Université d'Erfurt

MAX-WEBER-KOLLEG

Prof. Dr. Florian von Rosenberg

Fellow am Max-Weber-Kolleg April 2014

florian.von_rosenberg@uni-erfurt.de

Forschungsprojekt am Max-Weber-Kolleg

Gesellschaftliche Bedingungen der Möglichkeit von Erziehung und Bildung zwischen Tradierung und Transformation

Im Forschungskontext des Max-Weber-Kollegs beschäftigen mich zwei Forschungsthemen, deren Verbindung in unterschiedlicher Art und Weise in der Frage nach Verbindungslinien zwischen Tradierungs- und Transformationsprozessen zu finden sind.

1) Modi und Register pädagogischer Planung zwischen Tradierung und Transformation. Rekonstruktion pädagogischer Reformprogramme:

Vorstellung, Hoffnungen und Illusionen einer Realisierung des neuen Menschen wurden und werden seit der Antike mit pädagogischen Programmen und damit zusammenhängenden Vorstellungen von Erziehung und Bildung verknüpft. In der sich konstituierenden Moderne lassen sich wohl keine Programme gesellschaftlichen Wandels beobachten, die ihre Vorstellungen von einer anderen Gesellschaft nicht auch mit Fragen und Planungen verbinden, wie kommende Generationen an diese herangeführt werden sollen. Pädagogische Programme und damit einhergehende Diskurse um Ordnungen von Erziehung und Bildung sind damit immer auch Kommunikationen über gegenwärtige und zukünftige Vorstellungen von Gesellschaften und deren Planung. Spätestens seit der im 19. Jahrhundert real beginnenden Durchsetzung einer allgemeinen Schulpflicht in einem sich ausdifferenzierenden Erziehungssystem zeigen sich groß angelegte und sich wiederholende (Selbst-)Versuche moderner Gesellschaften mit ihren nahezu kompletten zukünftigen Generationen zu experimentieren. Implizit und explizit liegen diesen pädagogischen Experimenten (Planungs-)Programme zugrunde, deren Blaupausen sich besonders gut an pädagogischen Reformdiskursen rekonstruieren lassen. Anhand der Rekonstruktion von unterschiedlichen Reformdiskursen des modernen Erziehungssystems sollen die Muster und Register pädagogischer Imagination und Planung und damit verbundene Vorstellungen von Zusammenhängen zwischen Tradierungen und Transformationen untersucht werden.

2) Die normativen Grundlagen der Tradierung und Transformation von Selbst- und Weltverhältnissen:

Auf eine andere Analyseebene wechselnd, ergibt sich ein anderer Forschungsschwerpunkt aus meiner Beschäftigung mit den Tradierungs- und Transformationsprozessen von Selbst- und Weltverhältnissen. In den letzten fünfundzwanzig Jahren hat sich innerhalb der Erziehungswissenschaft ein Forschungsstrang etabliert, in dem der Versuch unternommen wurde, systematische Reflexionen und empirische Rekonstruktionen in ein produktives Wechselverhältnis zu stellen. Kritisch zu diesen sich um den Bildungsbegriff gruppierenden Untersuchungen wurde jüngst immer wieder angemerkt, dass bislang die normativen Grundlagen um die untersuchten Transformationsprozesse nur vereinzelt in den Blick genommen wurden. Von diesem Defizit ausgehend, sollen unterschiedliche Versuche der normativen Fundierung der Entstehung des Neuen zwischen Tradierung und Transformation untersucht werden.

Zur Website von Prof. von Rosenberg:

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