Universität Erfurt

Antike Kultur

J. Leithoff 15: Memoria

J. Leithoff: Verehrt, verdammt, vergessen - Memoria als politisches Instrument in der frühen Kaiserzeit

Deified, damned, forgotten - Memoria as a Political Instrument in the Early Roman Empire

Seminar S3 - Di 10-12 Uhr - LG IV / D 07

SoSe 2015 ::::

max. 30 Teilnehmende/participants

Als Augustus im Jahr 2 v. Chr. die Statuen aller bedeutenden Politiker der Republik in sein neues Forum weihte, tat er dies in der offen bekundeten Absicht, dass er ebenso wie seine Nachfolger an deren Leistungen gemessen werden sollten. Angesichts der darin zum Ausdruck gebrachten Bedeutung der exempla maiorum (des wegweisenden Verhaltens der Vorfahren) für die römische Gesellschaft kann es kaum verwundern, dass die frühen Principes sich mit dem Beispiel nicht nur ihrer Vorfahren, sondern auch ihrer jeweiligen Vorgänger auseinanderzusetzen hatten und verschiedene Mittel und Wege entwickelten, die Erinnerung an diese in ihrem eigenen Sinne zur Legitimation ihrer Herrschaft zu gestalten.
Im Seminar wird deshalb beginnend mit Augustus bis zu den Flaviern der Umgang der einzelnen Kaiser mit ihren jeweiligen Vorgängern näher betrachtet werden, der sich zwischen den Extremen von Vergöttlichung und Verdammung bewegte. In einem zweiten Schritt soll dann nach der politischen und gesellschaftlichen Verortung der Memorialpolitik sowie möglichen Zielgruppen dieser Maßnahmen gefragt werden.

When in 2 BC Augustus dedicated statues of all the famous Republican leaders in his new Forum it was his explicit wish that he and his successors should be judged in comparison to their past achievements. Bearing this relevance of the exempla maiorum (exemplary behaviour of the ancestors) in Roman society in mind, it is no surprise that Roman emperors aimed at shaping the memory of their ancestors and respective predecessors to their own advantage as means of legitimizing imperial power.
This seminar will hence examine the different approaches in dealing with the memoria of the respective predecessors from Augustus to the Flavian dynasty that ranged between deification and damnation. Furthermore, we will place this set of arrangements in its political and social context and examine possible audiences.

Erwartungen für einen benoteten Schein/Expectations for a mark

Referat mit schriftlicher Ausarbeitung nach dem Ende der Vorlesungszeit / Presentation in class and written report after the end of term.

Bibliographie/Bibliography

H.I. FLOWER: The Art of Forgetting. Disgrace and Oblivion in Roman Political Culture. Chapel Hill 2006.
H. GESCHE: Die Divinisierung der römischen Kaiser in ihrer Funktion als Herrschaftslegitimation. In: Chiron 8 (1978), S. 377-390.
F. KRÜPE: Die Damnatio memoriae. Über die Vernichtung von Erinnerung. Eine Fallstudie zu Publius Septimius Geta (189   211 n.Chr.). Gutenberg 2011.

Kontakt/Contact

LG IV, Raum 132, Tel. 4303, Sprechstunde Di 14-15, email johanna.leithoff@uni-erfurt.de

Navigation

Werkzeugkiste

Nutzermenü und Sprachwahl