Universität Erfurt

Antike Kultur

Johanna Leithoff

Dr. Johanna Leithoff studierte von 2003 bis 2008 Alte Geschichte sowie Latein und Klassische Archäologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

2009 wurde sie als Stipendiatin des Internationalen Graduiertenkollegs „Politische Kommunikation“ angenommen und schloss 2013 an den Universtäten Frankfurt a.M. und Innsbruck ihre Dissertation zum Thema „Vergangenheit als Weg zur Macht. Zur Erringung, Verstetigung und Ausgestaltung des Principats unter Vespasian, Titus und Domitian“ ab; die Arbeit ist 2014 im Druck erschienen (s. u.).

2011/12 und 2014/15 vertrat sie die Stelle einer wiss. Mitarbeiterin am Historischen Seminar der Universität Frankfurt, Abt. f. Alte Geschichte. Seit April 2015 ist sie wiss. Mitarbeiterin an die Universität Erfurt; 2017/18 war sie in Elternzeit.

Habilitationsprojekt "Meerengen als Konzept räumlicher Ordnungen“

Blickt man auf die Mittelmeerwelt, den Raum der griechischen und römischen Antike, so stechen Meerengen besonders markant heraus: Sie gewähren etwa Zugang zum Mittel- und Schwarzen Meer, trennen Inseln voneinander oder vom Festland und bieten sich damit als natürliche Grenze ebenso wie als verbindender Übergang für das Aufeinandertreffen von Landmassen und Meeren an. Gleichzeitig weisen Meerengen jeweils spezifische geographische Eigenheiten auf, die eine Kategorisierung als einheitliches Phänomen erschweren. Wenn deshalb Meerengen bei antiken Autoren wie Strabo, Plinius, Seneca oder anderen dennoch in einem Atemzug aufgeführt werden, dann vor allem aufgrund des Umstands, dass sie in der Regel Gefahren bei der Passage bereithalten, sei es durch Strömungen, Winde oder Felsen. Insofern ist es wenig erstaunlich, dass Menschen sich zu allen Zeiten mit Meerengen auseinandergesetzt haben in Wissenschaft und Mythos, als Seefahrer und Ingenieure, zu Kriegs- und zu Handelszwecken. Implizit oder explizit ‑ immer fungieren Meerengen dabei als Konzept räumlicher Ordnungen und gewähren einen Blick in unterschiedliche Formen antiker Raumwahrnehmung und Raumgestaltung.

Ziel des Projektes soll es deshalb sein, die verschiedenen Wege zu untersuchen, auf denen Menschen sich dem Phänomen der Meerengen als Ausdrucksform räumlicher Ordnungen angenähert haben, und diese in ihrer Entwicklung vergleichend zu untersuchen. Dabei ist in einem ersten Schritt sowohl zu hinterfragen, unter welchen Aspekten Meerengen in der Antike überhaupt als übergreifendes Konzept begriffen wurden, als auch zu differenzieren, inwieweit die einzelnen Meerengen als eigenständige Größen benannt und identifiziert wurden. In einem zweiten Schritt sollen Meerengen als Naturphänomene in den Blick genommen werden; dazu sollen nicht nur Überlegungen zur Entstehung von Meerengen oder deren Strömungsverhältnisse, sondern auch die Thematisierung von Meerengen im Mythos sowie die enge Verflechtung dieser beiden Aspekte untersucht werden. In einem dritten Schritt schließlich sollen Meerengen als Element der Geographie betrachtet werden, zunächst im Hinblick auf ihre Funktion als Fixpunkte, dann aber auch auf ihre Bedeutung als Grenzen und Straßen hin, die als Konflikt- und Kontaktzone fungieren.

Publikationen

Johanna Leithoff: Macht der Vergangenheit. Zur Erringung, Verstetigung und Ausgestaltung des Principats unter Vespasian, Titus und Domitian. Göttingen 2014. 266 S. ISBN 978-3-8471-0289-2

Kyzikos bei Herodot, in: Victor Cojocaru / Alexander Rubel (Hgg.): Mobility in Research on the Black Sea Region (Pontica et Mediterranea 6) Cluj-Napoca (ISBN 978-606-543-722-7) 2016, 143-154

Rez. T. Bekker-Nielsen (Hg.), The Inland Seas (2016), in: Historische Zeitschrift 307.3, 2018, 755–756

Lehrveranstaltungen

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Kontakt

LG IV, R. 134, Tel. 4305, johanna.leithoff@uni-erfurt.de .

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