Université d'Erfurt

International Conference: The Shadow Side of Gratitude

Public Lecture: “Von Gutmenschen, guten Menschen und geflüchteten Menschen: Reflexionen auf die Frage, ob Geflüchtete dankbar sein sollen"

Abstract / Zum Vortrag:

Viele Menschen erwarten Dankbarkeit von den Geflüchteten, die in unserem Land aufgenommen worden sind. Häufig liest oder hört man den Satz ‚Geflüchtete sollten dankbar sein‘. Der Vortrag fragt, was dieser Satz bedeutet und ob er richtig ist. Eine Pflicht zur Dankbarkeit kann es offensichtlich nicht geben: Das gilt auch für Geflüchtete. Dankbarkeit ist vielmehr Supererogation, nämlich eine moralisch wünschenswerte Handlungsweise, die über die Pflicht hinausgeht. Aber sollte man nicht jedermann zur Dankbarkeit raten, weil Dankbarkeit ein sympathischer Ausdruck einer Tugendhaltung ist? Wer sich dankbar für erwiesene Wohltaten zeigt, wird gemocht und geschätzt. Das gilt wiederum auch für Geflüchtete. Doch wofür genau und in welchem Umfang ist Geflüchteten Dankbarkeit anzuraten? Vor allem diese Fragen soll der Vortrag zur Diskussion stellen. 

Many People expect gratitude from refugees who have been admitted to our country. But is this expectation justified? Should refugees be grateful? On the one hand, there obviously can be no duty to be grateful. This holds also true for refugees. Gratitude is an act of supererogation, i.e. a morally desirable action that goes beyond the call of duty. But on the other hand, gratitude seems to be advisable for everyone (including refugees), because it is a sympathetic expression of virtue. But what for and to what extent refugees should be advised to be grateful? These questions will be put up for discussion.

 

About the speaker / Zur Person:

Marie-Luise Raters ist apl. Professorin am Lehrstuhl für Angewandte Ethik der Universität Potsdam. Sie lehrt und forscht zur Praktischen Philosophie (insbesondere zum moralischen Dilemma und zur Supererogation), zur Didaktik der Ethik und zum Pragmatismus (insbesondere zur pragmatistischen Religionsphilosophie und Ästhetik).

Wichtige Veröffentlichungen: Das moralische Dilemma – Antinomie der praktischen Vernunft? Freiburg: Alber 2013; „Einmal ein Held sein? Kritische Überlegungen zur Supererogation als Leitbild der Moralerziehung“. Zeitschrift für Didaktik der Philosophie und Ethik. Heft 2 /2015, S. 54-66; (als Hrsg.) Warum Religion? Pragmatische und Pragmatistische Reflexionen zur Funktion von Religion im Leben, Freiburg: Alber 2015.

 

Der Vortrag richtet sich an ein breites Publikum. Alle sind herzlich eingeladen!

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