Universität Erfurt

Antike Kultur

C. Bachmann 16: Sklaverei

Sklaverei

Sklaverei in der Antike / Slavery in Antiquity

Mo 16-18 bis 6.6. und am 4.7. (Klausur) in LG IV D06, dazu Blockseminar am Freitag, 20.5., 14-20 Uhr in LG IV D03.

Für eine erfolgreiche Teilnahme ist auch die Teilnahme am Blockseminar Voraussetzung.

maximal 30 Teilnehmende

Modul E3 - Seminar-3


Sklaverei, d.h. das Vorhandensein von rechtlich und wirtschaftlich vollständig von ihrem Besitzer abhängigen Menschen, ist ein die ganze Antike hindurch auftretendes, dabei aber äußerst vielgestaltiges Phänomen. Zu gewissen Zeiten dürfte die Wirtschaftskraft antiker Gesellschaften beträchtlich von der Verfügbarkeit von Sklavenarbeit abgehangen haben und die Sklaverei wurde wohl auch aus diesem Grund nie grundsätzlich in Frage gestellt. Jedenfalls ist zu bemerken, dass antike Überlegungen zur Frage der „natürlichen“ Freiheit bzw. Unfreiheit eines Menschen, die sich auf dessen angebliche moralische oder physische Über- bzw. Unterlegenheit stützten, niemals zu dem Schluss kamen, die Sklaverei als solche sei abzulehnen. Eine verneinende Haltung gegenüber der Sklaverei lässt sich nicht einmal unter den Sklaven selbst beobachten, wobei dies mit aller Vorsicht gesagt sein soll, da wir deren Meinungen selten direkt fassen können. Jedenfalls scheinen etwa die Sklavenaufstände der römischen Republik, um nur ein Beispiel zu nennen, nicht die Abschaffung der Sklaverei selbst zum Ziel gehabt zu haben, sondern lediglich eine Umkehr des Herren-Sklaven-Verhältnisses.
In diesem Seminar wollen wir den sich aus diesen Tatsachen ergebenden Fragen historisch und konzeptuell mit Blick sowohl auf die Sklaven als auch auf deren Herren nachgehen und dabei auch das Phänomen der zu allen Zeiten vorkommenden Freilassungen und deren Folgen für Herr und Sklave untersuchen. Es soll versucht werden, sich der ökonomischen, politischen und ideellen Bedeutung der Sklaverei für die griechisch-römischen Gesellschaften von Homer bis in die Kaiserzeit auf dem Wege eines genauen Quellenstudiums anzunähern.

Slavery, i.e. the existence of people who were legally and economically completely dependent on their masters, is a phenomenon that existed throughout antiquity and could take many shapes and forms. At certain times, the economic power of ancient societies may have relied largely on the availability of slave labour, for which reason slavery seems to have never been questioned on principle. At any rate, ancient discussions concerning the “natural” freedom or unfreedom of a person, based on his or her alleged moral or physical superiority or inferiority seem to have never come to the conclusion that slavery was to be rejected on principle. A negative attitude towards slavery in general appears to have not even existed among the slaves themselves, a statement which, however, should take into account that we can rarely access the slaves’ opinions directly. Yet the slave revolts of the Roman Republic, to name but one example, seem to have aimed not so much at the abolition of slavery altogether but rather at a reversal of the master-slave-situation.
In this seminar, we will be addressing the manifold issues accruing from these facts from both a historical and a conceptual perspective, looking both at the slaves’ and their masters’ positions, while also considering the phenomenon of manumission or release from slavery that occurred throughout antiquity. We will attempt to come a bit closer to understanding what slavery meant economically, politically, and ideally to the Graeco-Roman societies from Homer to the Roman Empire.

Leistungsnachweis / Credit requirement

Aktive Teilnahme, Klausur am 4.7. / Active participation, written test on July 4th.

Literatur / Bibliography

Christian Delacampagne, Geschichte der Sklaverei, Düsseldorf 2004.
Leonhard Schumacher, Sklaverei in der Antike. Alltag und Schicksal der Unfreien, München 2001.
Ingomar Weiler, Die Beendigung des Sklavenstatus im Altertum, Stuttgart 2003.

Kontakt/Contact

LG IV, R. 138 - Bis 7.6.2016 jeden Dienstag, 14-16 Uhr und nach Vereinbarung/Tuesday 2-4 pm and by arrangement
email cordula.bachmann@uni-erfurt.de

Nach dem 7.6. wenden Sie sich bitte an Professor Brodersen kai.brodersen@uni-erfurt.de. Danke.

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