Université d'Erfurt

MAX-WEBER-KOLLEG

Dr. Yahya Kouroshi

Postdoktorand am Max-Weber-Kolleg
von Oktober 2013 bis März 2014

yahya.kouroshi@uni-erfurt.de

Vita

Akademischer Werdegang

  • 2012  Promotion im Fach Neuere Deutsche Literaturwissenschaft der Universität Erfurt
  • 2007  M.A. Christian-Albrechts-Universität zu Kiel : „Neuere Deutsche Literatur und Medien“ (HF), „Kunstgeschichte“ und „Spanische Philologie“ (NF)
  • 2000  B.A. Universität Teheran, Fakultät für Fremdsprachen, „Deutsche Sprache“

Fellowship

  • 11.2013 -  8.2014    Postdoc-Stipendiat am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt in der Kolleg-Forschergruppe „Religiöse Individualisierung in historischer Perspektive“
  • 5.2013 - 10.2013    Postdoc-Stipendiat am Kunsthistorischen Institut in Florenz – Max-Planck-Institut
  • 10.2012 - 04.2013     Postdoc-Initialisierungsstipendium an der Uni Erfurt für einen DFG-Antrag (in Zusammenarbeit mit Prof. E. Leuschner und Prof. G. Wolf)
  • 10.2010-09.2011     Stipendiat der „Plattform Weltregionen und Interaktionen“ (Area Studies Transregional) der Universität Erfurt

Forschungsprojekt am Max-Weber-Kolleg

Kalender und Ordnung im interdisziplinären und interkulturellen Kontext um 1600

Anhand der in der Forschungsbibliothek Gotha gelegenen Manuskripte in arabischer, persischer und türkischer Sprache sollen Zeitpraktiken, d.h. verschiedene Aspekte der Synchronisierung der Zeit, der Zeit-Ordnung, Zeit-Messung sowie der Modi ihrer Darstellung und Normalisierung im Spannungsfeld von beginnender Ausdifferenzierung und Pluralisierung der Lebenswelt in der Frühen Neuzeit um 1600 untersucht werden. Hierfür wurden etwa 20 von rund 100 im Pertsch-Katalog inventarisierten Manuskripten ausgewählt, welche in den letzten zwei Dekaden des 16. Jh.s bis etwa zur Mitte des 17. Jh.s von älteren Manuskripten abgeschrieben und übersetzt wurden oder neu entstanden sind. Dieser überwiegend in arabischer Sprache verfasste Textkorpus in der Gothaer Sammlung fungiert als Grundlage für weitere Untersuchungen. Folgende Institutionen sind an diesem Projekt beteiligt: Universität Würzburg, Max-Weber-Kolleg Erfurt, Universität Marburg und evtl. noch eine Universität aus dem Ausland.

Mit visuellen Repräsentationen der Zeit soll die synchrone manuskript-bezogene und diachrone kulturgeschichtliche Sinndimension des Forschungsvorhabens angesprochen werden. Ausgehend von der Tatsache, dass jede Bezugnahme auf Zeit primär bildlich gemeint ist, kommt den Bildern – ob sprachlicher oder visueller Natur – in ihrer medial/intermedialen und mnemotechnischen Funktion als visuelle Topoi eine zentrale Bedeutung zu. Über textuell/paratextuelle Aspekte hinaus, sollen die Forschungsergebnisse zu den unterschiedlichen Bildkonzepten im Kontext dieser Manuskripte geöffnet und deren Besonderheit interdisziplinär und transkulturell diskutiert und herausgearbeitet werden. Dabei wird entscheidend sein, die kulturspezifischen Besonderheiten der Zeit-Ordnung und Zeit-Messung im kosmologischen und kalendarischen Sinne in den Fokus der Untersuchung zu rücken. Leitfragen werden die Verflechtung der Geometrie mit anderen Wissensordnungen und die Raumwahrnehmung an der Schnittstelle zwischen ‚geometrischem und anthropologischem Raum‘ (Certeau) sein.

Kulturübergreifend kommt der Geometrie in der visuellen Form der Linie sowie in der kosmischen Verortung des Individuums, etwa in den Debatten über ‚geozentrische und heliozentrische Modelle bzw. Systeme‘, aber auch in ihrem Modellcharakter für die anderen Episteme, eine besondere Bedeutung zu. Diese von der Forschung bisher überwiegend wissensgeschichtlich kontrovers diskutierte Thematik soll im Rahmen dieses Forschungsvorhabens interdisziplinär durch Heranziehen von visuellen, poetischen und kosmografischen Konzepten erweitert werden (Kosmografie).

Publikationen

  • Alternative Modernen: Literatur in autoritären Regimen. Simin Daneshvar – Mercè Rodoreda – Christa Wolf, Bielefeld, Transcript-Verlag 2014, (Dissertationsschrift).
  • „Wie Goethe seinen West-östlichen Divan kalligraphisch dichtete“. In: Architektur- und Ornamentgraphik der Frühen Neuzeit: Migrationsprozesse in Europa, hg. von Eckhard Leuschner/Sabine Frommel, Rom 2014, S. 429-440.
  • „Erzählen mit geteilter Zunge: vom Einverleiben und Distanzieren in Özdamars Roman Die Brücke vom Goldenen Horn“. In: Distanz: Schreibweisen, Entfernungen, Subjektkonstitutionen in der tschechischen und mitteleuropäischen Literatur, hg. von Nora Schmidt/Anna Förster, Kromsdorf 2014, S. 149-158. 
  • „Topographie und Parteilichkeit. Die Terra Santa des Bernardino Amico (Florenz 1620) als Dokumentation der christlichen Stätten unter osmanischer Herrschaft“, (zus. mit E. Leuschner), in: Revista de Historiografía 21 (2014), S. 67-86.
  • „Poetik und Grammatik des Blicks: Goethes Symbol-Begriff vom Euphrat aus betrachtet“. Geplante Publikation im Sammelband der Tagung: Der interkulturelle Diskurs des deutschsprachigen Raumes und Persiens vom 18. bis in das 20. Jahrhundert. Literarische Rezeption, Wissenstransfer, Spiritualität. Département d'études allemandes de l’Université de Strasbourg, Hg. Von Christine Maillard und Hamid Tafazoli, (eingereicht).
  • „Medialiät und Modalität der Prophetie. Die Rezeption der Geschichte Christi am Hof der Großmogulherrscher in Indien um 1600 anhand von Schriften des Jesuiten Jeronimo Xavier“. Geplante Publikation im Sammelband Interreligiöse Beziehungen im Wandel der Zeit (=Vorlesungen des Interdisziplinären Forums Religion der Universität Erfurt, Bd. 11), Münster 2015, Hg. Von Gabel, Michael/Malik, Jamal/Okolowicz, Justyna, (Manuskript bei den Herausgebern).

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