Université d'Erfurt

Internationale Tagung: „Ritualdynamik und rituelle Akteure“ 20.01.2020 - Max Weber Kolleg

Wie reagieren rituelle Akteure, wenn sich die historischen, politischen und religiösen Umstände ändern? Passen sie die Rituale, die sie in der Vergangenheit ausgeführt haben, den neuen Umständen an? Erfinden sie vielleicht sogar neue Rituale, um auf neue Herausforderungen zu reagieren? Welche Herausforderungen entstehen, wenn die Genderfrage in religiöser und ritueller Sprache berücksichtigt werden soll? Sind Veränderungen von Ritualen eher als Reformation oder eher als Revolution zu interpretieren? Vom 19. bis 21. Februar 2020 wird eine weitere international besetzte Konferenz des Research Centre „Dynamik ritueller Praktiken im Judentum in pluralistischen Kontexten von der Antike bis zur Gegenwart“ der Universität Erfurt im Bildungshaus St. Ursula in Erfurt stattfinden, die auf diese Fragen Antwort geben soll.

Außenansicht Augustinerkloster

Im ersten Block am Nachmittag das 19. Februar referieren: Tessa Rajak (Reading/Oxford) zu Ritualen am Jerusalemer Tempel vor und nach seiner Zerstörung, Michael Satlow (Brown University) zu Ritualen, die den Vorfahren zugeschrieben werden, und Merav Schnitzer (Tel Aviv) zu mittelalterlichen Frauenritualen und Schmuck. Im zweiten Block am Morgen des 20. Februar sprechen: Adam Seligman (Boston) zur vieldeutigen Natur von Ritualen, Benedikt Kranemann (Erfurt) zur Verbindung von liturgischer Geschichtsschreibung und liturgischer Praxis sowie Vasilios N. Makrides (Erfurt) zu Ritualreformen im orthodoxen Christentum. In dritten Block am Nachmittag des 20. Februar werden individuelle Case Studies in den Blick genommen: Adi Sherzer-Druckman (Ben Gurion University of the Negev) beschäftigt sich mit rituellen Aspekten von israelischen Nationalfeiertagen, Mirella Klomp (Amsterdam) mit neu geschaffenen modernen Ritualen, Peter Ebenbauer (Graz) mit der Erfindung des „Tag des Judentums“ nach dem Zweiten Weltkrieg und Stephanie Budwey (Vanderbilt Divinity School) mit inklusiver und expansiver liturgische Sprache, die die binären Gendergrenzen in der Liturgie überwinden soll. Am dritten Konferenztag, dem 21. Februar, referieren: Rebecca Ullrich (Erfurt) zu Funktionen und Charakteristika ritueller Akteure in der gaonäischen jüdischen Literatur, Jasmin Kutzner (Erfurt) zu jüdischer Kunstmusik im 20. Jahrhundert, Dominik Abel (Erfurt) zur Veränderung des Rollenverständnisses ritueller Akteure in der Diözese Dresden-Meißen, Jutta Vinzent (Erfurt/Birmingham, UK) zum Thema “Ritual Agency as a Correlative Practice” sowie Jörg Rüpke (Erfurt) zur Frage von Ritualen und menschlichen Beziehungen. Die Konferenz wird durch eine Round Table Discussion abgeschlossen.

Auf dem Programm stehen auch eine Festveranstaltung, die das fünfjährige Bestehen des Research Centres würdigen wird, sowie ein Gesprächskonzert mit Jascha Nemtsov und Julia Rebekka Brembeck-Adler unter dem Titel “King David’s Lyre”. Außerdem ist eine Round Table Discussion im Bildungshaus St. Ursula geplant, bei der es um die Entwicklung jüdischer Identität im 19. und 20. Jahrhundert gehen wird.

Die Konferenz wird ausschließlich in englischer Sprache abgehalten. Die Vorträge finden im Bildungshaus St. Ursula, das Gesprächskonzert im Augustinerkloster Raum Staupitz/Lang statt. Es wird eine Tagungsgebühr von 30 € erhoben, die Mahlzeiten und Konzertteilnahme einschließen. Um Anmeldung bei Claudia Bergmann wird gebeten.

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