Universität Erfurt

Antike Kultur

Ansgar Teichgräber

Dr. Ansgar Teichgräber

Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Antike Kultur

Biographie

Dr. Ansgar Teichgräber studierte von 2008 bis 2013 Alte Geschichte, Mittelalterliche Geschichte und Klassische Archäologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Università degli studi di Pavia (Italien).

Anschließend war er von 2013 bis 2014 wissenschaftliche Hilfskraft an der Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik des Deutschen Archäologischen Instituts in München und von 2014 bis 2017 Doctoral Fellow an der Graduiertenschule „Distant Worlds“ an der LMU München. 2018 schloss er seine Dissertation zum Thema „Die Finanzen der nordafrikanischen Kirchen in vorvandalischer Zeit“ an der LMU München ab. Die Arbeit wird voraussichtlich im Sommer 2019 erscheinen (s. u.).

Seit 1. März 2019 ist er Elternzeitvertreter für eine ganze Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Erfurt.

Habilitationsprojekt „Grenzen in der griechischen Polis“

Griechische Poleis waren von zahlreichen inneren Grenzen durchzogen. Dazu gehörten etwa die Grenzen zwischen territorialen Untereinheiten, z. B. der Demen in Athen, die Grenzen sakraler Bezirke oder die Grenze zwischen asty und chora. Diese Grenzen hatten jedoch nicht bloß eine räumliche, sondern auch soziale und religiöse Dimensionen. So wurde die Zugehörigkeit zu einem attischen Demos vererbt, weswegen im Laufe der Zeit immer mehr Athener nicht mehr im Gebiet ihres eigenen Demos lebten und die Zugehörigkeit eine stärker soziale Komponente erhielt. Außerdem war der Zugang zu bestimmten Kulten nur den Angehörigen eines Demos erlaubt und andere attische Bürger von diesen Kulten ausgeschlossen, womit auch eine religiöse Dimension der Grenzen zwischen den Demen sichtbar wird.

Um die vielfältigen Aspekte der Grenzen innerhalb der griechischen Poleis angemessen erfassen zu können, soll der Interpretation das Konzept der „komplexen Grenzen“ zugrunde gelegt werden (vgl. D. Gerst – M. Klessmann – H. Krämer – M. Sienknecht – P. Ulrich, Komplexe Grenzen. Aktuelle Perspektiven der Grenzforschung, Berliner Debatte Initial 29/1, 2018, 3–11). Dieses geht für die Analyse von Grenzen von vier Prämissen aus:

  1. Grenzen müssen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden, d. h. neben der räumlichen Dimension müssen soziale oder religiöse Dimensionen beachtet werden.
  2. Grenzen sind relationale Prozesse, dementsprechend stehen die verschiedenen Aspekte einer Grenze miteinander in Verbindung und beeinflussen sich gegenseitig. Hierbei spielen auch die Akteure und Dinge eine Rolle, die eine Grenze definieren oder sichtbar machen.
  3. Grenzen sind durchlässig, weswegen berücksichtigt werden muss, für wen und wann diese Grenzen galten und wie die Durchlässigkeit organisiert war.
  4. Grenzen sind nicht an sich gegeben, sondern Ergebnisse vergangener Prozesse und werden von den verschiedenen Akteuren ständig weiterentwickelt.

Insgesamt setzt sich das Projekt zum Ziel, die Struktur und Entwicklung der Gesellschaft in den griechischen Poleis aus einem neuen Blickwinkel zu beleuchten und so zum besseren Verständnis der internen Organisation der Poleis beizutragen.

Publikationen

  • Verwalter im Klerus der spätantiken Kirchen Nordafrikas, in: R. Haensch – Ph. von Rummel (Hrsg.), Himmelwärts und erdverbunden? Religiöse und wirtschaftliche Aspekte spätantiker Lebensrealität (im Druck, erscheint voraussichtlich 2019)
  • Die Finanzen der nordafrikanischen Kirchen in vorvandalischer Zeit, JbAC Ergänzungsband. Kleine Reihe (in Druckvorbereitung, erscheint voraussichtlich im Sommer 2019)

Lehrveranstaltungen

  • SoSe 19: Trajan
  • SoSe 19: Theorien und Methoden der Kulturgeschichte
  • WiSe 19/20: Nordafrika in der Antike
  • WiSe 19/20 Antike Wirtschaft

Kontakt

ab 1. März 2019: LG IV, R. 134, Tel. 4302, email ansgar.teichgraeber@uni-erfurt.de

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