Universität Erfurt

Antike Kultur

C. Bachmann 17/18: Humor in der Antike

Die Philosophische Fakultät hat am 24.5. das nachstehende Lehrprogramm beschlossen.

Humor in der Antike / Ancient Humour

möglichst Do 10-12, max. 30 Teilnehmende

  • B Ges 2012 E07#01 // S 9LP 
  • B Ges 2012 EXX#01 // S 12LP 
  • B Ges 2012 W07#01 // S 9LP 
  • B Ges 2012 W09#01 // S 9LP 
  • B Ges 2012 WXX#01 // S 12LP 
  • BA Ges 2007 E04#02 // S-6 6LP 
  • BA Ges 2007 E09#01 // S-6 12LP

Die antiken Gesellschaften hatten viel Sinn für Humor, Spaß und Gelächter: Die alten Griechen pflegten eine ausgeprägte Festkultur, etwa beim Symposion, das von scharfsinnigen Scherzreden aller Art gewürzt wurde und wo humoristisch gestaltete Vasen einen zentralen Platz hatten. Als Erfinder der Komödie und des Satyrspiels können die Griechen geradezu als Begründer einer „Hochkultur des Lachens“ gelten. Auch die auf öffentliche Wirkung ausgerichtete Wettbewerbsgesellschaft der Römer bot ein Publikum, das für jede Art von Witz und Humor, von Ironie, Spott und Übertreibung in vielerlei Gestalt empfänglich war. Aber auch die ersten erhaltenen theoretischen Abhandlungen zum rhetorischen Einsatz von Humor sind römischer Provenienz. In diesem Seminar werden wir uns einen Überblick zu verschaffen suchen über die vielfältigen Formen von Humor in den griechischen und römischen kulturellen Räumen. Dabei werden wir auch einen Blick auf die antike Philosophie des Humors werfen und das Verhältnis von Hässlichkeit, Fehlverhalten und Lächerlichkeit untersuchen. Wir wollen uns keineswegs auf die literarischen und künstlerischen Hochformen beschränken, sondern auch volkstümliche Darstellungen in den Blick nehmen, etwa die kleinen Terrakotten, den Mimus oder römische Graffiti. Bei allem Spaß an der Forschungsfrage dieses Seminars, bei allem Vergnügen und Mitlachen, werden wir doch entdecken, dass unsere ethischen Vorstellungen speziell im Umgang mit Schwächeren stark von den antiken Gepflogenheiten abweichen, so dass ein großer Komplex antiken Humors, der das Randständige, Abseitige und Versehrte mit Spott und Schadenfreude bedenkt, bei uns eher Emotionen des Mitleids oder der Barmherzigkeit als des Lachens auslöst.

The societies of the ancient world greatly appreciated humour, fun, and laughter. Ancient Greek culture was one of many feasts: remember for example one of their central institutions, the symposium, which was peppered by astute witticisms, and where vases with funny subjects took central place. As the inventors of the genres of comedy and satyr play, the Greeks may indeed claim to be the founding fathers of a „high culture of laughter“. Roman competitive society, too, provided an audience which was susceptible to all kinds of joke and humour, of irony, mockery, and exaggeration. Yet also the first theoretical discourses on how to employ humour in a rhetorical context go back to the Romans. In this seminar, we will try and get an overview of the manifold forms of humour in the Greek and Roman cultures. We will also dip into ancient philosophical theories on humour, examining the interconnection between the ugly, the bad, and the ridiculous. We will not, however, reduce ourselves to the literary and artistic masterpieces, but we will also look at folkloristic representations, for instance terracottas, the mimus, or Roman graffiti. The seminar will be greatly enjoyable, but we will soon discover that some of our ethical ideas greatly diverge from the ancient ones, especially in respect to how we position ourselves to- wards the weak: a whole set of what the ancients thought was funny – the marginal, the remote, and the disabled – evokes in us the feeling of pity or charity rather than laughter.

Leistungsnachweis / Credit requirement

Aktive Teilnahme, Hausarbeit / Active participation, dissertation

Literatur im Semesterapparat / Bibliography in the Book Reserve

Mary Beard, Das Lachen im alten Rom, übers. v.  Carsten Drecoll, Darmstadt 2016 [bestellt]
Jan Bremmer (Hrsg.), Kulturgeschichte des Humors, übers. v. Kai Brodersen, Darmstadt 1999, bes. S. 7-42. [LB 61000 B836]
Kai Brodersen, Philogelos: Antike Witze, griechisch und deutsch, Wiesbaden 2016 [FH 16000 P544]
Stephen Halliwell, Greek laughter: A study of cultural psychology from Homer to early Christianity, Cambridge 2008 [FE 1275 H191]
Karl-Wilhelm Weeber, Humor in der Antike (Kulturgeschichte der antiken Welt 30), Mainz 1991 [bestellt]

Kontakt/Contact

Do 12-13 und nach Vereinbarung/Thursday 1-2 pm and by arrangement
email cordula.bachmann@uni-erfurt.de

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