreuth)

Forschungsprojekt

Deutsche Frauen in den Südsee-Kolonien des Kaiserreiches und ihre Beziehung zur indigenen Bevölkerung 1884 - 1919

Im Rahmen der historischen Frauen- und Geschlechterforschung sollen in diesem Dissertationsprojekt Alltag, Rollenbild und soziale Stellung deutscher Frauen in den Südsee-Kolonien des Kaiserreichs untersucht werden. Besonderer Wert wird dabei auf die Analyse der Beziehungen zwischen den deutschen Frauen und der indigenen Bevölkerung gelegt.

Bei der thematisierten Region handelt es sich um den nordöstlichen Teil Neuguineas mit dem vorgelagerten Bismarckarchipel, die nördlichen Salomonen, die Karolinen, die Palau-Inseln, die Marianen, die Marshallinseln, die Insel Nauru und die beiden Samoa-Inseln Upolu und Savai’i.  Der zeitliche Rahmen der Untersuchung wird durch die Kolonialpolitik des Kaiserreiches abgesteckt und umfasst die Jahre von 1884 bis 1919.

Ziel des Forschungsvorhabens ist es, durch Analyse des verfügbaren Quellenmaterials eine möglichst umfassende Untersuchung des Alltagslebens der deutschen Frauen in der Südsee vorzulegen. Für die deutschen Kolonien in Afrika existieren längst ähnliche Studien. Es ist bisher jedoch nicht möglich, deren Ergebnisse mit der Situation in den deutschen Kolonien in der Südsee zu vergleichen, da diese bisher unberücksichtigt blieb.

Es soll daher untersucht werden, warum sich deutsche Frauen in diesen Kolonien niedergelassen haben, wie sich ihr Leben dort gestaltete, welches Rollenbild sie der kolonialen Propaganda gemäß erfüllen sollten und welche soziale Stellung sie im Geschlechterverhältnis und in der kolonialen Gesellschaft einnahmen. Hierbei soll die Frage beantwortet werden, in wie weit sich die gesellschaftliche Lage der deutschen Frauen in der Südsee von ihrer Situation in der Heimat unterschied und ob sich womöglich in den Kolonien größerer Spielraum zur Emanzipation bot.

Ein Schwerpunkt des Vorhabens liegt auf der Analyse der Beziehungen zwischen deutschen Frauen und der indigenen Bevölkerung. Wurden Stereotype der jeweils „Anderen“ auf Grund der in den Kolonien gemachten Erfahrungen revidiert oder weiter fortgeschrieben? In wie fern beeinflussten sich die beiden Bevölkerungsgruppen? Welche Rolle spielte die so genannte „Mischehe“?

Bei der Suche nach Antworten auf diese Fragen dienen als Quellen vor allem Schriftzeugnisse,  die die betroffenen Frauen selbst hinterlassen haben. Es handelt sich dabei um Egodokumente wie Tagebücher und Briefe sowie um Veröffentlichungen in Form von Zeitschriftenartikeln und Büchern. Mit einbezogen werden Forschungsberichte und Reiseschilderungen von deutschen Frauen, die die Südseekolonien nur vorübergehend besuchten. Ergänzend werden auch Schilderungen von ehemals in der Südsee lebenden Männern herangezogen, um Hinweise auf das Frauenleben in der Südsee zu untersuchen. Die Analyse der genannten Quellen wird durch die Untersuchung verschiedener amtlicher Publikationen und eine vertiefende Archiv-Recherche gestützt: Die betreffenden Akten des Reichskolonialamtes und der lokalen Kolonialverwaltung werden ebenso einbezogen wie die Bestände verschiedener Missionsarchive.

Publikationen

Zu den Veröffentlichungen von Livia Loosen gelangen Sie über den Forschungsdatenbankserver der Universität Erfurt.

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